Transkript: Dev Env (German)
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Host: Aber du hast gesagt, ihr macht eine Weltreise — und wo wart ihr denn davor?
Lukas: Wir haben angefangen in Portugal. Ich hatte immer so zwei große Pläne gehabt: surfen und ich lerne fliegen — Kleinflugzeug, Pilotenschein. Aber fliegen ist recht teuer, weil du halt jedes Jahr so viele Flugstunden machen musst. Das ist einfach toll, aber da kann man das Geld noch nicht reinstecken. Beim Surfen haben wir gesagt: fangen wir in Portugal an, machen einen Surfkurs von einer Woche, und dann von dort aus immer weiter — einfach geguckt, wo der nächste billigste Flug hingeht. Nächste Station war dann Korfu, äh, von da aus nach Istanbul, sehr schöne Stadt. Hat gesagt, ich soll von dort aus jetzt hier nach Thailand. Und seit wann seid ihr unterwegs?
Host: Jetzt drei Monate, glaube ich?
Lukas: Ja, ja — ja los, ja cool. Schön, dass die Technik das heutzutage möglich macht, dass man das alles machen kann. Ja, fantastisch. Das heißt, ich habe da den Steuerberater mitgespielt — ich habe extra gefragt: „Hey, ich habe diesen Plan, ist das okay für dich, dass wir — dass ich manchmal einfach weg bin, nicht in Deutschland?”
Host: Cool, wieso hängt da der Steuerberater mit dran?
Lukas: Also, du hast ja manchmal irgendwie Sachen, die du unterschreiben musst, oder es kommt was vom Finanzamt. Und dann, wenn du sagst: ja, ich bin nicht in Deutschland — sind die nicht so happy. Und deswegen habe ich vorher gesagt, und deshalb können wir das alles digital machen. Er meinte: ja, klar, machen wir alles telefonisch. Stark — ist in Deutschland auch nicht so gut wahrscheinlich, deswegen.
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Host: Dann mache ich mal kurz den Einspieler, und dann können wir gleich loslegen.
Herzlich Willkommen zu Dev Env, dem IT-Podcast, bei dem es nicht um IT geht. Mein heutiger Gast ist Lukas Hermann. Lukas ist Gründer, Entwickler und auf dem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit. Darüber schreibt er auch auf Twitter und in seinem Blog, und unter anderem darüber will ich ja heute mit ihm reden.
Hallo Lukas!
Lukas: Hallo!
Host: Ja, wir hatten gerade eben schon ein bisschen vorgegriffen — in unserem Vorgespräch haben wir bei deinem Sabbatical, kann man das so sagen — aber lass uns vielleicht mal ein bisschen vorher anfangen. Ich habe nämlich auf deiner Webseite deinen Lebenslauf durchgelesen, und der klingt ziemlich spannend. Also, ist auf jeden Fall nicht so straight, wie es bei vielen Entwicklern ist. Wobei, das stimmt auch nicht bei vielen so. Aber der klassische Weg wäre ja irgendwie: Studium, und dann arbeitet man, und alles mit Technik, und so weiter und so fort. Bei dir habe ich ein paar Stationen gefunden, die ja da rausbrechen aus dem Raster. Und zwar war das einmal, dass du als freiwilliger Lehrer, oder Volunteer Teacher, in den Philippinen gearbeitet hast.
Lukas: Ja, richtig. Also, erstmal — interessant überhaupt den Lebenslauf auf die Webseite zu stellen. Ich habe mir gedacht: soll ich das machen? Ja, ich dachte mir einfach, ein paar Leute haben mich schon darauf angesprochen. Du warst da, und du hast es gemacht — sehr interessant. Genau, Philippinen. Das war — äh, noch drauf zu sprechen kommen — Theologiestudium noch dabei.
Host: Ja, danach dann!
Lukas: Also, ich hatte da definitiv eine religiöse —
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— ohne — ich war so, eine Art Bekehrungserlebnis auch gehabt, bin — ich würde mich auch heute noch als Christ identifizieren. Und damals dachte ich mir dann: hey, ich würde gern was machen. Bin mit einem Freund, den ich dort kennengelernt habe, auf die Philippinen. Wir waren in einem Eingeborenen-Dorf, und das war eine Organisation, die das gemacht hat. Wir haben dort den Natives Englisch beigebracht — was in den Philippinen, muss ich sagen, ganz okay ist, weil deren offizielle Sprache Englisch ist, obwohl deren gesprochene Sprache einer von hundert verschiedenen Dialekten ist. In dem Fall war es Ilocano.
Wir waren dann dort und haben Englisch unterrichtet — sehr, sehr interessante Erfahrung. Vor allem: das war eine Umgebung — also, stell dir vor, irgendwo in Afrika, weißt du, was ich sagen mache — viele kennen das. Wir hatten so eine Situation: ganz ruhig, ganz abgeschnitten von der Zivilisation, aber dann irgendwie alle zwei Wochen mal ein Boot, das die einzige Supply Line war — das von Organisationen gekommen ist und Sachen gebracht hat. Und wir mussten — per SMS, war 2009, da war es ja nicht so mit WhatsApp — per SMS unsere Sachen versuchen zu bestellen. Markt bestellt: für zwei Wochen Nudeln und Reis. Aber da kam das von dem Boot, und es kam jetzt zwei Wochen später. Und wenn ein Sturm war — ich war gerade, was halt passiert in den Philippinen: du hast halt irgendwie während der Taifun-Zeit, hunderte von Taifunen, ganz typisch, die durchziehen — und die Wellen relativ rau werden lassen, und dann kann das Boot nicht kommen. Du bist halt auf dich gestellt, musst mit den Eingeborenen verhandeln, dass du die lokalen Sachen kriegst.
Das war spannend. Wir hatten kein Strom und ein kleines Solarpanel, um unsere Handys aufzuladen. Und wir hatten kein fließendes Wasser. Also so richtig — sehr interessante Erfahrungen, die man gemacht hat. Und was ich so spannend fand da —
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— das hat überhaupt nichts mit Entwicklung zu tun und Computer, aber es ist so: spannend fand ich da — du kommst als Lehrer, aber der Leiter dort hat mir gleich am Anfang gesagt: „Du wirst von den Leuten, mit denen du zu tun hast, mehr lernen, als du ihnen beibringen kannst.” Und wir haben in der Tat sehr, sehr viel von den Natives dort gelernt. Die offensichtlichen Sachen — ich kann mich erinnern, ich kann ein Haus bauen, ich kann Kokosnüsse klettern, das ist ein bisschen zu schwierig gewesen, aber dann einfach auch diese kleinen Sachen, wie das Leben funktioniert, und wie einfach das Leben sein kann, und wie eine Gesellschaft oder ein Dorf funktioniert: der eine pflanzt, am anderen Tag kommen alle und helfen dem nächsten, am nächsten Tag ist der andere dran. Faszinierende Erfahrung.
Und ich habe mir damals gesagt: „Hey, das ist so cool, ich mache das mein Leben lang, und ich werde nie wieder einen Computer anfassen — das ist auch viel zu langweilig.”
Host: Und warst du da — ich war 20?
Lukas: Du warst 20. Das heißt — aber bloß noch mal jetzt so für die Zuhörer: du warst schon, also — das war nicht dein erster Punkt, sondern du warst schon auf dem Technik-Weg zuvor. Weil du hast davor geschrieben, deinen ersten Job mit HTML und CSS gemacht, du hast dich für Photoshop und Design und Cinema 4D interessiert — also du warst schon auf diesem technischen Weg unterwegs. Und dazwischen gab es dann diese Interruption, oder diesen Ausflug in die Philippinen. Und bist doch dabei geblieben — danach gab es ja das WordPress-Teams-Entwickeln. Du bist aber trotzdem noch nach Brasilien gegangen, um Theologie zu studieren.
Lukas: Ja, genau. Ich hatte — ich habe mir gedacht, was mache ich?
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Und ich hatte diese Entscheidung getroffen: ich möchte eigentlich nicht als Hauptberuf für den Computer arbeiten — obwohl es mich fasziniert. Nicht, weil ich mir nicht beigebracht hätte — wahrscheinlich viele von den technischen Hörern, die du hast, die haben sich einfach Sachen selbst beigebracht: wie Internetseite funktioniert, HTML, wie funktioniert das, alles rausgefunden durch Herumexperimentieren. Vielleicht ein bisschen gehackt, ein bisschen grey hat — und mir hat es einfach immer gefallen. Und ich habe das weiterhin gemacht, zwischenzeitlich für Geld, aber sonst einfach für wohltätige Zwecke, oder wenn ein Freund was gebraucht hat. Dann habe ich irgendwann wirklich gesagt: gut, mach mal Theologie.
