Transkript: Founder Talks: Lukas Hermann von stagetimer.io

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Host: [00:02] Guten Abend zusammen, wir sind hier live bei Minimal Empires, happy bootstrapping mit dem Lukas zusammen, und freuen uns schon, hier oder mit euch jetzt hier einen entspannten Abend zu haben. Wir machen das wieder so: Ihr könnt gerne Fragen in den Chat droppen während dem Gespräch oder auch zwischendrin, wenn es passt, unterbreche ich, der Lukas haut sich hier nicht rein, dann unterbreche ich einfach. Aber ihr könnt euch auch gerne über den Call-in-Link einwählen. So, deutsche Sprache, schwere Sprache, genau so funktioniert das Ganze. Ich habe diesmal keine Präsentation für die nächsten Termine, aber ihr könnt ja im Minimal Empires Discord sehen: Und zwar haben wir heute Lukas da, da freuen wir uns schon sehr drauf. Dann haben wir am 4. Dezember den nächsten Termin mit dem Ben und “Roast your business” und seiner Octolens-App, und dann haben wir Minimal Empires mit dem Florian am 17. Dezember, da gab’s eine Verschiebung auf seinen Bitten um eine Woche. So, ja, wir haben jetzt hier, ja, die Zahl klettert noch, aber ich würde sagen, wir nehmen’s auch auf, und dann legen wir direkt los, würde ich sagen. Sumit, möchtest du noch was sagen?

Sumit: Ich sage natürlich herzlich willkommen an Lukas vor allem und natürlich alle, die live zuschauen. Ich würd noch mal kurz einen Tweet raushauen, und ja, ich bin noch auf der Insel und ich habe wahrscheinlich wieder Internetprobleme, sagen wir so. In der Zeit in Achtele habe ich mir rausgelassen, ich hoffe ihr auch, und dann genießen wir mal die Vorstellung von Lukas, ich freue mich sehr drauf.

Host: Ja, soll ich loslegen? Erzähl doch mal, wer bist du, was machst du, für die, die dich nicht kennen — meine übliche Podcast-Frage. Aber du hast ja [02:02] auch ein bisschen was vorbereitet, glaube ich.

Lukas: Ich habe ein bisschen was vorbereitet, ich hab es nicht übertrieben. Du hast mir in der Mail geschrieben so 30 Minuten, gucken mal, ob wir das gefüllt kriegen, und ich habe ein paar Themen, aber da kannst du auch ein bisschen dann lenken, wenn es sein muss.

Host: Ne, selbstverständlich.

Lukas: Soll ich mal einen Screen sharen? Ich habe ein paar Screenshots und so, die vielleicht ganz interessant sind, dann kann ich das — da kann man was sehen? Ich habe das extra vorher noch ausprobiert, dass ich meinen Browser neu starten muss wegen Permissions, so komm vorbereitet. Sieht man’s? Sieht gut aus, okay. Ja, so, ich bin Lukas Hermann, ich bin hier aus Deutschland, aus Stuttgart, Stuttgarter Indie Hacker und Bootstrapper. Wir haben ja auch mittlerweile schon eine kleine Community, die wir aufbauen, damit wir so ein paar Leute zusammenkriegen hier im Kreis, weil Deutschland da generell so bootstrappingmäßig immer ein bisschen unterbedient ist, habe ich immer das Gefühl. Ja, und ich bin der Ersteller von stagetimer.io und noch einem anderen Tool, das heißt Rundown Studio, über das werde ich heute nicht so viel reden, das ist relativ jung. Stagetimer ist schon drei Jahre alt, und wir sind mittlerweile auch relativ komfortabel über, weit über 10.000 Dollar, Euro sogar, monatliches Revenue. Ich bin auch fulltime seit zwei Jahren dabei. Und in der Zeit sind natürlich ein paar interessante Sachen passiert, und ich verstehe, das in der Community ist interessant: Wie habe ich die Firma aufgebaut? Deswegen habe ich einfach mal ein paar Themen rausgesucht. Einmal stell ich es kurz vor, nicht wahr, was es ist, damit jeder weiß, und dann ein bisschen über — die Frage [04:02] mal: Wie kriegt man seinen ersten Kunden? Ich finde es ein bisschen ausgelatscht, aber ich kann es gerne erwähnen, ich gehe ein bisschen drauf ein. Auf Marketing, weil ich das immer ganz interessant finde, weil man immer denkt, okay, wie kriegst du, nicht wahr, wie kriegst du die Leute auf deine Webseite, und was hast du da gemacht? Ich kann auch ein bisschen drüber reden, was nicht geklappt hat, finde ich auch ganz interessant. Und dann auch ein bisschen, wie wir unsere Entwicklung weitertreiben. Ich habe zwei Themen aufgeschrieben: Einmal ist es, ich hatte letzten, vor zwei, drei Wochen ein Purchasing Offer, also ein Acquisition Offer auf dem Tisch für über 500.000 Dollar, ich habe am Ende abgelehnt, aber ganz interessant, so dieses Denken, was dahinter passiert ist, und der Prozess, und wie das alles involviert ist, kann ich drüber reden, wenn du möchtest. Und ich habe einige Artikel geschrieben über diese Sache, wie man in Deutschland überhaupt bootstrappt, wie man überhaupt seine Firma aufbaut. Ich weiß aber, dass der Sumit sowieso da viel drüber redet, mit seinem Hintergrund, deswegen dachte ich mir, vielleicht nicht ganz so interessant, weil ihr da schon eine gute Basis habt.

Host: Aber immer interessant, sowas ist immer interessant, können wir dann gerne noch reingehen.

Lukas: Also, Stagetimer am besten erklärt eigentlich mit so einem Bild: Das war gestern oder vorgestern in London, YC irgendwas, Startup Founder School mit Paul Graham, und der schaut auf meinen Timer, der da oben hängt. Also, das ist, man kann ich den Raum dann vorstellen, da ist dann hier irgendwo so ein Bildschirm, und dann kann man sehen, ja, ich habe 20 Minuten zum Reden, und da ist sogar mein Logo, also nicht gefaked. Das ist ein ganz schönes Bild, wo man es auch sehen kann, das ist von Amsterdam Drag Bingo, und hier ist jemand auf der Bühne, nicht wahr, und da ist ein Bildschirm, da wird unser Timer angezeigt, zeigt ganz genau, wie viel Zeit hast du noch, und da kann man noch unter Umständen [06:03] auch Nachrichten mit anzeigen lassen, sagen “Hey, halt mal dein Mikrofon näher ran” oder “Komm mal bitte zum Ende” oder “Hier ist eine Frage im Publikum”. Sehr, sehr nützlich für Live Events, Broadcasting und diese Umgebung. Und ich dachte mir, du hast gemeint 30 Minuten, ich schau mal, wie wir dahinkommen, ich kann es einfach mal vorführen und habe so meinen eigenen Timer vorbereitet, das könnt ihr jetzt einfach sehen, wie das runtertickt.

Host: Ich finde es schon extrem nice, dass es so aussieht wie in diesen TV-Shows, also das Design, dass du das so gemacht hast, schon epic, geil.