Das hat auch noch einen anderen Grund, warum ich nach Brasilien gegangen bin: meine jetzige Frau ist aus Brasilien. Wir haben uns kennengelernt zuvor, und ich habe dann gesagt: hey, wenn wir das ernst machen wollen, dann wäre es so cool, wenn ich dorthin gehe. Ich wollte eh aus Deutschland raus. Bin dorthin gegangen, habe dort gelebt für zwei Jahre. Ich habe mir auch gedacht: das ist eigentlich ganz interessant, da kann ich sie besser kennenlernen, kann auch ihre Kultur kennenlernen. Was sehr wichtig ist, wenn man eine multikulturelle Ehe hat, dass man die andere Kultur kennt.
Host: Ja, weil meine Frau ist Deutsche und ich bin hier aus Russland, und sie war auch immer in Russland und hat sich das Ganze angeschaut, wo ich herkomme. Ja, ich finde das ist unglaublich wichtig.
Lukas: Und dann habe ich gesagt: kommt, dann — ich wollte dieses Theologiestudium machen, bin dann — haben gesagt: mache ich doch — tatsächlich dort angefangen. Ja, das — es gibt ein paar interessante, lustige Geschichten, aber ich lass dich mal.
Host: Gerne — lustige Geschichten sind immer willkommen!
Lukas: Okay, okay, ich erzähle —
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— ich muss sagen, die Universität war in einer Stadt in der Nähe von Salvador, da wo früher der Sklavenhandel stattfand — ganz viele Sklaven angekommen sind. Das heißt, dort war eine relativ dunkelhäutige Gesellschaft, und auch relativ arm. Diese portugiesische Sklavengeschichte hat dort noch seine Flecken hinterlassen. Die hatten auch erst 1888 die Unabhängigkeit — also viel später als in Nordamerika.
Ich kam dort an, und da war halt die Universität, und alle mussten dann einen Test machen am Anfang, um in die Uni reinzukommen. Ich dachte: gut, mache ich halt den Test auch. Und ich hatte irgendwie drei Monate ein bisschen Portugiesisch gelernt mit Duolingo, bevor ich dahin gekommen bin. Und saß dann halt vor diesem Test — Einstufungstest für die Uni. Die mathematischen Sachen waren einfacher: Mathematik ist eine Sprache, kannst du irgendwie rausziehen, was das bedeutet. Aber manche Sachen waren halt dabei: irgendwie ein Gedicht interpretieren, oder was bedeutet dieser Werbeslogan, und welche zweite Meinung steckt dahinter — keine Ahnung, keine Chance. Mein Portugiesisch war nicht genug, um das hinzukriegen.
Und dann kam die Liste raus mit den Ergebnissen, und von den 500 Leuten, die sich für diesen Kurs beworben haben, war ich dann auf Platz 14 — obwohl ich die Sprache nicht richtig konnte. Das war ganz lustig!
Host: Stark! Aber auch ganz schön mutig — also wenn man davor nur sich die Sprache ein bisschen angeschaut hat, dann in ein fremdes Land zu gehen und das dort zu studieren. Krass!
Lukas: Ja, ich denke schon — nach der Erfahrung. Immer wenn man im Eingeborenen-Dorf war, hat man ja dann so ein bisschen Holz und einen gewissen Mut. Von wegen: ach, ein anderes Land ist auch nur mal ein bisschen da sein und sich das Kennenlernen — und alle kochen mit
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dem gleichen Wasser. Im Endeffekt sind wir alle Menschen, gell.
Host: Ja, das stimmt. Aber so dieser Aspekt — Mut — der zieht sich eigentlich bis heute bei dir durch. Du fängst ja gerne irgendwie neue Sachen an, machst Sachen, die jetzt nicht so Usus sind, würde ich jetzt mal behaupten. Ja, weil also — du bist ja dann wieder zurückgekommen und hast dann Software Engineering studiert, ist das richtig?
Lukas: Genau. Dann hattest du den Job bei laserhub oder hier Vision —
Host: Was macht hier Vision?
Lukas: Also laserhub kennt man vielleicht — das ist so ein Unternehmen, das Prototypen herstellt. Die würden das selber wahrscheinlich nicht gerne so sagen, aber das ist genau das: Boot mit Metall-Parts, also du kannst Metall lasern lassen, drehen lassen, kriegst quasi als der Dateien den Preis angezeigt und kannst es bestellen.
Host: Ich kenne laserhub, weil ich habe mir ein Angebot von ihm schicken lassen — ich wollte da auch mal was bestellen. Also mir sagt das was. Ich kenn das. Kannst ja mal schnell googeln.
Lukas: Genau, und äh — danach: was du bei hier Vision gemacht hast — was macht hier Vision? Ich habe versucht, mir anzuschauen, was genau die machen. Ich habe es nicht so ganz verstanden.
Host: Ja, lass mich das kurz abrunden. Ich meine Brasilien, Theologie — was ist da passiert? Mir hat das Studium an sich gefallen. Ich habe zum Beispiel Hebräisch gelernt — so die ganze Geschichte, auch biblische Geschichte und auch Griechisch. Sehr interessant für mich. Was was bei mir gescheitert ist, ist diese Arbeit als Pastor, als Gemeinde-Pastor, wo du
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dann sehr, sehr viel Kontakt hast mit Leuten, auch einfach schwierige Sachen lösen musst, und auch sehr viel Verwaltungsaufwand. Ich habe das ein bisschen kennengelernt und gedacht: nichts für mich. Ich kann natürlich nicht die ganze Zeit nur mit Leuten arbeiten — Tag ein, Tag aus. Das saugt die Energie aus mir raus, das funktioniert nicht. Also deswegen habe ich gesagt: gut.
Host: Wo hast du das ausprobiert? Hast du das direkt dort in Brasilien ausprobiert, diese Community-Arbeit, oder wieder zurück in Deutschland?
Lukas: Beides. Also, ich hatte hier in Deutschland mit einem Pastor so eine Art Internship, wo ich eine Weile mitgearbeitet habe. Und dort in Brasilien, während des Programms — es gab auch dann mehrere Momente, wo du in die Gemeinden gegangen bist, mit den Leuten gearbeitet hast, und gepredigt hast. In Portugiesisch mittlerweile.
Aber was machen hier Vision — was machen die? Wenn du überlegst: so hast du eine Videoproduktion. Einer steht vorne und spricht, und Leute laufen auf der Bühne hin und her, kommen rein, raus. Du brauchst jemanden an der Kamera, der weiterhin die Kamera schwenkt, damit die Kamera an der Person dran bleibt. Und die automatisieren diesen Punkt — das heißt, die automatisch der Person folgen mit visueller Personenerkennung. Quasi: weiß, wo ist die Person, dann kannst du Nahaufnahmen machen. Ich möchte gerne ganz kurz — und kann sich auch ein bisschen merken: ich weiß, jetzt kommt die nächste Person rein, da war die erste wieder, und dann wieder zurück schwenken — oder können vergrößern. Das ist, was die machen.
Und es — das Ding, an dem ich gearbeitet hatte, war ein bisschen ein Auswuchs davon. Sie wollten so eine Art Show-Ablaufprogramm schreiben, wo du rein programmieren
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— und dann war das eine — also die haben das Projekt an sich: als Projekt an sich ist es uninteressant, weil es ist im Prinzip eine Excel-Tabelle — wie meist viele andere Software-Projekte auch sind — eine Excel-Tabelle mit ein paar Funktionen dabei.
Das Interessante, was ich fand an diesem Projekt: ich kam rein quasi nach eineinhalb Jahren, als es schon gelaufen ist, und es wurde sehr miss-gemanagt. Weil typischer Feature Creep stattgefunden hat: sie haben sich was vorgestellt, und dann wurde es viel, viel größer als sie eigentlich wollten. Niemand wusste genau: was will man eigentlich am Ende? Genau welcher — was ist eigentlich genau der Kunde jetzt? Der Event-Veranstalter, oder der, der an der Kamera sitzt, oder der hinter der Bühne, der die Software verwendet?
Und dann gab es einen riesen Featureberg, der wurde nie fertig. Und wir haben uns dann gesagt: okay, lass uns auf einen Use Case konzentrieren und den umsetzen. Dann haben wir uns auf den virtuellen Präsentation-Use-Case geeinigt und gesagt: du lädst Präsentation hoch, wie Slides — wir spielen die in der Cloud, oder du kriegst die auf dein Handy, du kannst nichts klicken — und der Video-Mensch kriegt die in High Quality auf sein Outfit und kann die quasi in seinem Video-Mixer verwenden. Und das Ding kann alle Animationen, alle Videos, alles unterstützen. Also, sie waren einfach nur Standbilder, relativ komplex umzusetzen. Hätte echt gut funktioniert, hätte auch den Use Case — würde ich sagen — einen Main-Use-Case beantwortet.
Aber zu dem Zeitpunkt war dann schon 2022 fast um die Ecke, und die Investoren haben gesagt: warum habt ihr zwei Projekte — eins rentabel und eins, von dem noch gar kein Geld eingespielt hat seit fast zwei Jahren? Und haben es gekillt.
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Wir haben uns im Guten getrennt, und das war super. Aber ist einfach von der Hinsicht aus krass. Aber du warst da nicht Entwickler, sondern du warst Product Owner — steht hier.
Host: Ja, oder — ja, für dieses komplette Projekt im Endeffekt verantwortlich.
Lukas: Dann stark. Das kennt man ja mittlerweile aus einigen Videokonferenz-Softwares, dass die das Feature drin haben, dass sie dem Gesicht folgen. Also jetzt bei Teams zum Beispiel sucht er sich auch den Ausschnitt raus, wo die Person ist, und wenn du dich im Raum bewegst, dann folgt er dir.
Host: Ja, ich glaube, es gibt mittlerweile auch von Google Nest und von Amazon für die Echos — die Video-Echos — die haben auch mittlerweile so eine Funktion, dass sie irgendwie folgen können.
Lukas: Ja, es gibt auch mittlerweile Kameras von Panasonic, die das selber können — so Überwachungskamera, ganz kleine, und die können dann folgen.
Host: Naja, okay. War das auch der Startschuss für — was mich die ganze Zeit gefragt hat: ich habe Stagetimer angeschaut. Aber ganz kurz vorgegriffen: Stagetimer ist dein aktuelles Projekt, glaube ich — oder eines deiner Projekte. Es wäre schon fast falsch zu sagen „das ist dein Projekt” — es ist eins deiner Projekte. Und ich habe mich gefragt: wie kommt man darauf, einen Timer — ich meine, das ist wirklich so eine Nische. Ein Timer ist immer, gefühlt, ein Beiwerk von — ich meine, wir telefonieren jetzt aktuell, und in dieser Software, die wir jetzt benutzen, da gibt es auch einen kleinen Timer, der mir unten angezeigt wird. Aber das ist halt relativ unwichtig, ist aber schon ein Ding, ja — ein kleiner Teil. Und da habe ich mich eben gefragt: wie kommt man darauf, einen Stagetimer zu bauen, oder einen Timer zu
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bauen als eigenständige Software? Kommt das daher, dass du das bei hier Vision kennengelernt hast, bei diesen Videoproduktionen auf der Bühne?
Lukas: Andersrum — ich habe das gestartet bevor ich bei hier Vision war. Und weil ich darüber auf LinkedIn gesprochen habe, hat die — oder ich weiß gar nicht ob sie von dort — mich dann kontaktiert und gemeint: hey, wir haben was in dem Bereich, wir brauchen jemanden, der sowas entwickeln kann. Dann haben sie mich deswegen eingestellt.
Host: Ich habe mich das deswegen gefragt — wegen den Latenzen ist das ja auch ein bisschen kompliziert, man unterbricht sich immer wieder. Ich habe mich das deswegen gefragt, weil jetzt habe ich — ich habe gelesen, dass du dich super reingefuchst hast auch in dieses Thema. Ich habe deine Blog-Beiträge dazu gelesen, dass es da geht darum, wie der Apple-Timer mal nicht korrekt ist, und da geht’s um eine halbe Sekunde und so. Da muss man ja schon wirklich Engineering betreiben, um das rauszufinden.
Lukas: Ja, lass mich — das sind zwei lustige Geschichten. Also, es fängt so an: ich war bei einem Freund, der hat ein Studio. Und da war gerade jemand im Studio, der hat so einen Onlinekurs aufgenommen. Dann — er hat in diesem Nebenraum gehabt, wo man alles zusammenschneidet. Als der anfängt zu sprechen, rennt er kurz rein in den Raum, klickt auf einen Schalter auf einem einzelnen Laptop, und rennt wieder raus — nur um den Timer anzumachen. Ich dachte: da muss doch irgendjemand eine Lösung dafür entwickelt haben! Klar, es gibt Hardware-Lösungen mit Knöpfen, aber da musst du — irgendwas was auf einer Webseite stattfindet, auf dem einen Computer, und auf dem anderen wird angezeigt — das muss es doch geben. Gesucht für ein paar Minuten, nichts gefunden. Mittlerweile weiß ich, es gibt was, aber nichts Gescheites — also nichts, was man einfach auf Google direkt findet, und direkt drauf kann.
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Ich dachte: ich programmiere das in einem Wochenende. Und dann herausgelassen — habe ich dann ein Wochenende lang programmiert, fertiggestellt. Und ich habe — ich redet immer von „dangers”, aber in dem Fall richtig gutes Feedback bekommen. Leute sagten: hey, das ist cool, das wollen wir benutzen. Kannst du das und das Hinzufügen? Wenn die richtige Feature-Liste dann aufgeschrieben und das gebastelt —
Und beim Programmieren ist mir mal eins aufgefallen, was lustig ist. Genau: die letzte Sekunde. Wie zeigst du die an? Anzeige: fünf, vier, drei, zwei, eins — und wenn du nur sagst: ist null, aber wenn du sowas verwendest, dann ist — ich war — null und ein paar Millisekunden ist trotzdem null. Das heißt, der Timer zählt dann: vier, drei, zwei, eins, null — und dann erst ist es zu Ende. Die ganze Zeit null sein zu lassen.
Und dann habe ich mir einen Guck gemacht: okay, wie macht das das iPhone? Das iPhone trickst! Das iPhone rundet — hat quasi eine halbe Sekunde, zeigt eine Sekunde, eine halbe Sekunde zeigt es null an. Und wenn du zum richtigen Zeitpunkt — kannst du ausprobieren: wenn du zum richtigen Zeitpunkt „Stop” drückst, also gerade wenn null angezeigt wird, und du stoppst — dann springt es ganz kurz zurück auf die eins, um sicherzugehen, dass man weiß, dass noch ein bisschen Zeit übrig war. Das fand ich sehr interessant. Ich habe diese Methode nicht verwendet, ich habe es anders gelöst — aber ja, viel, viel in diesem Bereich.
Host: Wow, ja. Äh, warte — ich habe gleich noch etwas zu sagen. Ich muss noch ganz kurz eine Sekunde — ich muss die Tür öffnen, weil mein Hund hier raus möchte.
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Host: Alles okay. Also, mir war das Thema nicht ganz fremd, weil ich habe nämlich mal mich an einem Zeitmanagement-Tool probiert — ich wollte einen Timer haben, mit dem ich Zeit tracken kann, also ein ganz basic Time Tracker, mit dem ich Arbeitszeit tracken kann. Habe mich auch daran probiert. Und deswegen kenne ich ein bisschen diese Thematik mit der letzten Sekunde. Und ich habe — nach wie vor frage ich mich, ob es einen eleganteren Weg gibt außer setInterval, um den Timer tatsächlich anzuzeigen, also um den Timer durchlaufen zu lassen. Was machst du das — mit Intervall, oder gibt es was anderes?
Lukas: 100 Millisekunden, dann Update. Krass — also, ich habe mich das immer gefragt: macht man das wirklich so? Gibt es nicht etwas Schlaueres? Gibt es keinen Listener für sowas? Aber ja, anscheinend nicht. Gefragt bei diesem Projekt — also Zeit und Dates, eine Welt für sich, um sich manchmal einfach die Haare ausreißen zu müssen.