Lukas: Ja, drei Jahre Arbeit, dann hoffentlich gut am Ende. So, wir haben angefangen vor drei Jahren, das war ja November 2020 oder 2021, bin nicht ganz sicher, während Corona, also vor drei Jahren, kurz zurückrechnen. Und ich war damals bei einem Freund, saß der, der hat so ein Studio, wo er so Aufnahmen gemacht hat, und ich saß da drin, hat mich eingeladen, ich habe aber an was Eigenem gearbeitet, und er hatte halt alles so ein richtig cooles Setup, ne, mit Kameras und Licht und Greenscreen und allem, und hat alles dann hier mit seinem Ding remote control und Kamera geswitcht und so. Außer für den Countdown, da musst du aufspringen, in den anderen Raum rennen und auf so einen alten Laptop draufklicken, ne, und kam wieder zurück, hat sich hingesetzt. Und ich dachte mir, da gibt’s doch bestimmt eine bessere Option, also hallo, es kann doch bestimmt irgendeine Option geben, wo ich hier auf dem Laptop auf Start drücke und dann da drüben geht der Timer los. Und habe dann online gesucht, guckt her, kann ich da was finden, und habe, sag mal, in meiner 10-Minuten-Recherche da nichts gefunden. Und mit dem Hintergrund, den ich habe als Entwickler — ich war Cloud Engineering, Webdesign — dachte ich mir, hey, das ist doch so einfach, das schreibe ich [08:05] in dem Wochenende runter. Habe ich mich hingesetzt, hab das geschrieben. Muss dazu sagen, ich war damals angestellt bei dem Startup hier in Stuttgart, heißt Laserhub, habe ich eh schon so ein bisschen umgeguckt, hey, ich möchte gerne eigentlich ein eigenes Produkt. Ne, wer von euch das kennt, wer schon mal freelanced hat — wir alle haben irgendwo mal das ausprobiert mit Freelancen, und man merkt irgendwann, kommt man an seine Grenzen, weil man seine Zeit immer verkauft, und du kannst halt immer nur so viel von einer Zeit verkaufen, und irgendwann möchten wir eigentlich seine Zeit von dem Einkommen trennen, und es geht nur, wenn man ein Produkt hat. Das wollte ich eigentlich gerne machen, habe schon eine lange Liste angelegt mit lauter Ideen, lauter Ideen, und dann habe ich das Problem gesehen, und es war überhaupt nicht auf meiner Liste. Alles, was ich gedacht habe, war so typisch wie die Programmiererprobleme, die man hat, und das ist halt so komplett außerhalb von unserer Bubble, von unserer Welt als Programmierer oder Marketing oder so. Interessant, super einfache Lösung, und das mache ich jetzt mal als Test, nicht wahr, das ist mal mein erstes Produkt. Ich habe nicht erwartet, dass es jemals Geld einnimmt, um ehrlich zu sein, wer zahlt Geld für einen Countdown-Timer? Ich dachte, es ist eine schöne Trainingsplattform, um einfach mal so ein richtiges Produkt von A bis Z zu bauen, mit User Integration, Authentication und Landing Page und Dashboard und so weiter und so fort. Habe ich das gemacht und habe mir gedacht, was machst du damit jetzt, ne, jetzt hast du es fertig gebaut, und dann kommt so als First Time Founder kommen wir dann immer an diese Frage: Moment mal, wie kriege ich jetzt hier meine Eyeballs, ne, wie kriege ich jetzt meine Leute, die auf das Produkt draufschauen und es mal benutzen? Und ich habe es einfach kostenlos online gestellt, ne, ich habe ja ein Bild — ich komme noch mal zurück, aber ich habe ja irgendwo noch ein Bild davon, oder nicht? Ich dachte, ich habe hier eins reinkopiert, ah nee, aber ich kann kurz unser Blog [10:08] öffnen, seht ihr’s? Ja, weil meine Frau da mal einen ganz schönen Artikel drüber geschrieben hat, und da ist ein Bild von unseren Anfängen. Ja, das war so die Version Zero, und ich habe wirklich das in dem Wochenende runtergeschrieben und dann mir in fünf Minuten überlegt, welche Domain kaufe ich mir, stagetimer macht Sinn, ist frei, zack, gekauft. Und dann, so war das, nicht wahr, du gehst auf die Seite, so hat es ausgeschaut, komplett kostenlos, weil es muss ja wirklich nur, du musst auf Start drücken und es muss eine Zeit losgehen. Und dann dachte ich mir, ja, was machst du jetzt damit? Und das ist eine Frage, die dann viele haben, ne. Und ich habe gesagt, schauen wir doch mal — ich meine, natürlich der Kollege, mit dem ich da gearbeitet habe, dem habe ich es natürlich gezeigt. Ich dachte, hey, schau mal, ob ich irgendwo eine Community finde, die mit diesen Video-Aufnahmen und so Sachen überhaupt zu tun hat, weil Twitter kam irgendwie nicht in Frage, weil ich dachte, ich kenne gar keine Leute auf Twitter, die das überhaupt machen, ne. Das ist so ein bisschen so ein B2B-Problem, wenn man nicht in der gleichen Bubble baut, wo man selber ist, wenn man nicht als Programmierer baut oder als Marketer für Marketing-Leute — wo sind denn die überhaupt, wo hängen die überhaupt rum? Habe ich tatsächlich, hat fast länger gedauert als die Landing Page zu machen, habe ich geguckt, wo hängen solche Leute überhaupt ab, ne, was für eine Sprache verwenden die, nach welchen Keywords suche ich hier überhaupt? Und habe dann so ein Reddit-Mapping-Tool gefunden, wo du quasi ein Keyword eingeben kannst und es zeigt dann die lauter Subreddits, die damit irgendwie zusammenhängen. Und da habe ich dieses Subreddit hier gefunden, CommercialAV, okay, AV, Audio Video, sieht schon irgendwie so aus, und ich habe mal die anderen Sachen durchgelesen, habe ich gedacht, da poste ich jetzt auf Reddit. [12:08] Posten ist nicht immer ganz einfach mit dem Produkt, weil du halt immer gleich so als spammy und markig rüberkommst, deswegen dachte ich mir, ich schreibe einfach mal einen Post mit “Hey, ich habe was gebaut, gib mir mal Feedback”. Das ist tatsächlich jetzt der, sechs Monate später, aber der Original ist hier verlinkt, also der Post war einfach “Hey, ich habe was gebaut, gib mir mal Feedback, ist es gut, ist es nützlich für euch?” Und von da habe ich tatsächlich dann so 30, 40 Antworten gekriegt, was relativ gut ist, ist kein großer Subreddit, sind, sieh, 25.000 Members, aber die Leute waren super hilfreich, haben gesagt, hey, hier gibt’s noch andere Subreddits im gleichen Bereich, poste mal da auch noch, und es ist echt nützlich. Und dann kamen schon die Anfragen, oh, wenn das noch, könnte das, könnte das gut sein, habe ich mir alles aufgehoben. Und was für mich interessant war, deswegen erwähne ich auch diesen einen Reddit-Post, den ich da am Anfang gemacht habe, ist, dass die Leute nicht nur einmal kurz auf meine Webseite geguckt haben, was vielleicht oft der Fall ist, wenn man so mal auf Product Hunt launcht, ne. Das ist sehr, sehr beliebt für neue Founder, Launch of Product Hunt, verspricht sich viel Traffic, kriegt auch, sag mal, viel Traffic, wenn man es gut macht, aber das tendiert dann dazu, der Traffic zu sein, der halt danach wieder stirbt, und da hast du nichts mehr davon. Und das hier war richtig, die sind dann wieder gekommen, ne, die kamen und dann sind sie wieder gekommen, ich habe da gesehen, oh, da kommen die Leute wieder auf meine Seite und sie benutzen das und geben mir Feedback oder schreiben mir sogar eine E-Mail. Und deswegen habe ich gedacht, hey, da lohnt sich jetzt ein bisschen mehr Zeit noch reinzustecken. Also aus diesem einen Wochenende wurden dann, man sieht hier schon, sechs Monate, sechs Monate später habe ich dann ein paar Features noch hinzugefügt, ich hatte natürlich noch Vollzeit gearbeitet, deswegen war ich immer nur abends, deswegen hat es so ewig gedauert. Habe ich so einen Folge-Post auf Reddit gemacht, habe ich mich noch getraut, gedacht, das geht gerade noch nicht als Spam, ich war einmal noch [14:08] mal “Hey, hier, ich habe das gemacht, ihr habt mir da geholfen, schaut euch das noch mal an”, und von da sind wir eigentlich organisch gewachsen. Wir haben diesen initialen Momentum mitgenommen und haben dann auf unserer Seite einfach ganz klassisch Content Marketing gemacht. Ich habe ja auch meine Search Results von den letzten 12 Monaten, dass man ein bisschen sieht, einfach was für Nummern wir haben — ich finde es immer ganz interessant einfach zu sehen, was für Zahlen haben andere Leute, die eine Website haben, die sie groß machen. Und man sieht hier so, also jetzt so um die Zeit rum haben wir so täglich 1000 Klicks organisch von Google, und für uns super, ja, ist echt gut, wir sind nur eine sehr, sehr kleine Nische, ich meine, Countdown-Timer für Events ist schon sehr nischig, von daher echt gute Zahlen. Als wir am Anfang angefangen haben mit diesem Content Marketing, kamen wir ein bisschen auf das Problem, dass die Keywords nicht richtig groß waren, ne. Wenn man jetzt ein Marketing House und Marketing Agency engagiert — haben wir auch gemacht — und die gucken sich dann deine Keywords an, erstmal gibt’s keinen schiefen Competitor von uns, alle anderen Firmen, die mehr oder weniger in diesem Space sind, die machen alle furchtbares Search Engine, also SEO, ganz furchtbar, also kann man sich nichts abgucken. Haben wir geguckt, okay, was für Keywords kommen da ungefähr vor, und die Volumes sind sehr, sehr low, also gehst du in dieses Tool, gibt’s ja auch von Google, oder gehst auf Ahrefs und schaust dir an, welche Keywords haben welche Volumes, und das sind halt irgendwie 100 Klicks pro Monat, und das ist nicht sehr attraktiv normalerweise. Aber auf der anderen Seite waren die alle frei, weil da hatten wir keine Konkurrenz drauf. Gedacht, komm, wir probieren es aus, auf diese Low-Volume-Keywords Artikel und [16:10] Dokumentationsseiten zu schreiben, und das hat wirklich wirklich gut funktioniert, das sieht man. Ich weiß nicht genau, was hier eigentlich passiert ist, in diesem Bereich oder hier, das kann sein, dass es irgendwie Ostern war oder so, keine Ahnung, aber ansonsten ist es relativ konstant. Man sieht immer die Wochenenden und die klassische jährliche Sommerpause, im Herbst ist viel aktiv und dann früher was Aktives. Also, das bringt uns die meisten Benutzer, diese Arbeit reinzustecken in das Content Marketing hat sich da wirklich gelohnt. Und was wir wirklich sehen, ist, dass die meisten Leute kommen über technische Artikel, und ich glaube, das ist auch so ein B2B-Ding. Weil — wie weiß man, wie die Leute am Ende zu deinem Purchase kommen? Wir haben halt irgendwann mal einfach Leute gefragt in Calls, hey, wie hast du uns überhaupt gefunden, und ganz oft haben wir die Antwort gekriegt, ja, wir haben nach einem ganz spezifischen Problem gesucht, ne, wie kriege ich eine Countdown Clock in OBS zum Beispiel — OBS ist eine Streaming-Software — geben die auf Google ein, und da hatten wir einen Artikel dazu oder eine Dokumentationsseite, kommen dann darüber auf unser Produkt, und dann ist die Kaufentscheidung sehr, sehr, sag mal, schnell, fast. Also Leute, die da über diese, sag mal, qualitativen Suchen kommen, da haben wir eine richtig hohe Conversion Rate. Im Gegensatz dazu, wir haben auch andere Sachen ausprobiert, eins ist Programmatic SEO. Wer das schon mal gemacht hat: Du hast eine Datenbank oder so eine Art Ansammlung von Keywords, in unserem Fall ist es — ich kann sogar kurz demonstrieren — hier unten ist es ein 10-Minute-Timer, da steht dann hier oben “10 minutes” mit drin, und wenn ich hier das ändere auf 11 minutes, dann kriegt man halt einen [18:11] 11-minutes-Timer. Also das ist mein Programmatic SEO, habe ich halt mal Google mit irgendwie 5000 Links geflutet, die alle funktioniert haben. Das hat vielleicht ganz gut hingehauen, vor allem mit Impressions, wenn ich noch zurückgehe, man sieht ja, die Impressions sind echt hoch. Haben aber gemerkt, dass darüber kriegen wir eigentlich fast keine Purchases, weil die Leute, die da kommen, die nicht so richtig mit unserem Produkt überlappen. Was wir auch probiert haben, sind ganz klassisch so Agencies, die der Artikel schreiben, da haben wir auch ein paar echt gute bekommen, wo so richtige Catch-Keywords mit drin sind, und teilweise auch, wie nennt man, Lead Magnets, also so Excel Sheets oder sowas, “Hey, wie macht man das” oder “Hier ein Template für das”, die performen auch gut, was die Impressions angeht. Aber wieder und wieder haben wir echt über die Jahre bestätigt: Unsere technische Dokumentation bringt die meisten Kunden im Endeffekt, wenn man es Wert für Wert nimmt. Ja, einfach, falls jemand im B2B-Bereich unterwegs ist, vor allem so einer technischen Nische, auf jeden Fall auf gute Dokumentation setzen, da kriegen wir, das funktioniert gut für uns.

Host: Und dann, ben hat gerade eine Frage zum SEO gepostet, also es gibt auch schon eine Frage vom Jan, aber die würde ich nachher stellen. Meine wäre jetzt gewesen, ob du den 10-Minute-Timer noch hast, das hast du ja schon beantwortet. Somit, willst du es direkt stellen oder soll ich es vom Chat vorlesen?

Host: Aber wir können es gern, ich kann es gerne machen. Die Search, ich habe direkt, als du es offen hattest, mal unsere Search Console geöffnet, um so ein bisschen Vergleich zu haben, und ich bin kein Experte in SEO, deswegen kann ich nicht sagen, was Industry Standard ist oder sowas, aber was ich zumindest im Vergleich zu Pakett jetzt gesehen habe, ist, dass du unfassbar gute Impressions hast, aber die Click-Through-Rate ist ziemlich low. Liegt es jetzt bis heute an diesem Programmatic SEO, oder denkst du, kannst da noch was rausholen, wenn du das auf [20:12] 1 Prozent oder 2% Click-Through-Rate kriegst?

Lukas: Wenn ich das Programmatic SEO ausschalten würde, dann wäre unsere Click-Through-Rate viel, viel höher. Das ist, weißt du, so nach “30 Minuten Timer”, so viele Leute suchen nach “30 Minuten” und “5 Minuten Timer”, und wenn du das auf Google eingibst — ich mach das mal kurz, ich frag mich, ob da auch echt Leute dabei, keine Ahnung, die machen die Tiefkühlpizza in den Ofen und googeln dann “10 Minuten Timer” — du hast sogar auf Google direkt einen Timer, wird angezeigt, und dann kriegst du lauter YouTube-Videos mit Timer, das ist total abgefahren, und trotzdem, und irgendwie Online Stopwatch und was weiß ich, und dann ist unsere, und trotzdem kriegen wir da noch echt viele Klicks. Also total abgefahren, solche High-Volume-Keywords, total abgefahren, crazy.

Host: Okay, vielen Dank.

Lukas: Ja, also deswegen, da diese, total im Boden, ja, aber deswegen gucke ich immer gerne auf die Klicks anstatt die Impressions, weil es bei uns ein bisschen fake ist, ja. Und was man auch rausfindet, was ich sehr wichtig finde, ist einfach zu wissen, wo kommen denn die Leute her, die bei mir sich anmelden, die bei mir kaufen. Ich habe es heute kurz rausgelassen, weil ich es immer ganz interessant finde, also man sieht schon, dass wir sehr, sehr hohe Prozentzahlen an Leuten haben, die durch Google kommen. Und Users und Customers, ich meine, kleiner Unterschied, nicht wahr, wir haben ein Premium-Modell, wir haben das sogar so gebaut, dass du den Timer einfach nutzen kannst, ohne dich überhaupt anzumelden. Als Beispiel gehen wir noch mal hier zurück, wenn ich jetzt auf Stagetimer geh, so sieht die Landing Page aus, wenn ich hier draufklick, dann kriege ich direkt den, brauch mich überhaupt nicht anmelden, kann es einfach benutzen, Link sharen funktioniert. Nur wenn ich jetzt das hier irgendwie speichern will in meinem Dashboard, dann muss ich mich natürlich registrieren, deswegen auch diese User. Und dann, ganz, sag wirklich, [22:16] bei uns ist es, 30, 33% dieser User konvertieren und kommen dann irgendwann an die Limits und sagen, oh, das ist echt nützlich, das brauchen wir, und dann kaufen wir uns eine kurzzeitige oder Langzeit-Lizenz. Trotzdem interessant, dass von diesen Usern an sich, wo auch die kostenlosen dabei sind, haben wir 70% Google und dann 10% Word of Mouth. Aber wenn man dann zu den Kunden geht, dann sieht man, wie, also Empfehlung, Weiterempfehlung, “Ich habe es irgendwo gesehen” oder “Jemand hat mir das empfohlen” ist so viel wichtiger, 30% hier. Und als ich Stagetimer gebaut habe, habe ich mir auch überlegt, wie mache ich Marketing? Klar, Google ist immer, sag mal, Low Hanging Fruit, ein paar Artikel zu schreiben, aber eins, was ich immer interessant fand, ist diese, wie heißt, Dropbox-Marketing-Methode: Du baust eine Plattform, da sagst du, hey, wenn du das mit jemandem teilst, dann kriegst du extra Speicherplatz, und dann verbreitet sich’s wie ein Lauffeuer, nicht wahr, jeder, der diesen extra Speicherplatz will, schickt es an andere, und es ist auch nützlich. Und ich dachte mir, na, wenn ich jetzt schon Timer baue, der mal angezeigt wird für Leute, dann mache ich da einfach mein Logo groß hin. Das heißt, wenn ich jetzt so einen Timer hab, den jetzt jemand angezeigt kriegt, das würde ich jetzt auf so einen Bildschirm machen, und wenn ich das kostenlos verwende, ist da halt mein Logo groß dran, und erst wenn ich bezahle, geht das Logo weg. Und dementsprechend haben wir ganz, ganz coole Erfolge hin und wieder mal gehabt, letztens ganz nett hier bei der Trump Rally, haben sie anscheinend schnell einen Timer gebraucht, und hier ist mein Logo zu sehen, ein bisschen pixelated, ich dachte mir, vielleicht muss ich das ein bisschen größer machen, damit man das auf diesen Bildern besser sieht, aber selbst im Subreddit haben sie gleich mein Produkt identifiziert, hier, das von, das heißt, [24:18] aber die haben dann vermutlich nicht bezahlt, ne.

Host: Auch geil, was da, “Please get off stage Trump waiting”, auch nice, sehr nice.