Was habe ich heute gelesen auf Twitter? Irgendwie hat jemand gefragt, ob tatsächlich new Date() und dann mit den Parametern 1, 1, 2023 tatsächlich der erste Februar 2023 ergibt. Naja, weil der erste Tag der Tag ist, aber der Tag fängt bei eins an, und der Monat fängt bei null an. Wilde Sachen.
Host: Ja, krass. Und du hast es vorher ein bisschen angesprochen, und ich habe mir das selber gefragt: ein Timer, ein Countdown-Timer — bitte, wer gibt dafür Geld aus?
Lukas: Ja, also — es kann ja — ich habe jetzt auch: wieder: ich mache das, halt, programmiert, gibt dafür schon Geld aus. Und habe dann ein paar Monate reingesteckt. Habe dann ein paar Vorschläge noch ein bisschen mit reingenommen. Und ich dachte mir: ich wollte sowieso
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immer mal ein richtiges Produkt entwickeln. Ich weiß schon — viele Enden davor. Ich hatte meine eigene Firma, aber ich habe nie ein richtiges Produkt entwickelt. Weißt du, was? Jetzt tue ich mal einfach eine Payment-Mauer da hinzufügen. Jetzt rausgesucht, ein Anbieter damit reingearbeitet, damit man kaufen kann. Von diesem Projekt haben ein paar Features gemacht, ein bisschen limitiert — damit es auch einen Grund gibt, vielleicht klappt sie, wer weiß.
Und wirklich an dem Tag, wo ich das auf Twitter gepostet habe — ich hatte auf Twitter gepostet, ich hätte so 50, 100 Leute, die mir gefolgt sind — am gleichen Tag kauft die erste Person eine Lizenz.
Host: Ja, unglaublich!
Lukas: Groß gelernt. Sondern einfach nur auf der Toilette gepostet, so so-so-so, softlounge-mäßig. Und ich habe die Person angeschrieben, gefragt: hey, wie bitte? Wer bist du denn?
Host: Ja!
Lukas: Ich habe das damals auch auf Reddit gesehen, und ich fand das super praktisch, und ich möchte unterstützen. Und das ist heute noch unser Kunde.
Host: Getroffen?
Lukas: Und seitdem — also, ich meine, okay, das ist krass. Jetzt hattest du Marketing gemacht auf Reddit — ja, einmal — und du hattest auf Twitter ein paar Follower. Sonst bisher kein Marketing gemacht, oder?
Das heißt: wir setzen es online, da gibt es eine Payment und Login —
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— und da gibt es eine Payment und Login, und aus irgendeinem Grund spricht sich das rum. Also, wir haben mittlerweile gelernt: dieser Markt, oder diese Nische von Independent Video Producers, die Livestreams oder High-End Video Productions machen — der ist relativ klein, relativ eng. Und da erzählt sich alles. Kurz später schreiben uns Leute an, auf Reddit: hey, wir haben gesehen, dass dort und dort, in dem Podcast und in der Show, über dein Tool geredet wurde.
Und das Lustige ist: die ganzen Leute, die in dieser Branche sind, immer Video Production — die haben alle super-expensive Tech. Ja, die haben Kameras, die kosten 10.000 €, sie haben teure Mikrofone, wissen genau, wie man einen Raum ausleuchtet. Super Production-Qualität. Und der eine oder andere macht halt ein Video über unser Tool, wenn wir irgendwas Neues machen — macht ein Video darüber und stellt das auf YouTube. Was ist das? Fast ist das fantastisch — diese YouTube-Videos. Diese Leute — die haben was wir je selbst produzieren könnten, einfach übertroffen. Haben das einfach genommen und auf unsere Seite gesetzt.
Ja, und von da hatten wir unsere ersten Kunden. Und dann auch ein bisschen kennengelernt: wie funktioniert der Markt, wie ticken die Leute, wo sind die? Und seitdem — relativ gutes Marketing würde ich sagen. Also, zumindest wächst es sehr stetig.
Host: Krass, cool. Das heißt — aber weil du davor jetzt angesprochen hast, du warst selbstständig, du hattest eine eigene Firma. Bei dir auf der Seite steht ja der catchy Satz, der mich auch sehr gecatcht hat: „In the process I’m going to get rich or help trying.”
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Ausprobieren mit dem Produkt, ob es klappt oder ob es nicht klappt. Also: wann kam die Idee, selbstständig, oder irgendwie Geld zu verdienen, eventuell reich zu werden, in Anführungszeichen?
Lukas: Ich würde sagen, der Satz hat zwei Seiten. Die eine Seite ist — ist ein bisschen Humor, einfach so ein bisschen auf die Nase, irgendwas Aufreibendes zu sagen. Lustige Story zu diesem Fred: ich dachte mir, ich will jetzt mal was Richtiges Storytelling machen, weil ich mir durchgelesen habe, wie Pixar ihre Filme strukturiert. Okay, schreibe das — diese Muster folgt den Pixar Stories-Regeln. Es ist echt gut rausgekommen. Was mache ich — okay, ich — dieses Ziel: ich werde reich, und dann beschreibe ich genau: erst Schritt, zweiter Schritt, dann passiert das, dann passiert das. Also, lustig.
Auf der anderen Seite — und das ist würde ich sagen war interessanter und ernster — ich habe missionarisch und auch mit Charity, NGOs gearbeitet. Ich war vor sechs Monaten mal in New York, und wir haben im Nachklang des Katrina-Desasters ausgeholfen. Und einfach du siehst auch — auch dort, was ich in den Philippinen war — einfach aufgrund dieser Arbeit viel auch kennengelernt, was machen andere Organisationen. Weil da war nicht nur eine — ganz viele Organisationen, und dann konntest du von Dorf zu Dorf gehen.
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Schule gemacht, und das ist rausgekommen, weil du quasi siehst — du siehst fünf Jahre später, zehn Jahre später, und kannst die Leute fragen: hey, was passiert? Und man hat festgestellt: diese ganze NGO- und Charity-Welt funktioniert lange nicht so gut, wie wir denken. Also, es gibt viele, viele Probleme. Irgendwo hinzugehen und Brunnen zu bauen ist nicht die Lösung des Problems. Ja, die Leute bauen den Brunnen ein, aber mit einem Motor in diesem Brunnen mit rein, damit du nur Wasser kriegst, wenn du Benzin hast. Oder irgendwo kriegst du da Benzin her? Also lauter Probleme, die einfach auftreten, die du dann merkst: okay, das macht überhaupt keinen Sinn, warum alles Geld verschwindet.
Und meine Frau hat noch viel mehr mitgearbeitet damit, während ich schon als Entwickler war. Und wir kamen beide so zu dem Schluss: die beste Arbeit, die du eigentlich machen kannst, ist selbst Geld zu verdienen und dann zu gucken, dass die Leute, die in ärmeren Umgebungen leben, einen Job kriegen — im Prinzip. Also, ich habe mir das damals überlegt, gerade wo ich da in den Philippinen war: das beste, was man machen könnte für die Stadt — jetzt nicht für die Eingeborenen, die waren happy — für die Stadt, die in der Nähe war, die außerhalb war: eigentlich, wenn du irgendwie Industrie aufbaust, sei es eine Tech-Industrie, sei es eine Production-Industrie, irgendwas, wo du einfach Geld in diese Gegend reinbringen kannst. Weil du weißt: du exportierst Kokosnüsse, oder du exportierst Mangos, oder du exportierst Know-how — irgendwas. Das ist das Beste, was du machen kannst. Und die NGOs und Charities schaffen das ganz oft nicht, weil
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aus interner Politik manchmal — schaffen es auch, aber einfach aus interner Politik, aus strukturellen Gründen. Was man dort handelt, ist einfach kein Profit. Und die schaffen es nicht, konsistente Änderungen in einer Region hinzukriegen.
Daher kommt diese Idee: okay, was ist die Endlösung dann letztendlich? Lass mich lernen, wie man als Unternehmer erfolgreich wird — und dann anderen Leuten zu helfen, die aus ihren Umständen nicht können.