Lukas: Ja, deswegen wurde das Bild überhaupt gepostet, nicht wahr, wegen halt dieser Anspielung auf Trump und dass er jetzt warten muss auf diese Person, aber für mich natürlich Riesenerfolg. Genau, ja, so, ich habe das eingebaut, so ein Product-Led Growth, ich weiß nicht genau, wie man das nennt, aber halt quasi Marketing in das Produkt mit eingebaut. Nicht mal ganz einfach, aber definitiv eine gute Brain Exercise, wenn ich sag, hey, wie kann ich mein Produkt verbreiten, okay, kann ich irgendeinen Kanal ins Produkt selber mit einbauen. Und dann das nächste, wirklich diese Zahlen zu wissen, also ich finde es super wichtig zu wissen, einfach wer kommt von wo, und du kannst natürlich Google Analytics oder irgend so ein Analytics-Tool auf deine Seite setzen, habe ich auch gemacht, machen alle, aber ich finde immer, du kannst diesen Zahlen nicht richtig vertrauen, und ich glaube, der Grund ist, weil viele Browser — Firefox einer davon — die blocken einfach mittlerweile diese ganzen Tracker alle weg, nicht nur die Cookies, sondern die laden erst gar nicht die JavaScript-Scripts, ja, die blocken das einfach, “oh, das ist ein known Tracker, mit dem wollen wir nichts zu tun haben”, da kriegt der gar keine Daten von uns. Oder sie machen teilweise einfach dieses Fingerprinting weg, das heißt, alles, was irgendwie UTM Parameters und Referrers und so, wird einfach gar nicht erst übertragen. Deswegen, was ich eigentlich rausgefunden habe, ist, wirklich das Most Reliable ist, Leute einfach zu fragen, und bei uns, wenn sich Leute anmelden, dann fragen wir direkt, warum möchtest du das Ding verwenden, ne, für was, und dann setzt man sein E-Mail-Passwort, und dann fragen wir, sorry, woher kennst du es, ne, woher, [26:20] wo hast du es entdeckt, und das ist super, super hilfreich. Natürlich Google ist es, es kann auch sein, dass viele einfach das erste anklicken, weil sie keine Lust haben, aber wir haben einen Skip-Button eingebaut, ich hoffe, das ist genug Motivation, dann nicht Google anzuklicken, wenn man keine Lust hat, aber ich finde, das gibt uns wirklich eine gute, also ich kann es nur empfehlen, einfach fragen, die Leute beim Anmelden, hey, woher kennst du uns?

Host: Wie viele füllen das aus, also wie viele hast du, die dann auf Skip tatsächlich klicken?

Lukas: Das ist jetzt schon fast unsichtbar, würde ich mal sagen, also füllen schon meisten was aus.

Host: Weißt du die Zahl auch?

Lukas: Ich weiß die Zahl nicht, aber vom Gefühl her, wenn ich geguckt habe, über 90% füllen aus.

Host: Cool, also Leute geben eigentlich diese Information sehr, sehr regulär weiter, da gibt’s eigentlich ganz wenige, die das irgendwie nicht machen wollen.

Lukas: Ja, genau, so, das war Marketing, und jetzt genau ein paar Zahlen, damit man das auch mal gesehen hat. Ich dachte, ich bin ein bisschen — das ist eine Close Community, ich bin ein bisschen offener, ich share das normalerweise nicht so offen, aber dass man auch ein bisschen sieht, wo wir sind und wie lange das auch dauert. Ich finde es immer ganz interessant, wie lange dauert es überhaupt, irgendwo hinzukommen, ne. In meinem Fall, ich bin Bootstrapper, fast komplett einzeln, meine Frau hilft mir mit Customer Service, und ich habe mittlerweile einen Entwickler mit dem Team, aber noch weit weg von was Sumit hat, ne, mit komplettes Team aufgebaut, also bei mir relativ lightweight und simpel. Und wir sind mittlerweile bei über 15.000 Euro MRR, MRR bedeutet, es sind irgendwie Subscriptions, das heißt, jemand zahlt es tatsächlich monatlich oder jährlich, und dann wird auf Monat runtergebrochen. Und man kann ja schön sehen, wie das Wachstum nicht so [28:23] hockeystickmäßig ist, wie man sich das manchmal gerne sieht, oder wenn man diesen Pieter Levels auf Twitter sich anguckt und dann sieht man wieder irgendwie ein neues Produkt launchen, sofort bei 20.000. So sieht’s bei mir nicht aus, also wirklich langsamer Growth, teilweise stetig, teilweise geht’s wieder ein bisschen zurück, und man sieht hier, wie es wirklich gedauert hat, bis ich überhaupt mal die 1000 erreicht hab, das sind acht Monate, und dann hat es eigentlich noch mal acht Monate gedauert, bis wir bei den 5000 waren. Ja, das sieht man nicht ganz so gut, aber das, ich habe es mal ausgerechnet, also acht Monate bis zum 1000, mal acht Monate bis zu 5000, und von da bis heute sind da noch mal, was ist das, so ein Zeitraum, eineinhalb Jahre ungefähr vergangen. Also wirklich stetiges, aber langsames Wachstum, und trotzdem, wenn man lang genug dran bleibt, dann kommt man auf Zahlen, wo man einfach sagen kann, okay, jetzt kann ich ja gemütlich davon leben. Und ich wollte ein bisschen auf das noch eingehen, weil ich das sehr interessant finde, was hier passiert ist, ja, deswegen habe ich hier noch eine zweite Grafik, und zwar ist es der Churn. Churn bedeutet, wenn jemand entweder die Subscription cancelt oder nicht bezahlt, Kreditkarte ist ausgelaufen oder was auch immer passiert. Am Anfang eines Produkts ist es immer komplett wild, ja, da geht alles hoch und runter, weil die Zahlen so klein sind, kann man ein bisschen ignorieren, aber wenn man in die Mitte kommt, ich bei den 5000, 10.000 mal ankommen, dann wird’s wirklich interessant, weil dann sind die Zahlen mehr stabil und man kann das wirklich vergleichen. Man sieht ja auch, das Schwarze ist die tatsächliche Churn Rate, also wie viel Prozent meiner gesamten User canceln quasi pro Monat. Das heißt, wenn ich jetzt, noch ein Beispiel, wenn ich jetzt 1000 User habe, ne, und ich habe eine Churn Rate von 10%, das bedeutet, dass jeden Monat 100 User mein Produkt [30:23] verlassen, und wenn ich wachsen möchte, dann muss ich erstmal 100 User dazuholen, und erst dann, das, was oben drauf kommt, ist wirklich Wachstum. Deswegen sind Churn Rates so detrimental, also so gravierend, weil sie einfach wirklich reinfressen in dein Revenue, und je mehr du wächst, desto schwerer wird es zu wachsen, wenn deine Churn Rate hoch ist. Man kann sogar ausrechnen, wie hoch man theoretisch wachsen kann mit der Current Churn Rate. Und man sieht hier, dass wir so in diesem Zeitraum so 10, 12% Churn hatten, und es ist unglaublich hoch, ne, ich habe es gerade bildlich dargestellt, sind fast 1000, man sieht auf links, also in einem Monat, nicht wahr, über 1000 Euro, die man dann verliert, die man erstmal wieder aufholen muss, bis man den nächsten Kunden kriegt. Und wir dachten uns, wenn wir wirklich langfristig wachsen wollen, dann müssen wir das loswerden, da müssen wir das runterbringen, wie machen wir das? Und wir haben unsere Kunden gefragt, die geturnt sind, die gecancelt haben, warum haben sie gecancelt, erst manuell und dann haben wir es tatsächlich eingebaut in den Flow, fragt, hey, warum cancelst du? Und wir haben dann gemerkt, der hauptsächliche Grund bei uns ist, dass die Leute einfach ein Event haben pro Jahr oder in dem Monat, und dann brauchen sie es nicht mehr, und dann canceln sie. Macht total Sinn, ne, ich habe irgendwie eine Konferenz und ich brauche das jetzt für die Konferenz diesen Monat, und danach brauch ich es nicht mehr, kann ich wieder kündigen. Haben wir überlegt, okay, können wir dann das Produkt irgendwie verbessern auf diesen Use Case hin? Was wir ausprobiert haben, ist das hier ist unsere Pricing Page, wir haben die monatlichen Subscriptions abgeschafft, weil wir gesagt haben, das, was gecancelt wurde, sind alles monatliche Sachen, ne, die [32:24] jährlichen, die sind immer weitergelaufen, das heißt, wir haben jährlich behalten, wie man es hier sieht, monatlich weggenommen, aber dafür haben wir so eine — wir nennen es Event License — hinzugefügt, das heißt, du kaufst es quasi wie eine Monatslizenz, aber es verlängert sich nicht automatisch, ist halt einfach nur ein einmaliges Kauf-Ding. Am Anfang hatten wir es 10 Tage, da haben die Leute gemeint, ah, ich muss vorbereiten und blabla, und machen wir 30 Tage, fertig aus, Basta, da hat man keine Probleme mehr. Jetzt kann man sagen, oh, das ist ein bisschen Cheating, ne, was wir gemacht haben, wir haben uns selber gechurnt, ne, wir haben einfach gesagt, wir machen die Subscription weg, und deswegen, schau, taucht nicht mehr in den Churn-Daten auf. Aber es hat sehr, sehr viel Sinn gemacht, aus zwei zusätzlichen Gründen: Einmal hatten wir ganz oft das Problem, dass die Leute das nicht gecancelt haben, und dann ging es noch mal einen Monat weiter, haben sie gesagt, oh, das brauch ich ja gar nicht mehr, haben uns angeschrieben, gesagt, hey, könnt ihr uns nicht den letzten Monat — oder haben Paddle direkt — also Paddle ist unser Payment Provider — Paddle direkt angeschrieben, ob sie das machen können, oder im schlimmsten Fall machen sie Reverse Charge über die Kreditkarte, und das ist alles extra Kosten, weil beim Zurücküberweisen hast du immer natürlich die VAT mit, die VAT muss man trotzdem bezahlen, und für uns natürlich riesen extra Aufwand mit Customer Service, weil wir die ganzen E-Mails behandeln müssen, extra jeden Fall quasi einzeln abarbeiten. Seitdem wir das hier eingeführt haben, haben wir keine solche Fälle mehr, ne, hat komplett, also die Leute haben das komplett gegessen, sozusagen, die haben das gemerkt, okay, das ist genau, was ich brauche, klicken da drauf, kaufen sich dann einen Monat, der, übrigens, ich kann kurz auf die Seite gehen, damit man sieht, wie sich die Preise da verhalten, [34:25] hier, also man sieht hier, der Monat ist 15 Euro runtergebrochen, 180 durch 12, wenn ich jetzt auf den Event Price gehe, sind 24, also fast doppelt so teuer, also richtiger Zuschlag auf den Monat. Ja, viele machen ja irgendwie 10% off one Month, und wir haben gesagt, wir hauen richtig drauf bei dem Monat, aber dadurch, dass es sich nicht verlängert, wird es als mehr Value angesehen, also es funktioniert echt super. So, wieder zurück, ja, und seit wir das gemacht haben, kann man sehen, wie die ganzen monatlichen dann irgendwann auslaufen, und seitdem haben wir echt eine relativ gute Churn Rate von, ich glaube, letzten Monat waren es 2,3 oder 2,1%, also sehr, sehr niedrig, sehr gesund. 2%, 3% sehr gesunde Churn Rate für ein SaaS-Produkt, damit kann man relativ gut wachsen, und dadurch sehen wir das auch in unseren Statistiken, und wir kriegen die Revenue trotzdem noch von diesen monatlichen. Und was wir beobachtet haben, dass die Leute, die sich so eine Event License kaufen, entweder die haben mehr und mehr Events, ne, und sagen irgendwann, “her, lohnt sich nicht mehr, pro Monat kaufe ich mir direkt die Jahreslizenz”, oder sie kommen einfach zurück, ne, wir haben teilweise Firmen, die haben sich schon 17 Mal so eine Monatslizenz gekauft, weil für sie einfach passt, weil sie uns auch sagen, hey, wenn ich eine Subscription hab, ne, und ich bin ja selber Dienstleister und muss es meinem Kunden in Rechnung stellen, da muss ich irgendwie blöd runterbrechen, aber wenn ich hier von euch eine Rechnung krieg über 24 Euro, dann schreibe ich die einfach hier auf den Expense Account, und das ist für mich Easy Math, gefällt mir besser, also da Win-Win mit unseren Kunden. Ja, also Ermutigung, einfach ein bisschen rumexperimentieren und nicht einfach nur Subscription, wenn Subscription nicht passt, sondern auch mal gucken, hey, gibt’s andere Pricing-Methoden, die vielleicht besser auf unsere Kunden passen, macht auch die Kunden glücklicher.

Host: [36:25] Und jetzt sind wir bei fünf Sekunden, perfekt, fertig. Der Schlüssel war dann aber schon, überhaupt erstmal zu fragen, warum die Leute gekündigt haben, oder, ohne das hättest du ja das alles wahrscheinlich gar nicht vernünftig schlussfolgern können.

Lukas: Absolut, der Key ist, verstehen, warum kündigen die Leute, und dann drauf zu reagieren.

Host: Wahnsinnig interessant. Also, somit, hast auch noch kurz was geschrieben, willst du da gerade mal einhaken noch?

Sumit: Ja, also, kann ich gerne, vielen Dank, super, super interessant und richtig richtig viel smartes Zeug, was ihr da gemacht habt, also sehr beeindruckend und ja, einfach inspirierend auch, ja, für mich extrem cool. Und pricingmäßig, was ich gerade geschrieben habe, ist, das in den letzten bit, das fand ich, da waren sehr viele Lessons, Pricing Lessons drinne in der ganz kompakten Form, an denen ich auch unsere Experimente wiedergefunden habe. Also das mit dem Single Event und dass hier nur Yearly machst, finde ich super smart, und was ich auch an alle, die das angucken, mitgeben kann, ist, dass, wenn ihr die Subscriber in ein Yearly-Abo kriegt, es immer am besten, also klar, da gebt ihr denen noch einen Rabatt dazu, aber ihr müsst die nur noch einmal überzeugen im Jahr zu renewen und nicht jeden Monat erneut, der Churn geht üblicherweise runter, das gilt für B2B und B2C genauso, ist bei uns ganz genauso, und wir haben da auch einen Fokus drauf. Also das mit dem Pricing-Teil im Speziellen fand ich richtig nice gerade, und 1,7% Churn ist, also Respekt, das ist richtig gut.