Host: Nee, kann ich voll nachvollziehen. Woher kommt dieser intrinsische Gedanke, etwas Gutes tun zu wollen? Also, es klingt ja jetzt — ich meine, ich verstehe dich, du möchtest etwas Gutes tun. Und natürlich, um etwas Gutes zu tun, du musst erstmal die Möglichkeit haben, oder die finanziellen Mittel, Zeit, whatever — um das selbst tun zu können, um danach das irgendwie auch weitergeben zu können. Aber trotzdem: woher kommt das? Ich meine, jeder normale — okay, sorry, das war gesagt: nicht jeder „normale” — der Durchschnittsmensch denkt halt daran: okay, wie bringe ich jetzt meine Familie über die Runden? Man denkt sehr, sehr klein, maximal im familiären Raum vielleicht. Wenige Menschen haben das Denken: okay, ich kann mehr machen als das, was 99% der Menschen, die mich umgeben, tun. Also, du musst ja daran glauben, dass du mehr erreichen kannst als andere Leute, mit denen du zusammen zum Beispiel zur Schule gegangen bist, mit denen du zusammen gearbeitet hast. Woher kommt das?
Lukas: Ich hatte mal den Eindruck, dass es irgendwo in jedem Menschen liegt — weil sobald du irgendwo, meine in einem anderen Land warst lang genug, vor allem in einem nicht-europäischen Land, dann müssen die Sachen
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auffallen: warum geht es mir so gut, und dem so schlecht? Selbst wenn du einfach Sachen anguckst — wie Klimakatastrophe, Klimawandel — irgendwas muss getan werden. Das heißt, irgendwo habe ich das Gefühl, hat jeder diesen Gedanken: was kann man da tun? Wie kann man diese Situation verbessern?
Und in meiner Hinsicht: wenn du die Frage stellst, was kann ich da tun, dann musst du irgendeine Antwort haben. Kommentare unter YouTube-Videos schreiben kann keine Antwort sein, zum Beispiel. Irgendwas muss getan werden. Und ich glaube, das Leben — nicht mein Approach, aber du kannst sagen: okay, kann ich was politisch bewirken, oder kann ich was selber bewirken? Und ich denke: wenn du sagst, okay, wenn ich was selber bewirken könnte, dann müsste ich ja erstmal irgendwelche Mittel, oder einen gewissen Status, oder irgendwas erreichen. Um das zu erreichen, muss ich X tun. Um X zu tun, muss ich Y tun. Um Y zu tun, muss ich… Und dann musst du dir halt sagen: ja, wenn ich das erreichen will, dann muss ich jetzt anfangen.
Und das ist der Weg, mit dem ich anfange. Ob es am Ende erfolgreich ist? Vermutlich nicht. Ich weiß — wer weiß. Aber du hast trotzdem — auch wenn du jetzt sagst „vermutlich nicht” — du hast trotzdem mehr Selbstvertrauen als viele andere. Weil du machst das. Ich meine: wieso tut es jeder andere nicht? Wieso ist nicht jeder Aktivist? Und vor allem — wieso ist nicht jeder — weil dieses… ich habe es jetzt scherzhaft gesagt mit an die Straße kleben. Ich finde diesen ganzen passiven Aktivismus — also, ich kann das nicht nachvollziehen, weil im Endeffekt ist es einfach nur Leute, die keine Hobbys haben und versuchen, irgendwas — also, whatever. Ich möchte das auch nicht schlecht reden. Jeder, der sich in die Straße kleben möchte, darf sich in die
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Straße kleben. Aber ich sage schon: wenn du etwas in der Welt wirklich verändern willst, dann musst du aktiv etwas verändern. Du musst selbst ein Baustein davon sein — und nicht immer gegen etwas, und die etwas ausbremsen, und etwas, das funktioniert — ja.
Und dazu jetzt die Frage: also, erstens, weil ich finde es super cool, dass du das machst, und ich finde es cool, dass du auch dieses Denken hast. Aber trotzdem: hast du vielleicht irgendeine Antwort, woher das kommt, dass du da so ein Selbstvertrauen hast? Hat das einen religiösen Hintergrund eventuell?
Lukas: Bestimmt auch einen religiösen Hintergrund. Ich meine, mit dem Begriff: als Christ kommst du ja sehr schnell in die Region, wo du sagst: wie kann ich anderen helfen? Aber nicht nur, nicht nur — würde ich sagen. Ich würde mich heutzutage als sehr… nicht als sehr strengen Christen bezeichnen, aber dieser Gedanke ist trotzdem nicht weg.
Du hast gesagt: es gibt viele Leute, die gegen was sind, und ein Beispiel, das mir fällt: wenn man Politikern einfach zuguckt — was sagt ein Politiker? Und dann sagt er: oh, ich habe das erreicht. Zum Beispiel, gerade letztens habe ich das gelesen auf LinkedIn: Wir haben ein LNG-Terminal gebaut, relativ schnell in Deutschland, wegen der ganzen Gaskrise und so weiter. Ich hatte das super — genau das, was wir brauchen. Ich war — ein Titel, Daumen hoch. Und dann die Kommentare drunter waren: ja toll, aber warum lösen wir nicht das andere Problem? Warum nicht — es ist ja noch schlimmer für die Klimakrise!
Und ich denke mir dann: klar, die Probleme bestehen. Aber ich als Programmierer weiß: du kannst nicht alle Probleme gleichzeitig lösen. Sondern du guckst: welches ist das schwierigste? Und dann gehst du das zuerst an — oder halt das Wichtigste. Energie.
Und warum denken die meisten Leute nicht so? Ich habe keine Ahnung. Ich hätte gern, dass viele Leute so denken, aber anscheinend gibt es viele, die einfach nicht so weit denken können. Aber woran stört mich
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— nee, das schon. Also, es beantwortet zwar nicht, woher das kommt.
Host: Aber — also, ich frage mich aber, woher dieser Mut und diese Energie kommt.
Lukas: Ja, jetzt habe ich wieder — und ich glaube, das kommt vom Programmieren. Ich finde, wenn du lernst zu programmieren — vor allem, ich sag mal, vor zehn Jahren vielleicht, ich weiß ja, ob es heute immer noch so ist, aber wenn du so vor zehn Jahren programmieren gelernt hast, wie du wahrscheinlich auch — dann hast du diese Welt kennengelernt, wo du mit ein paar Aktionen etwas erschaffen kannst. Ja: ich schreibe meinen Code, und ich kann etwas erschaffen, das — ich weiß, es lebt nicht, aber was Eigenes tun kann, was Produktives tun kann. Und das hat mich fasziniert. Ich habe immer gedacht: das ist — bei ganz vielen Jobs hast du das nicht. Dass du mit sehr wenig Input sehr großen Output haben kannst, wie beim Programmieren. Oder eine Webseite online stellst, und tausende von Leuten könnten die benutzen. Dann einen Stuhl bauen — dann kann jemand drauf sitzen, also auch so, aber ich finde als Programmierer hast du diesen Sense: ich habe jetzt eine Sache gebaut, und ganz, ganz viele Leute können davon profitieren. Und diese Idee, von: wenn ich etwas mache, kann es auch etwas verändern — ich glaube, das kommt daher.
Host: Krass, deep — deep, aber cool! Ja, macht Sinn. Es ist auf jeden Fall sehr, sehr schön. Ich muss sagen, ich bin auch viel zu oft negativ. Ich habe es — dieser Podcast hier ist auch so teils Therapie für mich. Und ich fällt auch auf: ich bin viel zu häufig negativ, ich sollte viel öfter positiv denken und Sachen glauben. Obwohl ich trotzdem auch denke so — ich habe auch schon die verschiedensten Sachen gemacht. Ich hatte einen Online-Shop, ich war selbständig, ich hatte eine Firma, ich
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bin angestellt heute, zum Beispiel. Trotzdem mache ich jetzt noch einen Podcast und so. Also, hier an Mut und verrückten Ideen fehlt es nicht. Aber diesen positiven Aktivismus, den du hast — das finde ich sehr, sehr lobenswert, finde ich sehr, sehr cool, dass du das machst.
Lukas: Ich glaube, das ist ein bisschen was Deutsches. Eine Anekdote dazu: als ich von diesem Jahr in den Philippinen zurückgekommen bin — 20, 21 Jahre alt — ging ich in meiner Heimatstadt in der Nähe von Stuttgart so raus über die Straße zum Supermarkt, und ich habe die Leute intensiv gegrüßt auf der Straße. Einfach kennengelernt — das war so: ich war, das ist, wenn du ein Jahr in einem anderen Ort wohnst, würdest du einen Grünt. Also habe ich die Leute gegrüßt. Und jeder hat mich angeguckt als wäre ich aus einem anderen Planeten. Und dann halt ganz klar, ganz schnell habe ich das wieder verlernt.