Lukas: Ah ja.

Sumit: 1,7, ähm, steht ja, ja, ist echt gut, ja, das ist schon extrem gut.

Host: Ich hab da gleich mal ein, wenn wir jetzt bei der Pricing-Diskussion sind, ich habe mir was aufgeschrieben, Black Friday, Fragezeichen, da habe ich gesehen, da hast du einen Deal. Bei Pakett gibt’s bestimmt auch wieder was, aber habe ich noch gar nicht geschaut, wie funktioniert das für dich jetzt in dem, ich nenn es mal [38:27] B2B-Segment, wo du unterwegs bist, ist es was?

Lukas: Und zwar, wir haben mal ganz regulären Black Friday probiert, also wir gesagt, hier, 25% off, und wir haben keine einzige Person, hat diesen Discount Code verwendet. Und ja, klar, natürlich, vielleicht hat es irgendwie nicht funktioniert oder was immer, aber wir haben uns halt gedacht, ich glaube, im Business to Business ist einfach so ein Value Discount gar nicht so interessant, der jetzt für eine Subscription ist, weil die Leute kaufen das eh über ihr Business, sind nicht so price sensitive. Das heißt, wir haben dieses Mal was anderes ausprobiert: Wir haben unsere App, die ist nicht nur in der Cloud, die ist auch verfügbar als runterladbare Version, also ich kann mir das auf dem Desktop starten. Und da hatten wir bisher einfach immer, wenn du online was gekauft hast, dann kriegst du einen Lizenzcode, dann kannst du offline auch mit eintragen, hast du quasi den gleichen Zeitraum, gleiche Features, gleicher Zeitraum offline. Und jetzt haben wir gesagt, hey, probieren wir doch mal so eine Lifetime License, nicht für Online, nicht für Web und Cloud-Sachen, sondern nur für diese Desktop-Variante, jeder, der Desktop Apps hat, hat die quasi für immer. Da haben wir gesagt, wir nehmen unser teuerstes Paket Premium, 380 Euro pro Jahr, hauen einfach mal drei, sind wir bei 980 gelandet, sagen, hier kriegst du Lifetime, drei Jahre Updates included, nicht wahr, wenn du mehr Updates willst, gibt’s Upgrade Plan oder sowas immer, aber 980 und dann richtig 50% off, also richtig großen Discount, der auch attraktiv ist. Und das haben wir gepostet und überall rausgehauen und per E-Mail geschickt an die Leute, mittlerweile schon drei Purchases, also nicht ganz erfolglos, und ich habe von niemand gehört, der hat mir geschrieben, ja, ich bin eh [40:28] so Indie Video Producer und eigentlich ist es mir schon zu teuer, aber 50 würd ich mir schon gern kaufen, also es scheint attraktiv zu sein, und schauen wir mal, wie es noch wird bis zum 29.

Sumit: Ja, ich wollte nur, also, Black Friday ist in meinem Kopf, stimmt das, was Lukas gesagt hat, auch, also dass in B2B das nicht ganz so Hardcore ist, und du hast jetzt da Selbständige angesprochen, ich glaube, das sind auch die, die man am ehesten trifft, ne, so Einzelpersonen oder vielleicht kleine Teams, die gucken, wo sie sparen können, aber hier die Trump Rally und so, das ist denen ja völlig egal.

Lukas: Nee, völlig egal.

Sumit: Und bei uns im B2C-Segment ist Black Friday, also wir feuern aus allen Kanonen diese Woche, das wird auch Rekordwoche, das ist jedes Jahr die Rekordwoche, sonst, ja, wir erwarten uns nicht zu viel davon, wir probieren es aus, aber erwarten nicht zu viel.

Host: Ja, wie genau funktioniert die Desktop App dann? Da hast du dann einen lokalen Webbrowser, wo du den Timer dann auf einen anderen Bildschirm bringen kannst, oder brauchst du dafür dann so Audio-Video-Anschlüsse irgendwie am Device?

Lukas: Nee, es funktioniert genauso, ich habe hier, das ist jetzt die App, und wenn ich jetzt hier auf Öffnen klick, dann kriege ich ein Browser Window geöffnet, das, man sieht hier oben Localhost, oder ich kann es im lokalen Netzwerk, dann kann ich andere Sachen einschließen, kannst du irgendwo anders anzeigen. Das heißt, die funktioniert komplett offline, auch komplett offline, das war die Herausforderung, dass das kein einziger Server Call, sondern alles offline.

Host: Aber du machst ab und zu so einen License Check, damit du in drei Jahren auch abstellen kannst oder sowas?

Lukas: Das darf ich gar nicht sagen, aber ich mache nur einmal License Check, ich habe das Datum mit reincodiert, also du kannst die Lizenz nicht länger verwenden als das Datum, das reincodiert ist, aber [42:28] ja, wenn die Lizenz mal akzeptiert ist, dann ist sie akzeptiert, dann kannst du das Ding mitnehmen irgendwo in den Wald oder sonst wo auf Conference Centers, wo das Internet 300 Euro kostet, und funktioniert einfach alles.

Host: Aber Updates gibt’s da nicht mehr, ne? Es gibt ja noch einen Call, wenn die ein Update machen, also das müssen sie selber, der einzige Call, der noch drin ist, ist so ein Check-for-Updates-Call, aber wenn der fehlt, dann ist es ja nicht so schlimm, richtig, aber das meine ich ja, also das ist gut, dass der drin ist, weil du willst ja in drei Jahren sagen, es gibt keine Updates mehr, außer du upgradest auf die neue Version oder sowas, neue Lizenz.

Lukas: Ja.

Host: Cool, mega nice. Und wie schwer war das, also technisch interessiert mich das, als jemand, der vielleicht gerne Desktop App mal machen will, wenn das Browser-Ding auf Desktop zu kriegen, ich nehme an, Electron, wie schwer war das, Electron?

Lukas: Also die Desktop-Oberfläche an sich super easy, weil im Prinzip ist ein Browser Environment, du nimmst deinen Code und änderst hier und da ein bisschen was, um damit es auf Electron funktioniert, aber an sich genau das Gleiche. Die Herausforderung bei mir war, ich brauchte diesen Server, der im Hintergrund läuft, das heißt, ich musste da ein bisschen schonglieren und gucken, dass Electron dann noch mal ein Child spawnt, das quasi meinen Server mit drin hat, und dann, dass das alles funktioniert, und das ist ein bisschen der tricky Part, weil sich die Desktop-Umgebung ein bisschen anders verhält wie der Browser im Web, aber ansonsten ist es eigentlich trivial.

Host: Sehr gut, und Product Marketing, das hat mich auch noch interessiert, weil das, was du gesagt hast, ich finde es unfassbar schwer, aber ich finde es die beste Art des Marketings überhaupt, bei Pakett habe ich es gleich gemacht, aber eher, ich will nicht sagen aus Versehen, es war schon der Gedanke dahinter, aber dass es so gut funktioniert hat, hätte ich auch nicht gedacht, und dass du das auch geschafft hast, das Marketing quasi ins Produkt zu bauen, finde ich absolut hammermäßig, das ist das Beste, bei [44:28] dir war jetzt das Logo mit draufzupacken, ne, und dass du es for free rausgibst, ohne registrieren davon sofort benutzen, viel über Content Marketing, Hammer. Bei Pakett ist das, das Portfolio teilen, also dass du mit Leuten Unterhaltung über ein Portfolio anfängst und die können das Portfolio komplett angucken, ohne sich zu registrieren, aber das ist natürlich ein Banner, visualisiert das eigene Portfolio, und das ermöglicht den Signup.

Lukas: Ja, also gleiches Spiel, ja, Tally macht es so gut, ne, wer schon mal verwendet hat, Formbuilder, und dann nimmst das Form und teilst es, und dann steht halt unten dran “build your own Form with Tally”, genau, genauso.

Host: Also an alle, die zuschauen, überlegt euch bei euren eigenen Apps, gibt’s irgendeinen Value, den ihr liefern könnt, dass die Leute euer Produkt teilen oder in irgendeiner Form Aufmerksamkeit aus deren Kreis drauf bringen, egal wie es ist, wenn ihr das schafft einzubauen und die auch noch einen Vorteil davon haben oder kein Nachteil im Sinne von, das ist umsonst oder sowas, dann sowas funktioniert immer sehr, sehr gut für Marketing. Und ich finde, der nächste Schritt, wenn du das nicht findest im Produkt, kannst du auch so kleine Tools bauen, ich weiß, dass du das gemacht hast mit diesen Icons, die du kostenlos verwenden kannst, so eine Icon API für Stock, für Stock Tickers.

Lukas: Ja, ich habe auch was Kleines gebaut, so eine, hier, habe ich verlinkt, ah, da ist das Ding im Weg, Audience Reactions, kannst du hier einen Link teilen und dann können Leute klicken, und dann taucht es hier auf auf dem Bildschirm. Ja, also lauter kleine Sachen, wir haben jetzt auch Finanzrechner und solche Sachen gemacht, ne, alle kleinen Tools, was jemandem was bringt, was so die Einstiegsdroge ist ins größere Produkt, sozusagen.

Host: Ich schau mal, wie die Fragen thematisch passen, erste Frage wäre da der Karsten, fragt, wie hoch schätzt du euer unkonventionelles, visuell ansprechendes Design als Erfolgsfaktor ein, insbesondere vor dem Hintergrund [46:29] technische Nische?

Lukas: Ich habe das Gefühl, Design an sich spielt eigentlich gar keine große Rolle, gerade bei so, also geh mal auf eine Trade Show, nimm dir irgendeine Industrie raus, ne, bei mir ist es halt Broadcasting, geh auf die Trade Show, geh auf die Stände zu und schau dir einfach mal an, wie die Software so aussieht. Ich habe das gemacht, irgendwie Software für Radiosender und TV-Sender und vom Fraunhofer Institut, mir alles angeschaut, und du guckst auf die Software, und es ist halt im Prinzip so ein 1999-Excel-Sheet-Style-UI, und dann erzählt er dir, wie sie da irgendwie mit einem 50-Mann-Team dran arbeiten und es kostet 6000 Euro pro Jahr als Lizenz. Und dann kommst du her als jemand, der halt einfach modernes Web versteht, und da kannst du eigentlich so ein Tool relativ, ja, gut runterrechnen. Ich habe noch diesen Artikel offen von vorher, ich mache noch mal auf, weil ich zeig noch mal was, so, das war die erste Version, das die zweite Version, schau mal das potthässliche Ding hier an mit irgendwie weißen Rändern überall, also komplett, also abartig, ich habe nicht mehr drauf gucken können nach einer Weile, Sachen sind rund, Sachen sind eckig, völliges Chaos, hat niemanden interessiert, also wirklich, hat super funktioniert.

Host: Aber ich find es jetzt gar nicht so hässlich, und vor allem ist es ja so producermäßig, ne, immer wenn wir irgendwo die HipHop Producer sieht, dann haben die auch so ihr Mischpult oder so, das ist immer so kantig und da ist nichts rund, und das ist alles so zack zack zack, und daran erinnert mich das ganz gut. Der Ken kommt gerade noch rein, hat die Frage gestellt, ich nehme den mal gleich mit rein, das sieht jetzt simpel aus, aber wenn du halt mal richtig eine volle Page hast, ist kompletter visueller Overload, zeig noch mal das aktuelle bitte.

Lukas: Ja, ja, Ken, ich [48:29] hol dich schon mal rein, hier rüber, das ist aktuell, ich mach mal ein paar mehr Timer, damit man mal sehen kann, das sieht geil aus, man kann ich hier schreiben irgendwie und dann kann ich hier was anzeigen, und dann sieht man das, sehr nice.

Host: Das sieht einfach nice aus, und so, weißt du, da sind so ein paar Sachen dabei wie diese Timeline unter dem Slide, links, also das mit der grünen Bar jetzt, wo hinten rot ist, hier, ja, und das ist sowas, eine Information, wo ich Gefühl hab, die muss man nicht so darstellen, aber das ist einfach nice so, das ist einfach extrem nice.

Lukas: Ich kann sogar Scenes, also es ist wie beim CD-Player.

Host: Junge, das machst du bitte noch als Winamp Skin, komm. Dann kommt zurück, Jan.

Jan: Hallo, ja, moin erstmal, vielen Dank, dass du hier so eine Transparenz an den Tag legst. Meine Frage zielt auch so ein bisschen darauf ab, dass du, ich finde schon auch auf eurer Webseite und so, das sieht schon danach aus, als hättest du dir auch ein paar Gedanken gemacht, sozusagen, auch vor dem Hintergrund, was du anfangs meintest, und das ist überhaupt nicht despektierlich, sozusagen, dass du eigentlich gedacht hast, du hast ein Produkt, was vom Mehrwert her vielleicht gering ist, und es dann vielleicht so ein Stück weit aufzuladen. Und mir sind im letzten halben Jahr immer wieder so Apps aufgefallen, ob es ein Habit Tracker ist oder Co, die eigentlich nichts anderes machen als das, was vielleicht auch zum Teil Wettbewerb macht, jetzt hast du keinen Wettbewerb, aber vielleicht vom Mehrwert nicht so groß, aber die unterscheiden sich, oder der Erfolg kommt manchmal auch vielleicht durch sehr spezielles Design oder minimalistisches oder irgendwie was anderes machen, und da hatte ich halt gedacht, wenn ich auf der Landing Page gucke oder auch im Produkt, sieht man das, was du auch meintest, dass das schon manchmal vielleicht diese Nuancen sind, die dann den, ein Stück weit diesen Faktor sein können, das war ja so ein bisschen die Frage.

Lukas: Also wir kriegen, wir [50:30] haben das Feedback schon öfter gekriegt von unseren Kunden, die sagen, das ist die einfachste Software, wenn ich das vergleich mit allen anderen Software, die ich verwenden muss, das ist die einfachste Software, die kann so viel, ist genial und ist so einfach. Und ich sag das nicht, um jetzt hier meinen eigenen Lorbeerkranz mir aufzusetzen, sondern ich habe von Anfang an drauf geguckt, hey, wie kann ich jede Komplexität, die ich in mein Produkt einbau, so einfach wie möglich halten. Ich lösche das noch mal hier kurz raus, weil ich möchte einen Punkt in einer Weise demonstrieren: So, wenn du das Tool öffnest zum ersten Mal, dann siehst du das, und da gibt es ganz viel Intention dahinter. Ich habe ja einen Beispiel-Timer, ich hätte natürlich auch anfangen können mit ohne, also komplett leer, aber ich gesagt, nee, ich möchte ein Beispiel, damit man gleich sieht, gleich irgendwie auf Start drücken kann, gleich dieses “ah, so funktioniert es”. Ich hätte anfangen können mit drei oder vier hier, ich dachte mir, nee, ich möchte nicht diesen Overload haben, das muss richtig einfach aussehen. Und immer, wenn wir Features hinzugefügt haben, nicht wahr, weil Leute haben nach vielen, vielen, vielen Features gefragt, habe ich gedacht, wie kann ich das so einfach halten wie möglich, zum Beispiel habe ich sehr, sehr viel Komplexität einfach hinter Sachen versteckt, wenn ich hier drauf klick, da ist sehr viel Komplexität, das ist Manual, da kann ich Link, den Schedule, also es gibt verschiedene Modes, die ich hier machen kann, ich kann sagen, oh, ich möchte einen 10-Minuten-Timer, ich möchte einen Timer, der bis 8 Uhr abends geht, ich möchte einen Timer, der 10 Minuten anzeigt, aber wirklich 12 Minuten geht, oder andersrum, 10 Minuten anzeigt, aber wirklich nur 8 Minuten geht, damit man so tun kann, als ob der Speaker 10 Minuten hat, dafür haben wir den, die Zeit aber gekürzt, also Komplexität dahinter. Ich habe auch Sachen wie, ich kann einen Gong anzeigen lassen, ich kann es blitzen lassen, wenn diese Milestones angekommen sind, aber so, wenn [52:32] ich auf die erste Seite komme, dann sehe ich das alles nicht, ist alles versteckt, sondern ich sehe nur quasi, was ich brauche, und wenn ich nach mehr suche, dann finde ich es in Kontext. Na ja, long story short, ich glaube, mehr als Design ist eigentlich diese Usability, dieses einfach halten, so viel, also die erste User-Erfahrung muss wirklich sagen, ah, ich kann hier klicken und dann funktioniert es, das soll ich damit sagen.

Jan: Okay, cool, danke.

Host: Nächste Frage wäre von Ben, Customer Service, was sind da bei euch so die Themen, gibt’s viele Anfragen, oder kommt da auch dein Wissen her, dass du jetzt hier noch einblenden kannst und was du so versteckt gezeigt hast, also was kommt an Customer Service an und wie viele Anfragen gibt’s?

Lukas: Ja, viele, viele Anfragen, wir haben, ich habe es schon gesagt, mit dem Churn zum Beispiel war so ein Thema, und was wir machen, wenn etwas zu viel Zeit in Anspruch nimmt, ne, dann gucken wir, wie können wir diese Anfragen loswerden, entweder machen wir eine Dokumentationsseite dazu, die Leute lesen die Dokumentation wirklich, oder wir vereinfachen was, weil wir sagen, oh, das ist zu komplex, das verstehen die Leute nicht, oder mit dem Churn, wir machen ein anderes Angebot. Und was ich auch habe, jetzt kann ich auch kurz zeigen, meine Frau macht da viel Customer Service, und ich habe ja ein Admin Portal gebaut, das ich auch selber verwende, und wenn ich jetzt mal nach meinem eigenen User hier such, dann krieg ich rudimentäre Sachen, die ich ändern kann, ich kann den Namen ändern, E-Mail ändern, Passwort ändern, Google Accounts anlinken, Sachen machen mit dem Team. Und dieses Dashboard ist immer nur dann gewachsen, wenn wir zu viele E-Mails gekriegt haben, ne, wenn zu viele E-Mails kamen mit “Hey, ich möchte mein Passwort ändern”, weil sie irgendwie nicht gecheckt haben, okay, jetzt machen wir einen Button hier, tu ich ein bisschen reininvestieren, aber viele Leute haben sich aus Versehen mit Google angemeldet, wollten aber eigentlich [54:32] ein Passwort haben, haben wir einen Button eingeführt, also die Seite sieht jetzt komplex aus, die ist aber immer nur gewachsen, wenn wir gemerkt haben, oh, jetzt brauchen wir mehr als 10 Stunden pro Monat für diese Anfrage, die ständig reinkommt, jetzt machen wir eine Vereinfachung, oder wir gucken, dass wir das User Interface anpassen, damit die Frage nicht mehr kommt. So einfach gehen wir, wir haben immer die Top drei gesammelt pro Woche im Support und haben daraus dann Features entwickelt, also so ähnlich funktioniert das. Ja, auch noch ein interessanter Tipp dazu, was ich auch schon gemacht habe, ich habe eine E-Mail rausgeschickt und gesagt, hier sind meine zehn Features, die ich auf der Liste habe, rank die mal für mich, und das habe ich gesehen, ja, und dann haben sie die gerankt, und dann musste ich, ganz genau, hier sieht man, habe ich die alle einfach sortiert, okay, das sind die wichtigsten, und dann kommen die, und die sind alle in Reihenfolge.

Host: Mega nice. Gibt eine Frage vom Jan, wie hast du den Schnitt der Pro-Version gefunden, also welche Features in welchem Paket landen, und vor allem auch, wie hast du den Sprung von komplett kostenlos zum ersten Paket geschafft?

Lukas: Ja, sehr gute Fragen, also komplett ersten kostenlos zum ersten Paket ist so gelaufen, ich hatte, wie gesagt, gar nicht erwartet, dass Leute zahlen, das heißt, was ich gemacht habe, ich war immer frei, und dann hatte ich gedacht, ich will eh mal ausprobieren, wie Payment weiter funktioniert, habe ich es eingebaut, habe mir gedacht, jetzt brauche ich auch ein Pro Feature, weil sonst kann ich ja kein Geld dafür verlangen, habe ein Pro Feature eingebaut, habe mir gedacht, ich baue noch ein paar Limits ein, wenn ich jetzt kostenlos hätte, könnte ich nur diese drei Timer haben, könnte ich ja nicht noch einen vierten hinzufügen, könnte ich nur drei davon haben, könnte ich den Link einfach nur dreimal teilen, sind so Limits, wo wir gemerkt haben, ah, da kommen sehr, sehr viele Leute schnell an die Grenzen, dann die Pro-Version eingebaut, und am Anfang 8 Dollar verlangt, ne, wie man es macht, 8, ganz klassischer Einstiegspreis für eine Subscription, 8 Dollar pro [56:33] Monat. Und dann eigentlich wirklich durch viel, viel Probieren und Verstehen — und du kannst ja Leute nicht fragen, hey, zahlst du mehr, aber wir haben so ein bisschen durch die Blume rausgehört, oh, das ist zu billig, ja, die Leute denken, das ist zu billig, dann haben wir es ein bisschen erhöht, ein bisschen erhöht, haben immer die alten, sag, eingegrandfathert, also die alten Leute sind noch auf ihrem alten Plan, und wir haben neue hinzugefügt, das heißt, wir haben niemanden upgegradet ohne deren Willen, ja, so als Early Bird Bonus. Und da sind wir langsam gewachsen auf diese 180. Und dann kommt die zweite Frage, in dem Fall, wo machen wir den Schnitt, und das ist ganz, ganz schwer, finde ich, vor allem bei B2B hast du ja immer, sag, den Prosumer und den Commercial Segment, ne, du hast die großen Firmen, ne, wie bei uns, Ikea verwendet unser Tool oder Microsoft, für die ist es völlig wurscht im Prinzip, wie viel es kostet, ne, ob die jetzt 300 Euro oder 600 Euro ausgeben, ist bei denen nur ein Rundungsfehler, während jetzt so ein Indie Videograph oder so ein kleines Team, für die ist es halt wirklich preissensitiv. Ich würde nicht sagen, wir sind da sehr gut drin, noch nicht, aber wir haben zwei Sachen probiert: Einmal diesen Pro-Premium-Unterschied, oh, sorry, man sieht, der Preis verdoppelt sich einfach bei uns, vielleicht nicht ideal, aber so haben wir es gemacht. Und dann, was wir gemacht haben, am Anfang haben wir einfach alles unlimited gemacht, und dann haben die Leute irgendwie nicht ganz verstanden, das war ganz lustig, haben die Leute nicht ganz verstanden, wo der Mehrwert ist, haben wir gesagt, jetzt machen wir es anders, anstatt unlimited machen wir einfach große Zahlen, ne, kleine Zahl, große Zahl, kleine Zahl, große Zahl, hat viel besser hingehaut, weil jetzt sieht man irgendwie, okay, 50, 500, 5, so mal 10, ich krieg mal 10 Value, aber ich zahle nur mal 2, [58:33] funktioniert, also es scheint irgendwie gut angekommen zu sein. Und das nächste ist zu sagen, okay, ganz streng genommen braucht wir für unser Produkt eigentlich keine Teams und Teammembers, weil du sharest einfach einen Link, und den Link gibst du an alle, und das war’s, aber viele Firmen haben uns tatsächlich nach Teammembers gefragt, weil sie halt irgendwie pro Department das trennen wollten, hab gesagt, okay, bauen wir ein, und wenn du in den Teammembers hochgehst, wird’s halt entsprechend teuer, und dann kriegen wir tatsächlich so diese, sag mal, Corporations tendieren dazu, wirklich ein Dutzend Members hinzuzufügen, und so holen wir da den Value ab, den wir nicht direkt über Features abholen können, weil wir halt wirklich für diesen Prosumer, für die kleinen Teams das Tool wirklich gut machen wollen auch.

Host: Und wie sieht es bei Enterprise aus, verkaufst du das dann auch, ist es Ikea und Microsoft dann, und die klicken Custom, Contact Us, und dann haben die Spezialanforderungen, oder ist es nur so für den Fall der Fälle?

Lukas: Das hatte ich eigentlich erwartet, ne, aber die Wahrheit ist, dass die meisten kaufen sich das direkt hier, und ich habe da einen Trick rausgefunden, wir waren bei Ikea im Headquarters eingeladen in Schweden, gesagt, hey, wir führen euch mal rum in unserem Studio, hier, so verwenden wir das alles, und haben sie uns an einen Tisch gesetzt und ihre Feature-Wünsche alle gesagt, und habe ich eine Frage gestellt, gesagt, hey, wer macht bei euch eigentlich die Purchasing Decision, na, wer entscheidet eigentlich, wie es gekauft wird, und da hat er mir interessant gesagt, ja, die Purchasing Decisions mache ich, weil in unserem Department haben wir einen R&D Fund oder ein R&D Budget, und alles so unter 5000 Euro, da kann ich einfach meine Kreditkarte verwenden, aber wenn es entweder drüber geht oder wir das jetzt in allen Ikea Stores weltweit einführen, dann müssten wir durch diese ganze Corporate Noodle, ne, Security und Certificates und das [60:35] und Formulare und jenes und alles. Das heißt, ich habe gelernt, wenn du den Preis niedrig genug hältst, dann können die meisten Firmen so dich über die Kreditkarte kaufen, ohne dass wir diesen internen Prozess machen müssen, daher diese 360 Euro ist so ein schöner Sweet Spot auch, das ist so für viele Firmen so No-Brainer-Preis, leisten wir uns einfach. Und selbst mit, die USA sind da immer ein bisschen noch, die sind ganz lustig, die US Companies, die wollen immer ein bisschen mehr, und einmal hatten wir, die Mormon, die Church of Latter-Day Saints, das darf ich, naja, nicht weiter sagen, aber ich denke, Close Community, kann man das mal erwähnen, haben sie eine Lizenz gekauft und wollten, dass wir ein riesen Security-Dingens ausfüllen und blabla, und wie wir, so richtig für so Enterprise Software, das halt alles, so 90% trifft uns gar nicht zu, und haben Nein gesagt, und haben sie trotzdem gekauft, also es funktioniert manchmal dann doch. Und dann kriegen wir die Enterprise, sind eigentlich hauptsächlich Leute, die so Custom Invoices wollen, und dann ganz, ganz viele Leute denken, wenn sie anfragen, kriegen sie es billiger, und da haben wir extra einen Starting-Preis hingeschrieben, der ein bisschen höher ist wie hier, und seitdem kaufen sich die Leute jetzt alle über Self-Service, und damit sind wir happy.

Host: Ja, zu, sorry, sorry, ganz kurz, kannst du das letzte noch mal sagen bitte, die haben dich angeschrieben, weil sie Sales Calls wollen, das kenne ich auch von Enterprise, und wie hast du das Problem umgangen?