Aber ich habe dann gemerkt: die Deutschen sind generell etwas — nicht trauriger, aber seriöser. Etwas seriöser, und beschweren sich gern. Das habe ich dann gemerkt, als ich meine Frau kennengelernt habe und auch die brasilianische Kultur: die Deutschen, die beschweren sich gern — und das drückt einen runter.
Okay, ich sage jetzt nicht: „be happy, und dann gehen alle deine Probleme weg.” Aber auch, wenn du einfach logisch diesem Ding folgst, dann musst du sagen: wenn ich mich über alles beschwere, kann ich sowieso nichts ändern. Am besten ist es, wenn du erstmal positiv bist, weil du hast einfach keine andere Chance. Entweder du bist depressiv — und das bringt einfach nichts, weißt du. Du musst positiv sein. Du kannst nicht sagen: oh, die Welt geht
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unter. Auch wenn sie untergeht — du musst sagen: es muss irgendwo eine Möglichkeit geben. Und ich denke, darauf kommt noch dieses: okay, wenn andere Leute es geschafft haben, eine Firma aufzubauen, dann — bin ich vielleicht nicht erfolgreich, vielleicht nicht, aber ich kann mir das mal ausprobieren.
Host: Ja, dann kommen wir mal — ich habe noch eine Sache gelesen. Und deswegen meinte ich: Stagetimer ist nicht das einzige Projekt, das du gerade hast. Du hast noch Dashmaster 2K, habe ich gesehen.
Lukas: Ja, ist das noch aktiv? Betreibst du das absolut?
Host: Was — während meiner Zeit, während der Zeit wo ich jetzt entwickelt habe, habe ich Leute kennengelernt aus dieser Industrie. Dann — einer davon, das sind auch Entwickler, haben ihre eigenen Tools. Mit einem davon habe ich diesen Dashmaster 2K angefangen. Wir haben uns zusammengesetzt und gesagt: hey, ich habe jetzt zwei Jahre in meinem eigenen Tool gearbeitet, er auch. Ich habe eigentlich keine Lust mehr auf — vorne lass uns was machen, lass uns was Cooles programmieren. Und die einzige Bedingung — die einzige Bedingung war: es muss Spaß machen. Gesagt: okay, wir bauen. Was machen wir? Okay — der Name: dann haben wir eine halbe Sekunde kurz erfunden, haben geguckt ob die Domain verfügbar ist, gleich gekauft.
Und da haben wir uns richtig reingelebt in diese 2000er-Wave-Look-and-Feel. Dann sagt es: da machen wir jetzt 100%.
Und es ist so eine Art virtuelles Dashboard, wo du in deinem Browserfenster einfach verschiedene Sachen anordnen kannst — sagst: hier möchte ich ein iFrame, hier möchte ich ein Bild, hier möchte ich einen QR-Code, hier möchte ich ein Video
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abspielen. Weil viele, viele Leute mich das gefragt haben bei Stagetimer: hey, wie kann ich den Timer zusammen mit dem Video haben, oder mit irgendeinem anderen Element? Und für einen Programmierer ganz einfach: machst du zwei nebeneinander. Aber für Leute, die halt nicht programmieren können, ist das eine Hürde.
Machen wir, wenn wir uns treffen, und sagen: okay, was Lustiges können wir heute Hinzufügen, was Cooles machen. Wir machen auch was Ernstes manchmal.
Host: Also, für wen ist das? Hat man sich das als Spaß gedacht, als stream zu streamen? Oder ist es für mich als Information gedacht, als für mich selbst?
Lukas: Als Information für dich selbst. Ich muss dazugeben: wir haben die Target Audience nicht genau identifiziert, das ist immer noch dabei. Das sollten wir eigentlich nicht machen, man muss erst eine Audience entfernen und dann das Produkt. Aber wie gesagt, in dem Fall war es Fun only, und wir gucken halt. Und wir hatten das gleiche Problem: wir haben gesagt, okay, jetzt machen wir eine Payment-Mauer dazu, guck mal, was passiert. Spaß. Aber auch cool.
Host: Stark. Gibt es noch mehr Sachen, die ich jetzt nicht gefunden, gesehen habe? Also, ich habe jetzt Stagetimer und Dashmaster 2K.
Lukas: Äh, ja, wir haben — ich habe noch ein anderes Projekt gemacht, das heißt Missing Links. Da ging es darum: wenn du neu bist auf einer Videoproduktion und du hast irgendein Link, und alle anderen brauchen den, aber alle anderen haben irgendwelche Rechner, die von der Firma zur Verfügung gestellt werden — und du kannst dich nicht überall einloggen, oder willst dich nicht überall einloggen. Dann haben wir so ein Art Secret-Information-Sharing-System — also du
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brauchst im Prinzip nur sechs Zahlen zu merken, und kannst auf die Webseite, kannst dich einloggen, und kannst fast alle Informationen — deine Links und deine Sachen, die du einfach brauchst für den heutigen Tag — verfügbar haben.
Host: Na, krass! Also, das ist so ein Video-Production ist seit Stagetimer so deine Nische?
Lukas: Ja, macht doch Sinn, oder? Ja, wir haben uns da kennengelernt und haben gesagt: jetzt kennen wir die Nische, jetzt können wir auch ein paar mehr Sachen dafür entwickeln.
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Host: Wie — also arbeitest du immer mit denselben Sprachen, demselben Stack? Musst du immer wieder was Neues dazulernen? Oder hast du irgendwie so einen Punkt, wo du sagst: okay, ich habe jetzt mein Framework, ich habe jetzt meine Sprachen, und da will ich bleiben? Oder störst du auch manchmal auf neue Probleme, wo du sagst: na ja gut, mit JavaScript wäre das jetzt vielleicht falsch — ich muss irgendwie nativ auf Android oder wo auch immer programmieren, da werde ich jetzt Java hernehmen?
Lukas: Ich glaube, wie die meisten Entwickler habe ich auch Shiny Object Syndrome, und wenn ich was Neues sehe, ist es immer gleich ausprobieren. Und dementsprechend haben alle meine Projekte einen leicht anderen Tech-Stack. Aber ich versuche mich relativ dazu zu zwingen, Sachen zu verwenden, die ich schon kenne. Zum Beispiel Node.js als Backend und Express — obwohl es objektiv bessere Frameworks gibt als Express. Aber ich dachte mir: Mann, du kennst das, keine Zeit.
Host: Ja, dieses Shiny Object Syndrome ist glaube ich — also, zumindest habe ich das Gefühl — im Frontend sehr präsent, im Backend sehe ich das weniger.
Lukas: Ja, cool, stark.
Host: Und du schreibst sehr viele Artikel auch. Du schreibst viele Artikel, du schreibst auch krasse Threads. Also, ich habe jetzt vor kurzem den, den du gestern oder vorgestern
geschrieben hattest über das, dass deine Server down waren, und wie du dann diesem Problem auf den Grund gegangen bist, dann wieder das rausgefunden hast. Und du schreibst das immer sehr interessant. Und — wo kommt die Zeit her, und wo kommt der — den Puls hierzu? Ist das ein bisschen Marketing? Also ist das Marketing, oder hast du wirklich den Drang, das loszuwerden?
Lukas: Ich würde sagen, ja, wahrscheinlich nicht. Also, die meisten aus unserer Nische sind eigentlich nicht auf Twitter, sondern diese Verbindung mache ich nur mit anderen Leuten, die auch Sachen bauen und einfach Entwickler, die Interesse haben.
Der Drang kommt, glaube ich, am ehesten daher: dass du als Unternehmer, vor allem gerade in meiner Situation — ich arbeite mit meiner Frau zusammen, aber wir haben noch unser Unternehmen, das sich groß genug ist, dass wir Leute einstellen können. Du bist einfach allein genug, dass du ein Ventil brauchst, oder mit anderen connecten möchtest. Und deswegen diese Threads und diese Information — ich dachte: hey, was Interessantes passiert, stell’s rein. Und ich habe mir auch ein bisschen eine Challenge gemacht. Ich habe mir gesagt: ich weiß nicht, ich weiß nicht, was ich schreibe. Ich bin kein Storyteller, ich bin kein Erzähler. Deswegen möchte ich das einfach tun, damit ich da Übung kriege. Und meine ersten Threads und meine ersten Artikel waren auch furchtbar und fürchterlich — wenn ich die heute lese. Mit Übung wird man Meister, und ich denke, in dem Fall ist das genauso.