Lukas: So, genau, die haben uns angeschrieben, gesagt, hey, kriegen wir das billiger, wenn wir was mit euch direkt machen, ja, kriegen wir ein paar Prozente, und wir haben gesagt, hey, das ist das Billigste, was du jemals kriegen kannst, wir müssen hier immer ein Manual Fee mit draufhauen, weil es einfach mehr Zeit kostet, und da haben wir gesagt, gut, das schreiben wir hier einfach hin, Starting at, also Starting at also zwei Jahre, zwei [62:35] Jahre Pro ist halt das Mindeste, was du kriegen kannst, ja, und seitdem sind diese nutzlosen Sachen alle weg, und dann kommen wirklich nur noch Firmen, die sagen, hey, wir brauchen irgendwie eine extra Invoice und für zehn Leute oder so.

Host: Ich habe das immer andersrum gemacht, aber so find ich auch, also du pushst ja die Leute möglichst in Self-Service.

Lukas: Ja, damit, wenn dann, lohnt sich richtig.

Host: Ich habe es immer andersrum gemacht, ich habe Self-Service-Pläne draufgehabt und dann immer Enterprise quasi ohne Preis und einfach nur Contact Us, und dann habe ich erst gecheckt, wie groß die Firmen sind, um dann einen entsprechend hohen Preis zu ballern, damit es sich auch gelohnt hat, aber immer erst im Nachhinein, nicht irgendwie schon im Vorfeld. Im Endeffekt ist es eigentlich der bessere Approach, weil du willst ja eigentlich ein Sales Team haben, das diese Leute dann mitnimmt und dann halt irgendwie große Verträge rausholt und halt nicht diese mieseligen 360, aber bei mir war es, ich bin Bootstrapper, ja, und ich wollte halt diese Independence und ich wollte halt dieses, es ist mir recht, dass die Leute weniger bezahlen, aber dafür ist alles automatisch, alles ohne mich, damit ich nichts machen muss, ja, das ist mir wert, in dem Fall pro und Team Call los, lass es.

Lukas: Ich verstehe es komplett, also Anekdote hier aus meinem Arbeitgeber, ich announce nicht, da hieß es irgendwann mal, über die Reisekostenabrechnung kannst du ein Atomkraftwerk kaufen, aber wehe, du lässt die Beschaffung los, dauert’s, und ja, deshalb machst die Reisekosten.

Host: Ja, Jan, ich habe deine Frage zu den Side Projects noch, ich würde die ein bisschen anstellen, weil wir jetzt gerade noch bei Stagetimer sind, dazu habe ich noch eine Frage, das Thema Internationalisierung, du hast jetzt nicht angesprochen, woher die Kunden so kommen, ich vermute aber mal, du hast schon viel amerikanische Kunden auch, wie machst du es da mit dem Support, weil wahrscheinlich hast du ja die Supportfälle gerade, wenn die den Live Event haben, und vermutlich bist du da am [64:36] Schlafen, oder wie habt ihr das geregelt?

Lukas: Ja, also man sieht ja, die Seite ist komplett englisch, deswegen auch die englischsprachige Welt eher vertreten, Amerika, Australien, Kanada, die Klassiker, und die nördlichen europäischen Länder, generell mehr Englischfähigkeiten. Viele Anfragen kriegt man von vor allem Spanisch und Französisch, die Franzosen wollen immer nie Englisch sprechen, aber haben wir bisher noch nicht gemacht, einfach nicht genug Anfragen gekriegt, das Interface an sich generell recht simpel eigentlich, selbst wenn man jetzt nicht so viel Englisch beherrscht, von daher ist es ganz okay. Ja, Anfrage um Mitternacht hatten wir tatsächlich, ja, Server ging down 5 Uhr morgens, sind halt um 8 Uhr morgens aufgewacht, und bei unserem Produkt wird es halt für Live Events verwendet, das heißt, wenn unser Server mal für eine Minute down ist, dann kriegen wir direkt E-Mails von den Leuten, und wenn das halt mal drei Stunden dauert, sind es richtig böse. Aber zu unserer Überraschung, alle super nett, ja, ganz lieb, sagt, oh, es hat nicht funktioniert, wir mussten auf was anderes umstellen, und wir haben zurückgeschrieben, ja, tut mir leid, das und das ist passiert, ah ja, aber euer Produkt ist so gut und es hat immer funktioniert, und sich richtig entschuldigt, dass sie uns da eine E-Mail geschrieben haben. Und dementsprechend habe ich einfach wirklich in dieses System Uptime investiert, hier ist unser Uptime Monitor, 99,994%, eigentlich ganz gut, würde ich sagen, und wir haben, man sieht hier, vier Server mittlerweile, die alle im Backup System, also wenn einer ausfällt, dann übernimmt der andere relativ fließend, und das hat uns, seitdem ich das dann so eingerichtet habe, wirklich, hatten wir keine Probleme mehr.

Host: Sehr geil, [66:36] vielen Dank, also bei Uptime und so, du weißt ja, wer sich da auskennt. Ich habe hier, der Ben fragt, du redest häufig von “wir”, triffst du Entscheidungen alleine oder mit deinem Partner in Crime?

Lukas: Ja, nee, ich treffe viele Entscheidungen, vor allem was Pricing und Marketing angeht, mit meiner Frau zusammen, dann machen wir das immer gemeinsam, weil sie als Customer Service, ist mir wichtig, dass sie immer genau weiß, was los ist, und dann technische Sachen mache ich hauptsächlich selber und Produktentscheidungen von wegen welches Feature und so weiter und so fort, aber ich sag gerne “wir”, weil ich finde, es ist gut, wenn man dann inclusive ist, und selbst wenn es nur Entscheidungen sind, meistens, ich habe meistens Probleme mit Entscheidungen, von daher ist es cool.

Host: Von daher, ja, verstehe. Max fragt, keine Frage eigentlich zum eigentlichen Produkt, sondern zur Homepage, ich hatte einen Tweet von dir gesehen, in dem du Vorher-Nachher-Beispiele für Bilder für die Homepage gezeigt hast, die du mit Hilfe von Midjourney erstellt hast, kannst du vielleicht mal ein Beispiel-Prompt geben, wie du diese Bilder erstellst? Ich habe ja auch den Tweet, ja, ich weiß, ich kann dir den auch hier schicken glaube ich, dann kannst du das.

Lukas: Das geht natürlich, in dem, mit einem Freund gebaut über ein paar Wochen hinweg, und wir hatten gesagt, wir bauen jetzt ein Produkt zusammen, und die einzige Regel, die einzige Regel ist, wir müssen Spaß dabei haben, deswegen haben wir lauter so Fun eingebaut überall, und die Seite hat Midjourney Bilder, als überall, wenn man sieht, hier, das war so Midjourney early, wo es gerade so groß wurde, und dann später habe ich das auch bei Stagetimer ein bisschen übernommen, dass sie nicht mehr ganz so viele übrig, ich geh mal kurz auf die Landing Page, das sieht man es noch, na hier oben, [68:36] hier, das hier sind Midjourney, und dann hier das, und das Element da oben, und das hier, diese ganzen Bilder. Was ich gemacht habe, ich habe meine Aesthetic rausgesucht, ich mag diese Low-Poly-Aesthetic, habe ich als Keyword eingegeben, “low poly render diorama”, und dann, was ich wollte, hat ganz, ganz viele Versuche gebraucht, also ich habe da für jedes von diesen Bildern irgendwie 100 Bilder erstellt, damit ich da irgendwas Gescheites rausgekriegt habe, wie gesagt, early Midjourney. Mittlerweile hat sich es geändert, die AI ist besser geworden, aber reagiert nicht mehr so gut auf diese Keywords, finde ich, also du kannst bei Midjourney so ein RAW Flag setzen, damit du quasi diese Midjourney-Syntax-Sugar, die die oben draufmachen, damit es immer cool aussieht, wie so Cyborgs, kannst du ausschalten, und dann musst du aber sehr, sehr starke Type Modifier verwenden, und Low Poly selber funktioniert nicht mehr ganz so gut. Hier, das hier ist mein letztes, das ich erstellt habe, und ja, nicht so lange hingucken. Ich habe auf meiner Webseite mal ein, wo ist mein Writing, Midjourney, hier so ein Style Study gemacht, wo ich immer alles quasi als in verschiedenen Styles erstellt habe, da kann man gucken, wie verschiedene Keywords das Ding dann am Ende rendern lassen, ja, aber rumprobieren, rumprobieren, rumprobieren, ist die einzige Methode.

Host: Den Link kannst du mir nachher vielleicht noch schicken, dann pack ich das dann in der Community noch in den Discord Channel mit rein, wäre cool. Dann der Ben fragt noch, hast du ein Händchen fürs UI Design oder arbeitest du mit guten Design Freelancern zusammen?

Lukas: Nee, ich glaube, das ist meine größte Stärke, UI, da bin ich stark, deswegen, ja, ich habe mit [70:37] ein paar Designern schon zusammengearbeitet, und die haben am Ende alle gesagt, ja, du hast es eigentlich schon echt so gut gemacht, da können wir nicht mehr viel hinzufügen, von daher mache ich mittlerweile echt alles selber, weil ich da eh sehr fit bin.

Host: Okay, dann, ursprünglich, du hast ja auch erwähnt, du machst noch ein zweites Projekt, warte, ich muss mal kurz zur Ursprungsfrage zurückgehen, hattest du, der Jan fragt, hattest du auch vorher schon andere Wochenend-Projekte gebaut oder war das dein erstes, und darauf basierend entstand dann jetzt mit Rundown Studio das zweite, oder wie ist das so, deine Hit Ratio, ich glaube, in die Richtung geht die Frage, ja, die meisten so Indie Hacker, wenn man auf Twitter unterwegs ist, die machen ja irgendwie 20 Projekte und dann ist eins davon erfolgreich.

Lukas: Ich hatte das Glück, dass bei mir das Stagetimer, das erste Produkt, direkt erfolgreich war, ist viel Glück dabei, aber das ist auch eine Geschichte dahinter, ich habe lang als Freelancer gearbeitet, WordPress Blocks und solche Sachen, und ich hatte auch mal ein Startup gemacht mit zwei Freunden, das total schief gegangen ist, also mit Funding, alles schief gegangen, was nur schief gehen konnte, aber ich habe viel, viel gelernt dabei, und deswegen konnte ich, sag mal, ein paar Lektionen schon überspringen. Also nicht erwarten, dass es erst erfolgreich wird, und dann, was ich gerade gesagt, mit diesem Dashmaster, das war so ein Funprojekt, wo wir einfach mal geguckt haben, vielleicht ist es erfolgreich, wir hatten einen Kunden, und dann war es. Und das neue, das neue war sehr geplant, haben wir das erstellt, ich habe einen Freund in Schweden, der auch in dieser Videoproduktionsszene unterwegs ist, bei Ikea, der aber nicht bei Ikea, der auch mit mir bei Ikea, und der ist auf mich zugekommen, hat gesagt, hey, Stagetimer ist richtig cool für während dem Event, wir brauchen was vor dem Event zum Planen des Events, und ich habe erst nein [72:37] gesagt, weil ich mir gedacht habe, dann ist es im Prinzip Google Sheets, aber mit mehr Funktionen, und da musst du erstmal Google Sheets kopieren, überleg mal, ja, also da arbeiten geniale Leute dran, und dann müssen wir das erstmal nachbauen. Jetzt hat er aber nicht aufgegeben, da habe ich zugesagt, und der Grund, warum ich zugesagt habe, ist, weil er hat Calls organisiert mit potenziellen Kunden, und da haben wir die gefragt, hey, was benutzt du momentan, und da haben sie uns gesagt, ja, wir benutzen das hier, die Software Showflow, und dann gehst du auf die Pricing Page, und da steht, ne, Contact Us, Explore Plan, starting at 950 a year, und da haben wir die Leute gefragt, wie viel zahlt ihr denn dafür, und die meinen, ja, das ist so, wir wollen es nicht mehr bezahlen, wir zahlen 6000 Dollar pro Jahr für dieses Event Planning Tool, und da habe ich gesagt, wir können was viel Besseres für den halben Preis bauen, haben wir angefangen, und ist mittlerweile ein Jahr am Markt und wir sind bei 5000 MRR ungefähr.

Lukas: angefangen und habe dann das andere Projekt eingeächert, damit ich voll auf Stagetimer gehen kann. Aber ja, man hat trotzdem Sachen im Kopf und immer mal wieder Bock.

Host: Absolut, absolut. Ja, richtig. Dein Mitgründer — jetzt übernimmt der das Marketing, Sales und so was dann komplett, und du machst nur Features?

Lukas: Er ist auch halb Entwickler, halb Marketing und Sales. Er macht Marketing und Sales, ich mache quasi CTO. Aber wir sind noch in der ganz Anfangsphase, deswegen momentan noch jeder mischt den Code mit rein, und ich guck, dass die Code-Quality da ist.

Host: Okay. Christian fragt noch zum Thema UI/UX: Wie hast du dir das Wissen angelesen, angelernt? Ob du irgendwelche Empfehlungen für Bücher, Blogs, YouTube-Channels hast.

Lukas: Ja, ich bin Softwareentwickler, ich habe Software Engineering studiert, und ich mag UI-Design. Und das Buch, das mir am meisten geholfen hat, war “Refactor UI”. Das ist von den Tailwind-Gründern — extrem empfehlen. Adam and Steve, die Tailwind-Gründer, die haben das Buch geschrieben, bevor sie Tailwind gegründet haben. Und es ist ein Designbuch für Engineers: Wenn du Softwareingenieur bist, erklären die dir ganz genau die Regeln von Design, die Prinzipien dahinter — alles was man einfach wirklich lernen kann. Visual Hierarchy, wie funktionieren Farben, wie funktionieren Ränder, wie funktionieren Boxen, und wann sieht gut aus und wann sieht schlecht aus. Super Buch.

Host: Ja, das ist die Bibel auch bei uns! Ich habe es im ganzen Team gekauft. Also jeder, der mit Design struggelt — das Buch kaufen. Ähm, ich hatte noch eine Frage, aber ich glaube ich habe sie vergessen. Warte kurz.

Lukas: Okay, mach dir mal weiter, ich schiebe eine zwischen rein.

[76:38]

Host: Du bist ja jetzt da relativ erfolgreich und immer noch sehr transparent mit deinem MRR — oder zumindest warst du es eine Weile. Gibt’s mittlerweile viele Copycats, die dich und euer Produkt kopieren? Jetzt wissen wir ja, du kannst in anderen Ländern — ob es jetzt Südamerika ist oder in Asien — sowas mit günstigerem Personal relativ einfach nachbauen. Ich habe jetzt auf der SaaS jemand getroffen, der beschäftigt drei pakistanische Entwickler fulltime für 1000 € im Monat. Ich hab gedacht: “What the fuck?” Und dann hat er gesagt, das ist ihm dann auch egal, ob die wirklich Vollzeit arbeiten — die machen ihr Zeug. Fand ich total interessant. Also wie ist es da bei dir mit Copycats, und gibt’s da Nachahmer? Ist es ein Problem?

Lukas: Ja und nein. Also es gibt keinen, der direkt — ich baue im Prinzip meine eigene Konkurrenz hier mit dem Ding, zwar slightly different, aber auch ein bisschen the same. Und wir hatten — ich glaube, der Grund ist auch, dass es einfach eine Nische ist, die sehr weit weg ist von dem typischen Entwickler. Und so eine Nische zu lernen — also ein großer Teil des Businesses ist zu verstehen, welche Nische da drin ist und wie der Customer denkt. Beim Stagetimer kann wahrscheinlich bei dir genauso — die, die investieren wollen und hier ihre Dashboards haben, die denken auf eine gewisse Weise, und du musst da drauf dein Produkt bauen, und nicht irgendwie auf den Entwickler oder den Marketer oder die Salesperson, die irgendwo anders sitzt und es gar nicht interessiert. Bei mir genauso. Und das ist einfach wirklich schwer, da reinzukommen. Der Anfang ist schwer. Und ich vermute, deswegen hat noch niemand eine Copycat gebaut. Auf der anderen Seite haben wir jemanden, der ein Open-Source-Projekt gebaut hat, das fast genauso funktioniert wie unser Timer — also im Prinzip viele Features kopiert — und Open Source. Und ich dachte erst: “Oh nee.” Und dann dachte ich: “Ah, vielleicht gibt er irgendwann auf.” Hat nicht —

[78:39]

Lukas: aufgegeben. Der macht immer noch, ich folge ihm auf GitHub immer noch, macht er seine Features und baut dran. Aber wir haben rausgefunden: Die meisten Kunden, die wir haben, interessiert es eigentlich gar nicht. Weil du hast entweder Leute, die technisch versiert sind, die dann so eine Open-Source-Sache runterladen können und das irgendwie einrichten mit Local Network und allem — oder du hast eine Firma, die sagt: “Ich muss auf den Knopf klicken und dann funktioniert es, ist in der Cloud, ich will meinen Link teilen, und ich will mit dem anderen nichts zu tun haben.” Und dementsprechend ist diese Open-Source-Copycat keine wirkliche Konkurrenz für uns.

Host: Ich kann das auch nur bestätigen. Also bei uns, wir haben ja mittlerweile keine Ahnung 15 Copycats allein in Deutschland, und die — also vor allem die Open-Source-Geschichten — Endkunden, egal ob B2B, die wollen sich nichts runterladen und vor allem nicht von GitHub, und dann irgendwas installieren — das vergiss es. Das ist dann für die Superenthusiasten, Do-it-Yourself-Linux-Leute, die finden es cool. Aber genauso wie die Leute, die sagen: “Ja warum brauchst du macOS, kannst du alles auf Linux machen?” Ja schön, okay, das wird aber keiner machen am Ende des Tages. Von dem her: Das ist nicht wirklich Konkurrenz. Am Ende ist das Marketing und alles, was du gelernt hast mit Pricing und das ganze Drumherum — das sind so viel Learnings, die kann man nicht kopieren.

Lukas: Ja, meistens ist es ein Techie, der sagt: “Das kann ich aber auch bauen.” Und dann macht er das auch. Aber alles drumrum — Customer Support, Sales, Marketing, SEO — das ganze Zeug, da haben sie entweder keine Lust oder kennen sich da noch nicht gut genug aus, um da irgendwie zu konkurrieren. Und selbst wenn es jemand genau so hier kopiert und mein Pricing-Knowledge und alles mitkopiert: Der weiß nicht, warum ich das so mache, wie ich es mache. Der weiß nicht, welche Pläne ich noch habe, wo ich selber unzufrieden bin, was ich gerne ändern würde. Was ich in meinem Kopf habe — in einem Jahr sieht es anders aus, weil ich genau weiß, wo ich hin will. Jemand anderes weiß es nicht und —

[80:39]

Lukas: muss dann von vorne im Dunkeln tappen.

Host: Ja, auf jeden Fall. Also ganz ehrlich, ich habe das jetzt gesehen. Das erste Mal, als ich von Stagetimer und so weiter bei dir auf Twitter gelesen habe, habe ich gedacht: “Okay, wie macht man aus dem Timer ein Business, und wie kompliziert kann es sein?” Aber dein Erfolg gibt dir ja recht. Initial ist das mein Gedanke — ich glaube das von jedem der Gedanke, der das hört. Und jetzt hast du die Features gezeigt, ich habe gesagt: “Holy shit, wie sehr kann man einen Timer over-engineeren?” Aber offensichtlich ist es ja gebraucht. Also das ist mega, mega nice. Und das ist so ein Level, wo ich glaube: Da geht auch keiner ran, das Gefühl habe ich. Das ist so ultra-niche, und da bist du schon so tief drin. Gute UI — wo ist denn der USP am Ende des Tages, wenn jemand sagt, er macht jetzt eine Alternative? Außer — keine halt.

Lukas: Genau. Und ich denke das auch so ein bisschen: Die Genialität ist, du bist in B2B. Das heißt, deine Konkurrenten sind gerade große Firmen. Aber große Firmen schauen sich meine Nische an und sagen: “Das lohnt sich für mich nicht.” 2 Millionen pro Jahr, vielleicht 3 Millionen pro Jahr — da mache ich nicht rein, da gehe ich nicht rein. Das heißt, es ist genau perfekt für mich so als Bootstrapper. Weil für mich ist es genug, und ich kann ein richtig schönes Produkt reinbauen, wo niemand anders einfach reingrätscht.

Host: Und du kannst von dort expandieren. Genau den gleichen Gedanken verfolge ich nämlich auch. Wenn du eine Nische hast als Bootstrapper — das ist perfekt, und für die Großen ist es eben zu klein. Und genau da kommt jetzt meine nächste Frage ins Spiel. Du hast mit Randon Studio dir dann einen Cofounder geholt. Hast du mit dem darüber gesprochen — über die Philosophie, wie du die Firma aufbaust? Dass es Bootstrapped ist, keine Investoren, dass es langsam geht, profitabel, nachhaltig und so weiter — und ist er damit an Bord? Oder glaubst du, da kommen Konflikte? Wie habt ihr das geklärt?

Lukas: Wie gesagt, ich hatte schon mal ein Startup mit zwei Freunden, und wir haben alle diese Fehler gemacht. Deswegen wusste ich: Bevor wir überhaupt angefangen haben, haben wir geredet. Wir waren drei tatsächlich am Anfang. Und wir haben von Anfang an geredet: Wie ist unsere Philosophie? Wollen wir Funding, ja, nein? Wollen wir es organisch wachsen, ja, nein? Wie groß wollen wir das —

[82:41]

Lukas: überhaupt machen? Wollen wir verkaufen? Wollen wir auf einen Exit hinarbeiten? Wollen wir es einfach als Business haben? Wo wollen wir gründen, in welchem Land? Er ist in Schweden, ich bin in Deutschland. Die Fragen haben wir alle von Anfang an behandelt. Wir haben sogar ein Dokument unterschrieben, wo wir sagen: “Bis wir das gründen, läuft es unter deiner Firma, und wir gründen ab dem und dem Datum und wir gründen in dem und dem Land. Und wenn jemand zu irgendeinem Zeitpunkt sagt, ich habe keine Lust mehr, dann haben wir genau geregelt, wie die Prozente am Ende aufgeteilt werden von den Shares, die dann jemand kriegt.” Und tatsächlich — unser dritter Mann, den haben wir gehen lassen. Es war die richtige Entscheidung im Endeffekt. Und anhand des Vertrags konnten wir da genau das abklären, wie er kompensiert wird für seine Zeit, die er mit uns gemacht hat.

Host: Also sehr, sehr nice. Sehr gut. Die meisten Startups oder die meisten Gründerteams verkacken das in irgendeiner Form. Ich habe so viele Streitereien mitbekommen — das schreckt so hart ab. Was war — wenn du es sagen willst — was hat beim Dritten am Ende nicht gepasst? War das die Zeit, die er reingesteckt hat, oder das Skill? Oder wollte er dann doch VC-Funding aufnehmen und die Rakete abzünden? Was war da das Ding, was nicht gepasst hat?

Lukas: Es war die Frage, welche Rollen wir im Team einnehmen. Ich war ganz klar der Engineer, und der Kollege aus Schweden ist ganz klar Marketing und auch Produktmarketing — ich Engineering und Produkt. Und bei ihm war es so: Er hat sich von vornherein irgendwie gedacht, er ist Produkt, und wollte uns managen. Und das hat einfach von vorne nicht hingehauen, weil wir gesagt haben: “Nee, wir wissen — wir haben schon zusammen gearbeitet, wissen genau, wie wir so ein Produkt aufziehen.” Wir hatten dieses Dashboard-Projekt, deswegen haben wir das gemacht — wir wollten einfach mal Probe testen. Wir wussten ganz genau: Wir kriegen das hin, zusammen ein Produkt im Code —

[84:42]

Lukas: — direkt, so die ersten Wochen, kriegen wir hin. Und dann kam er so an mit: “Ja, was mache ich jetzt?” Und dann haben wir versucht: “Hey, Marketing brauchen wir wirklich jemand, oder Sales.” Das hat nicht geklappt. Und dann haben wir gemerkt, wie er — es gibt so Leute, die musst du schieben, und wenn du sie nicht mehr schiebst, dann bleiben sie genau da wo sie sind. Du musst immer schieben. Und wenn du das merkst, dann war es für uns klar: kein Founder-Material. Und du kannst ja auch die Frage stellen: “Würden wir die Person einstellen, wenn er nicht im Founderteam wäre?” Und wenn die Antwort nein ist — weg damit.

Host: Schlimme Situation, aber gut, dass ihr das so schnell gehandelt habt. Wie Pflaster abreißen klingt das zumindest. Das ist gut, aber sehr schwer, finde ich. Cool! Gibt’s noch Fragen aus der Runde? Von irgendjemandem? So ein bisschen als — denkst du drüber nach, einen Cofounder bei Packet reinzuholen?

Host: (jetzt nicht kommentieren)

Host: Ja, na ja. Ich sag mal so: Cofounder — was ich bräuchte als Cofounder wäre Sales, B2B-Sales. Das ist das, was ich brauche, wo ich nicht gut bin, bzw. was ich nicht gerne mache. Mit einem richtigen B2B-Sales-Cofounder könnte man schon was reißen — nicht nur bei Packet, auch drumrum. Aber ja, das ist Cofounder — ich habe Schwierigkeiten damit, weil ich hasse es, wenn das wegen Founder-Streitigkeiten failt. Ich finde, das ist der dümmste Grund, warum ein Business failt, vor allem wenn es funktioniert. Und es passiert so oft, es passiert ständig, dass sie wegen Streitereien auseinanderfliegen — die Startups — und trotzdem, obwohl sie Product-Market-Fit haben und alles. Aber so wie du es gemacht hast, finde ich das nice — mit Vorverträgen und alles schon gehandelt. Man muss quasi beide über die Scheidung reden, und zwar richtig. Und dann glaube ich —

[86:42]

Host: — kann man das auch durchziehen.

Lukas: Ja. Und lass mich da noch kurz was zu sagen, weil ich hatte dieses Acquisition-Offer vor zwei Wochen oder so. Und habe mir halt Gedanken machen müssen: Was ist mein Endgame? Will ich einen Exit? Will ich groß werden, will ich klein bleiben? Und mein ideales Bild ist: Irgendwann einen Sales-Cofounder reinzuholen — weil ich genau das gleiche Problem habe wie du: Ich hasse Sales, deswegen mache ich es nicht. Und ich weiß, dass natürlich viel Geld da drin steckt. Aber ich sag mir: Okay, wenn ich mal bei einer Million Umsatz pro Jahr bin, dann wird’s interessant, mir vielleicht jemand zu suchen, der so als CEO arbeiten kann. Und wenn der einen Sales-Fokus hat — ich habe einen Produktfokus — der kann dann reinkommen, kann sagen: “Oh, ich weiß, was ich gut kann, ich mache das, ich baue mein Sales-Team auf.” Und ich sag: “Hands off, super, macht es.” Weil ich konnte das nie. Das ist meine Vorstellung — im Idealfall finde ich so jemanden, und das funktioniert.