Und ein bisschen kennengelernt, wie man Dinge schreibt, damit es auch interessant ist. Und praktiziere das. Und ich finde — schön, dass du die Threads magst. Vor allem: das wirkt auch nicht so, als müsstest du sie schreiben, weißt du? Manche — da merkst du richtig, die sind irgendwie aus der Nase gezogen worden, weil der mag jemand nicht schreiben, aber er weiß, dass er auf Twitter täglich irgendwas posten muss, oder er weiß, dass das Marketing ist. Und bei dir — dieses Gefühl nicht. Du hast dein Leben lang deine Zahnbürste falsch genutzt? Hier sind 15 Tipps!
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Host: Ja, cool, cool. Dein neuestes Hobby — wahrscheinlich, ich weiß nicht, vielleicht hast du seit gestern ein anderes — aber das, was ich zumindest gesehen habe, ist auch ein bisschen AI, oder? Viele Midjourney-Bilder hast du. Hast du auch andere Sachen ausprobiert? Also, erstens: wie kamst du drauf? Zweitens: warum Midjourney?
Lukas: Ich meine, es ist ja seit Jahren Thema. Und ich glaube, es hat ja auch seinen Hype-Cycle. Weil ich habe auch so mit AI rumgespielt — ich habe auch meine Arbeit drüber eingeschrieben an der Uni. Und ich war sehr begeistert, als GPT-3 rauskam, weil ich fand es sehr, sehr faszinierend. Habe mir dann Beta-Zugang geholt. Ich meine, mittlerweile gibt es ChatGPT — das ist auch big deal — und habe auch diese Image-Geschichte verfolgt. Ich weiß — DALL-E und Stable Diffusion — dann DALL-E kam mir irgendwie Anfang 2022 raus.
Ich finde: Midjourney hat mittlerweile diesen Charakter, dass du wirklich was Gutes erstellen kannst — mit relativ wenigen Worten, um einen sehr guten Output zu kriegen. Und mich fasziniert das. Und ich finde: es gibt Leute, die sagen, es stiehlt alle Werke, alles ist schlechter, und es ist sowieso das Schlechteste, was passieren kann. Da gibt es definitiv legitime Punkte. Und dann gibt’s die anderen, die sagen: Zukunft! Und ich denke mir eher so: er ist ein Werkzeug. Also: verstehe es jetzt, und verstehe, was die Schwächen sind, was die Stärken sind. Weil viele Leute, die dagegen sind, wissen nicht, welche Schwächen es hat.
Host: Ja, da werden wir wieder bei dem positiv-negativ-Denken — genau. Es gibt Leute, die beschweren sich immer über neue Sachen und versuchen immer das
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Schlechte in allem zu sehen. Aber man kann sich auch einfach zunutze machen.
Lukas: Ja! Ich sehe es ein bisschen wie die Waschmaschine. Als die Waschmaschine erfunden wurde, hat du relativ viel Zeit — die fürs manuelle Waschen — ich habe das neu gewaschen, ich weiß, wie viel Zeit das manuelle Waschen kostet — drauf verwendet. Ist jetzt frei. Was hat der Mensch gemacht? Er hat öfter gewaschen. Deswegen haben wir jetzt viel sauberere Kleider als vor 20 Jahren. Aber gleichzeitig haben wir auch mehr Zeit geschenkt bekommen.
Und ich glaube, das gleiche wird passieren mit AI. Klar, es sind Jobwechsel, es sind Jobs weg, Leute müssen umlernen. Aber es gibt dann — der Artist heute, der etwas erstellt, ist halt morgen derjenige, der dann lernt, eine AI zu verwenden, und das zusammen zu machen. Und ich denke: bei allen Maschinen hast du immer die 80/20-Regel — immer 80% kann die Maschine machen, und dann 20% brauchst du eine Person. Das ist fast unmöglich, einen Menschen 100% zu ersetzen. Selbst bei der Maschine — denk an das Auto, denk an die Waschmaschine, oder andere Industrieanlagen: brauchst immer Leute mit dabei.
Host: Ja, das gleiche wird passieren. Ja, absolut. Also, das hat man — ich finde, als Programmierer hat man das bei Copilot ganz gut gesehen. Das war gut für simple Operationen. Hat das nahezu perfekt funktioniert. Also, ich habe es jetzt im JavaScript-Umfeld getestet. Und da waren so Sachen wie: wenn du mal ein for-Loop schreiben musstest, irgendwo Sachen durchiterieren, Standardoperationen machen, die eigentlich nur Schreibarbeit sind, wo man sowieso immer keinen Bock drauf hat, weil das ist immer das Gleiche. Und jedes Mal wirst du: wie genau war die Syntax, dann muss man dann wieder nachgucken. Genau solche Sachen.
Aber eigentlich so die Idee: wie kommst du dahin? Und deshalb
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trotzdem immer noch ein Operator gebraucht. Und ja, bin ich voll bei dir. Ich glaube, Kreativität wird sowieso, glaube ich, sehr, sehr wichtig werden.
Als Programmierer — ganz gutes Beispiel, ich war: du musst einfach die Prinzipien des Programmierens kennen. Das sind halt — ich kann sie nicht aufzählen, aber diese Sachen, wo du weißt: okay, wenn wir so programmieren, dann haben wir in zwei Jahren das Problem, und wenn wir so programmieren, haben wir in zwei Jahren jenes Problem — welches Problem ist weniger schlimm? Das kann AI eigentlich nicht machen, zumindest noch nicht. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir diese Skills entwickeln. Und in jedem Fall, als Künstler, als Schreiber: diese Skills — wann ist eine Story gut? Was muss die Story haben, damit sie gut ist? Und dann können wir die einfache Schreibarbeit und Malerarbeiten von AI erledigen lassen.
Host: Ja, absolut. Ich finde — mit Midjourney habe ich noch nicht ausprobiert. Ich spiele ganz gerne mit Stable Diffusion. Und bei Stable Diffusion, halt Open Source — das heißt, man kann auf Basis von Stable Diffusion noch seine eigenen Modelle dazu trainieren. Und das fand ich sehr beeindruckend. Ich habe mir vor kurzem das installiert. Habe auf — wie heißt das — Hugging Face, glaube ich — egal, da habe ich auf jeden Fall ein eigenes Modell trainiert. Und das finde ich ziemlich cool. Sehr spannend. Diese Prompts nerven zwar — wie detailliert du mit Stable Diffusion reden musst — aber die Ergebnisse sind auch natürlich nicht so High-Level wie bei Midjourney. Ich fand es einfach sehr spannend, dass man da seinen eigenen Content mit reinbringen konnte. Das war ganz cool.
Lukas: Ja, und das zu beobachten ist faszinierend, was passiert. Ja, absolut. Mit Midjourney — sofern ich das jetzt
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mitbekommen habe — läuft das nur in Anführungszeichen in Discord. Oder, anscheinend gibt es eine Beta-API, aber ich habe keine extra drauf. Also Discord, alles manuell.
Host: Cool. Ja, ich bin sehr gespannt auf deine Journey. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Vielleicht können wir einfach mal in zwei Jahren noch mal sprechen, und dann kannst du mal erzählen, wie die Journey läuft, ob das nach Plan läuft, obwohl du gerade reist, und was du gerade machst.
Ich habe jetzt noch zum Abschluss ein paar Blitzfragen vorbereitet — ganz einfache Fragen. Du kannst sie gerne ausführlich beantworten, wichtig ist, dass sie halt aus dem Bauch kommen. Dann legen wir mal los.
Smartwatch oder Dumb Watch?
Lukas: Ich habe eine Smartwatch seit ein paar Monaten, aber nur weil ich meine Schritte zählen will und ein bisschen Fitness-Infos haben möchte, weil ich gerne ein bisschen abnehmen möchte. Ansonsten: no opinion.
Host: Alles klar. Aber ist das jetzt so ein Fitness-Tracker, oder ist das eine Smartwatch, mit der du auch Nachrichten schickst und Kalender?
Lukas: Äh, ja — relativ simple, okay, okay.
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Host: Ja, keine — Dark Mode oder Light Mode?
Lukas: Dark Mode. Ich mag es auch, in dunklen Räumen zu sitzen. Meine Frau gar nicht — ich glaube, das hat was damit zu tun: sie sagt immer, ich habe blaue Augen, und wenn es hell ist draußen, muss ich meine Augen zusammenpressen. Und meine Frau hat dunkle Augen aus Brasilien — für sie muss es hell sein.
Host: Okay, ja. Ich dachte bei dir ist das Light Mode, weil jetzt wo du gerade im sonnigen Thailand sitzt, hast du bestimmt Kontrast-Probleme und musst die Helligkeit voll aufdrehen.
Lukas: Hier ist was Interessantes, das ich beobachtet habe: die Deutschen, die gehen raus, wenn die Sonne scheint. Und die Asiaten hier, die Philippiner so — die gehen rein, wenn die Sonne scheint. Die arbeiten draußen morgens und abends, und dann während der Mittagshitze geht man ins Haus, in den Schatten. Aber die haben auch viel mehr davon — das ist irgendwann irgendwas, die ganze Zeit — dann weiß man es nicht mehr zu schätzen.
Host: Wasser mit oder ohne Kohlensäure?
Lukas: Weder noch. Ich trinke fast nur Wasser ohne Kohlensäure.
Host: Krass, das ist gesund.
Die Frage — also, ich stelle denselben Set an Fragen jedem Gast, ein bisschen modifiziert, aber mehr oder weniger. Und hier habe ich eine Frage, die auf dich jetzt nicht so sehr passt, aber trotzdem: Würdest du eher ein spannenderes Projekt angehen, von dem du begeistert bist, oder würdest du eher ein Projekt wählen —
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sagen wir mal, dir fallen zwei Projekte gleichzeitig ein. Du wirst jetzt ein Projekt anfangen. Würdest du eher das Projekt nehmen, von dem du denkst: hey, das ist super spannend, da kann ich vielleicht was lernen, aber es interessiert keinen Menschen außer mich — oder würdest du eher das Projekt nehmen, das vielleicht nicht so spannend ist, vielleicht hast du sowas ähnliches schon mal gemacht, aber du weißt, das wird Geld abwerfen?
Lukas: Ich glaube, das ist kein Oder. Aus eigener Erfahrung kann ich sprechen: sobald du User hast und Leute dafür bezahlen, ist es immer spannend — weil Einsätze dabei sind, und es wird interessant, und es kommen Anfragen, die du nicht erwartet hast. Also ist es 100% interessant. Deswegen denke ich: du musst dich eigentlich nicht entscheiden. Das Wichtige ist, dass dich das Projekt, das Thema an sich interessiert.
Host: Okay, das heißt, aber der Prozess — wenn du Stakeholder hast, also dieses Numbers-Game — findest du das schon interessant genug, um daran zu arbeiten?
Lukas: Ja, solange du ein Projekt hast, das dich interessiert, wird es immer interessant sein. Wenn du zahlende Leute hast, wenn du mal Boring Refactoring machen musst, oder wenn du neue Technologie ausprobieren musst — ja, auf jeden Fall. Weil das andere ist auch toll, aber dann irgendwann, wenn jemand daran interessiert ist außer du — du bist damit allein, dann bleibt es auch irgendwann liegen.
Host: Das ist wiederum — nicht etwas was ich… Du machst gerade eine Weltreise, ja. Von daher: ob du jetzt ein Projekt oder Freizeit — würde sich bei dir übrigens so vermischen, weil du hast ein Workholiday genommen quasi. Von daher —
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Lukas: Ja, das ist eine schlechte Oder-Frage. In meiner Ansicht ist es am besten, wenn du das vermischen kannst. Leute sagen: was, du arbeitest dann in deiner Freizeit? Oder: du arbeitest in deinem Urlaub? Ich mag das gar nicht — zwei Wochen Urlaub zu nehmen und dann wieder Arbeit zu machen. Weil: entweder liebst du deine Arbeit, oder du liebst sie nicht. Und wenn du sie liebst, dann arbeitest du gerne. Eigentlich gerne mehr machen möchtest. Weil ich mache lieber: ich arbeite, und wenn ich mich müde werde, dann nehme ich meinen Tag frei und zwei Tage frei, und dann arbeite ich wieder.
Host: Wie machst du das eigentlich so, jetzt wenn du unterwegs bist? Hast du feste Arbeitszeiten? Also wie motivierst du dich dazu, dass du sagst: okay, jetzt — um Tagesrhythmus zu haben? Weil du bist ja von niemandem abhängig. Du hast deine Projekte — stimmt das richtig, dass deine Projekte Stagetimer und Dashmaster dein Leben aktuell finanzieren?
Lukas: Ja, oder — ja. Seitdem, wir haben vorher hier ein bisschen gesprochen: seitdem das Projekt beendet wurde, und meine Frau mich gefragt hat — hey, jetzt machen wir Vollzeit Stagetimer. Seitdem.
Host: Zeit sind also die — das Leben und die Motivation genug? Oder hast du irgendwie einen Daily Cadence, wo du sagst: okay, von dann bis dann arbeite ich?
Lukas: Ja, natürlich — Geld ist eine riesige Motivation! Nee, ich habe kein Daily Schedule. Was wir generell machen: wir morgens sehr ruhig angehen, dann anfangen zu arbeiten, eher gegen Nachmittag arbeiten. Und wir haben uns angewöhnt, zweimal pro Tag zu essen anstelle von dreimal — das spart Zeit. Und irgendwie: eine Weile gemacht, hat sich komfortabel eingelebt. Relativ schönes, gutes Frühstück, und dann so gegen 17 Uhr essen wir Lunch-slash-Dinner. Und das Schöne dabei ist: zu der Zeit, wo wir dann
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essen, ist niemand anders da. Das heißt, die Restaurants — solange sie offen haben — in Deutschland werden sie dann einfach zu, oder in Europa.
Host: Hast du Nacken- oder Rückenprobleme?
Lukas: Ich habe kein Problem im Nacken, sondern eher im Rücken. Deswegen ist okay.
Host: Hast du Vim-Erfahrung?
Lukas: Ganz wenig. Ich habe es programmiert, aber nicht viel Erfahrung.
Host: Was sind denn deine Top-Sprachen? Wahrscheinlich JavaScript oder so?
Lukas: Angefangen — ja, ich bin PHP-Programmierer. Aber mittlerweile — also ich und auch den Leuten zum, zum Grillen mache ich — Vanilla JavaScript. Wieso hast du TypeScript probiert?
Host: Ja, habe ich — zu viel, zu viel mit dem Thema. Beides, weil das einfach diese Typen praktisch sind, und du hast Interfaces und so — das vermisst man schon. Aber wenn du alleine arbeitest, bin ich aber schnell unterwegs. Auch im Backend — da haben wir wieder deinen Mut: nicht das Non-plus-ultra. Ich habe einige Probleme wegen dieser Entscheidung, aber es ist am Ende schneller gewesen, und ist immer noch schneller. Und deswegen die Entscheidung.
Host: Cool, stark. Dann danke dir vielmals, das war’s schon!
Lukas: Ja, cool, hat mich sehr, sehr gefreut. Wie gesagt, vielleicht — hoffentlich hören wir
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uns dann Zeit X wieder, und dann kannst du mir erzählen, wie es läuft. Ich fand das super spannend, alles klar. Ja, cool —
Lukas: Dass man Podcast aufbaut — ich bin gespannt, wie das in zwei Jahren aussieht.
Host: Da bin ich auch gespannt! Ich bin immer sehr interessiert daran, Sachen zu starten und auszuprobieren und zu gucken, wie sie laufen. Weil ich lerne gerne Sachen kennen, wie sie funktionieren — so von innen. Und sobald ich das rausgefunden habe, langweilt mich das wieder, und ich lass es fallen. Das ist eher mein Problem. Von daher: ich bin auch gespannt selber. Und wenn es irgendwann langweilig wird, dann füge ich ein paar andere Sachen mit hinzu, oder mache mal Offline-Shows oder so.
Lukas: Ja, das müsst ihr sowieso eingehen!