Host: Ja, ich habe ähnliche Vorstellungen. Nur würde ich ihn dann nicht als CEO — weil ich finde, da gehört noch viel mit Teamkultur dazu. Und vor allem bei — das ist vielleicht bei Stagetimer anders — aber bei Packet bin ich auch ein bisschen ein Gesicht geworden, was Marketing betrifft, mit den Streams und Interviews und so. Deswegen das einfach so abzugeben ist, glaube ich, da ein bisschen schwer. Ich würde persönlich nach einem Chief Sales Officer oder sowas suchen, so C-Level, Chief Marketing und Sales oder so. Ja. Und ich weiß aber auch noch nicht, ob das bei Packet so relevant ist, weil in B2C brauche ich kein Sales an sich. Aber in B2B brauche ich Sales. Und da sind wir gerade so dabei, die ersten Baby-Steps mit B2B-Kunden zu machen. Und ich genauso wie du — ich guck dann natürlich zu allererst als Techie: “Okay, was kann ich Self-Service abgreifen, dass ich mit niemand sprechen muss?” Und kein Scheiß: Ich habe eigentlich immer Inbox Zero, immer. Also meine E-Mails, ich habe keine ungelesenen.

Lukas: E-Mails außer Inbound-Sales habe ich immer wochenlang auf ungelesen, weil ich keine Lust habe, die zu beantworten. Ich habe bestimmt acht Inbound-E-Mails, auf die ich keine Lust habe zu antworten. Darf aber auch nicht den die Runde verlassen, by the way.

Host: Genau. Und das — ja, also das fällt mir echt am schwersten.

Lukas: Ja, volles Verständnis.

Host: Alright. Andy, von dir — hast du noch was?

Andy: Ja, ich wollte kurz sagen: eine Freunde von mir, die sind auch recht erfolgreich mit ihrem Business, die sind zu dritt, drei Gründer, sind 100 Leute, und die haben sich jetzt einen COO geholt beziehungsweise einen befördert, der im Team gut war und der ihm jetzt das komplette Operations-Thema halt wegnimmt — also sämtliches Tagesgeschäft —, dass sie sich wieder mehr um strategische Themen und sowas kümmern können. Und am Anfang war das bisschen von Skepsis geprägt, aber es funktioniert wohl sehr gut, was man so hört.

Also was ich zumindest auf sehr viel kleinerem Scale sagen kann: was bei mir — sagen wir mal seit wir eine Million ARR erreicht haben — habe ich versucht, die Mitarbeiter so zu wählen und das Team so zu strukturieren, dass das Kerngeschäft — also B2C-Portfolio-Tracking in meinem Fall — dass das eine Maschine ist, dieses Team, das konstant dieses Produkt weiterentwickelt und besser macht. Und das ist alles mit drin: Customer Support, Marketing, Entwicklung, alles drum. Und das Produkt geht weiter und ich kann mich da rausziehen. Ich programmiere fast gar nichts mehr am Kernprodukt — also wirklich so gut wie nichts mehr. Wenn es nach dem Team geht, gar nichts mehr. Und ich fokussiere mich jetzt auf die nächsten Umsatzströme, also die nächsten Revenue Pillars. Das heißt, das sind kleinere Produkte nebendran, oder das sind andere Dinge, die man monetarisieren kann — Assets, die wir mittlerweile aufgebaut haben, und so weiter. Genauso — ja, nur halt nicht 100 Personen, und wir haben auch keinen CEO oder sowas. Aber einfach: es gibt ein Kernteam, das kann das Produkt weiterentwickeln ohne mich.

[90:42]

Ich habe noch meine Aufgaben mit dem Livestream und solche Sachen, aber ansonsten — meine Hauptbeschäftigung, die ganze Woche — fokussiere ich mich hauptsächlich darauf, Umsätze zu generieren außerhalb vom Portfolio-Tracking, weil das läuft, das wächst. Dann gebe ich noch Input und Guardrails und so, und das ist ganz nice. Weil das — als Gründer habe ich das Gefühl, ist man so oft eine Person, die vor allem als Bootstrapper scrappy Sachen launchen kann, Sachen launchen von Grund auf, starten, probieren, validieren. Das kann man irgendwann und das macht man auch super gerne. Und dieses Daily Operations ist dann was, wo ganz viel von dem eigentlichen Können weggeht und wo dann — zumindest auch nicht meine Stärke ist. Ich kann Sachen nicht perfekt bauen mit dem perfekten Fundament, sondern ich bau sie lieber scrappy, um zu gucken, dass sie funktionieren. Und dann gebe ich die — die Sachen, die gut gebaut werden müssen im Portfolio-Tracking, da können wir jetzt nicht einfach nur irgendeinen Scheiß hinrotzen und gucken, ob es funktioniert — sorry, dass ich das so sag —, sondern das muss das Team anständig bauen mit einem guten Fundament. Und dann kann ich an neue Produkte gehen und die halt bisschen scrappier starten.

Host: Ich habe noch eine Frage an dich, wenn ich darf.

Andy: Super gerne.

Host: Machst du Profit Sharing mit deinen Mitarbeitern?

Andy: Nicht so förmlich. Also was wir aktuell haben: die haben alle Virtual Shares, das ist das eine. Dann zahlen wir eigentlich regelmäßig Boni aus. Aber Profit Sharing — wir hatten ganz am Anfang ein Profit Sharing, aber ich habe dem Team gesagt, dass das so ein kleines Conflict of Interest ist. Weil wir wollen eigentlich wachsen, und eigentlich wollen wir das reinvestieren — in Mitarbeiter, in alles, was wir bauen können, um ein cooleres Produkt für unsere Kunden zu machen. Und wenn ich Profit Sharing anbieten würde, aber wir dann nie Profit machen, weil ich entscheide, dass wir das die ganze Zeit reinvestieren, dann ist es wie die Mitarbeiter verarschen. Deswegen habe ich gesagt: wir lassen es weg, wir machen

[92:43]

das anders. Wir machen Virtual Shares — falls es einen Exit gibt. Ich zahle gute Gehälter; im Vergleich zu Berliner Startups zahlen wir definitiv höhere Gehälter. Und wir machen Boni off-sides und sehr viel Flexibilität und Benefits und so. Also ich versuche das auf andere Weise zurückzugeben.

Host: Ja, oh ja, danke. Hast du das auch — ach so, ja, Entschuldigung.

Lukas: Ja, ich habe viel drüber nachgedacht und habe genau diesen Konflikt auch gesehen. Deswegen wollte ich einfach mal wissen, hat es jemand schon mal gut gemacht. Du gibst einen Topf und sagst irgendwie, dieser Topf ist für die Mitarbeiter, und dann disincentivierst du ja auch, dass du mehr einstellst — du hast einen kleineren Topf für jeden einzelnen.

Andy: Genau, das ist einfach — ich finde es eine Verarsche am Ende des Tages. Es hört sich zwar gut an, aber die Mitarbeiter sagen dann: oh, warum stellen wir jetzt die Person ein? Der reduziert jetzt meinen Gewinntopf. Das ist doch Quatsch, das ist völlig unnötig.

Host: Ja, sorry. Andy, kam noch eine Frage rein — der Christian geht — Christian, der Jan fragt: wenn du jetzt noch mal eine Idee suchen würdest, ohne Kumpel in Schweden, wie würdest du rangehen? Vielleicht hast du auch eine Liste, aber wie würdest du so generell rangehen?

Andy: Ja, ich habe tatsächlich eine Idee, wie ich rangehen würde, weil ich das geplant habe — weil ich eigentlich geplant habe, Stagetimer nicht für immer zu machen und auch nicht für immer einen Timer zu bauen. Und was ich machen würde: ich mag B2B und ich mag diese Nischen — ich würde auf Tradeshows gehen. Zum Beispiel irgendeinen Klimaschuh-Bereich oder irgendwas, wo ich mal interessiert wäre. Es muss gar nicht so cool sein, es muss sich nicht cool anhören — einfach mal eine Tradeshow besuchen von irgendeiner Industrie und einfach mal anschauen, was so die Lösungen sind, die Software-Lösungen, die angeboten werden. Und du wirst wahrscheinlich ganz ganz viele richtig coole Hardware-Lösungen

[94:43]

finden, und dann siehst du die Software-Sachen und denkst dir: oh Mann, wir haben das entwickelt — das ist ja von vor 20 Jahren. Ja, das ist so — ich weiß, ihr kennt bei Flughäfen — die Flug-Einchecken-Sachen, das sind ja immer noch so DOS-Konsolen-Sachen. Ja, so ganz schlimm ist es nicht, aber du siehst halt — und dann merkst du okay. Dann kannst du einfach Fragen stellen: hey, wie teuer ist es denn, wie viele Leute seid ihr denn, wer sind eure Kunden? Und die antworten dir das, und dann merkst du: okay, nicht wahr — ich kann das halb so teuer machen. Ich kann mir eine Nische raussuchen und ich kann das nachbauen. Das wäre so mein Approach — ist nicht ganz einfach, ne, man muss natürlich diese Hürde am Anfang nehmen, weil du irgendwie reinkommen musst in diese Industrie. Aber ich habe auch gemerkt: wenn du mal so die ersten Kunden hast, die begeistert sind, dann ist es so wie Dominosteine — da schubst der eine den anderen um und du kommst irgendwie rein in diese Industrie und merkst und lernst all diese Sachen. Und das ist cool, und das mag ich — das würde ich wieder machen.

Host: Ich weiß nicht, wie es der Audience geht, aber wenn ich dir zuhöre, kriege ich so Bock, wieder zu bauen, von vorne einfach.

Andy: Das ist das — ich finde es super motivierend, super inspirierend.

Host: Lukas, mega top — das war das Ziel.

Lukas: Sehr gerne, danke. Also ja, voll gut.

Host: Somit hat ein paar Beispiele auch in den Chat gehauen. Ich kann eins noch erzählen: WBS Blank — gibt’s das eine Software für Reiseveranstalter, und das ist so wie du es beschreibst — das installierst du und das bedienst du im Terminal. Und deren Geheimnis ist, dass die haben die ganzen Fluganbieter und alles drin, dass die dieses Dynamic Pricing machen können, Hotel mixen mit Flug mixen. Und da kannst du heute kaum eine neue Software bauen. Und das haben wir damals auch — was heißt auch, nicht so lange her — ich habe die Köpfe geschüttelt: was?! Dass wir das neu einführen? Und dann mussten wir so viel Workarounds bauen, dass wir das irgendwie betreiben konnten, damit die Leute das im Terminal bedienen können so, und dann hast du das auch mit Short Codes bedient und so — völlig bekloppt. Aber es hängt einfach an den ganzen Anbindungen zu den Fluganbietern

[96:43]

und den Hoteldrehscheiben und das ist völlig bekloppt. Ich denke mal, Fluganbieter und vielleicht auch so Medizin ist schon Tall Order, sag ich mal. Aber in den meisten Industrien hast du diese hohen Requirements nicht so, und du kannst dir was angucken und siehst da eine Software, die ist 20 Jahre alt, die hat alles, was Pipo weiß — so Photoshop für allen Schnickschnack, ein Button — und dann denkst du dir: wenn ich jetzt hier einmal die 20% rausnehme, die 80% der Leute verwenden, und das nachbaue in drei Monaten, und mal guck, wen ich da finde, der keine Lust hat auf diese andere Software und keine Lust hat, 6000 € zu zahlen für 20 Features, die ihr nie verwendet.

Andy: Ja, ihr versteht.

Host: Cool. Ja, ist bisschen länger geworden, aber mega geil, super coole Insights. Auch für mich war noch mal viel Neues dabei. Wir hatten ja jetzt vor anderthalb Jahren den Podcast aufgenommen — seitdem ist bei dir auch viel passiert. Mega mega cool. Schönen Dank.

Lukas: Ja, gibt’s keine Fragen mehr? Ben sagt noch danke.

Host: Somit, hast du noch was?

Andy: Nein, ich kann auch nur danke sagen.

Host: Lukas, vielen Dank. Hat mich sehr gefreut, dich in persona zu sehen. Ich hoffe auch mal im Real Life, und vielen vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast heute.

Lukas: Same same. Sag Stuttgart — Zeit — treffen wir uns, treffen wir uns. Bin immer gern bei Founders-Treffen.

Andy: Sehr gerne. Gleich zurück auch — falls du mal im Norden bist.

Lukas: Top, und großes Privileg für mich auch, hier bei einer Minimal-Empires-Community dabei sein zu dürfen.

Host: Ist ein Privileg für uns, dich da zu haben.

Lukas: Cool.

Host: Was — komm, du musst noch drin bleiben, weil der Upload ja noch laufen muss. Als nächstes kommt der Ben mit Octolx. Lukas, wir haben ja auch immer so einen — also ein Angebot für die Leute, die in Community was bauen: Roast My Business heißt es. Da gibt’s dann eine kurze Vorstellung vom eigenen Geschäft — wie weit sind sie schon, und wie können

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wir vielleicht helfen aus der Community, was gibt’s für Feedback. Und das nächste dann, glaube ich schon nächste Woche, am 4.12. Und am 17.12 hab den Florian mit Worktimes und Minitaker — iOS-Entwickler. Und dann geht’s im Januar erst wieder weiter. Dann sind wir auch bei den zwei Terminen im Monat. Jetzt den Monat hatten wir dann drei — von daher ist es dann auch ganz gut. Da geht’s dann weiter.

Andy: Sehr nice. Cool, dann vielen Dank alle zusammen, und auch an alle Zuschauer — schön, dass ihr so lange da wart. Und wir wünschen euch einen schönen Abend und eine schöne Woche. Macht’s gut. Ciao!