Transkript: Lukas Hermann von Stagetimer.io spricht über seine Story

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Host: Und damit herzlich willkommen zu Folge 64 von Build in Public mit Pippo und Paul. Ich muss immer noch zögern bei diesem Titel. Alter, das wird uns — das ist so unser Running Gag. Wir haben den Podcast damals, Lukas, für dich zur Info, begonnen unter dem Schirm „Corporate Innovation”. Also wir hatten ein ganz anderes Thema, weil wir damals beide in der Corporate Innovation gearbeitet haben, und dann haben wir irgendwann die Podcast-Ausrichtung gewechselt auf dieses Build in Public und Indie Hacking, Bootstrapping-Thema — und seitdem bin ich immer noch am Struggeln. Die ganze Zeit, 50 Episoden, versucht einen besseren Namen zu finden. So ungefähr. Es war wirklich — tat der Audience auch nicht gut, dass wir diesen Wechsel gemacht haben und dann so 10, 15 Folgen lang gar nicht wussten, worum es eigentlich geht — aber so langsam erholt es sich wieder.

Genau. Herzlich willkommen, Lukas! Wir haben heute einen Gast im Podcast. Lukas ist der Gründer oder einer der Gründer — das werden wir gleich erfahren — von Stagetimer. Herzlich willkommen, Lukas.

Lukas: Guten Morgen. An die Zuhörer: eine dritte Stimme, endlich mal ein bisschen Diversität. Ein weiterer Wassermann, den wir für uns gewinnen konnten — mit Bart mit B.

Host: Ich habe auch gedacht, wir sind heute alle farblich in so einem ähnlichen Ton unterwegs, gell? Riverside hat hier diese lilanen Rahmen, dann haben wir lila — alle irgendwie so ein bisschen blau. Ja, wirklich sehr divers heute. Genau, wir wollen heute so ein bisschen über Stagetimer sprechen. Wie bist du zu deiner Idee gekommen? Wie bist du zum ersten User gekommen?

[Gelächter]

Klar, Insider. Wir hatten gerade ein Vorgespräch und Lukas hat gesagt, oh, ich habe keinen Bock mehr auf Podcasts, wo ich immer nur gefragt werde, wie bin ich zu meiner Idee gekommen und zu meinem ersten User. Deshalb — das war mal unser Einstieg. Genau. Nee, und dann hast du aber auch gesagt, du hast ein paar Fragen an uns. Ich würde sagen, wir quatschen einfach mal so ganz entspannt über alles

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mögliche. Aber Lukas, vielleicht kannst du dich noch mal kurz ein bisschen vorstellen.

Lukas: Genau, ich kann mal so die Basics abdecken, damit man weiß, wer bin ich eigentlich. Was tut er überhaupt hier? Warum darf er überhaupt mit euch im Podcast sein? Wieso darf er überhaupt in diese heiligen Hallen kommen?

Host: Ja, genau.

Lukas: Also, Lukas Hermann, ich bin aus Stuttgart.

Host: Bist du eigentlich wirklich aus Stuttgart oder Schwäbisch Hall?

Lukas: Ich bin aus Schwäbisch Hall ursprünglich.

Host: Ah, ja, okay. Na ja, wo bist du her?

Host: Ja, Stuttgart. Das darf man dann so richtig snobistisch sagen. Das sind die Leute, die aus Offenbach kommen, aber eigentlich „Frankfurt” bei LinkedIn schreiben.

Lukas: In der Stadt, wo ich eigentlich aufgewachsen bin — die heißt Geildorf.

Host: Ah, die kennen nicht viele, aber das ist so ein bisschen ein lustiger Name. Aber mit AI, gell?

Lukas: Ja, ja, mit AI — vom Gaul.

Host: Ah ja, muss man mal dazu sagen.

Lukas: Ja, und ich habe vor vier Jahren angefangen, mich zu interessieren: Hey, dieses ganze Bootstrapping und Indie Hacking ist interessant. Warum? Weil du selber als einzelne Person eine Firma aufbauen kannst. Wo auf diesem Planeten sagt ja quasi jemand: „Hey, du kannst als Einzelperson eine Firma aufbauen.” Vielleicht so bei MLMs und Pyramidenschemata, ja, aber sonst nicht. Und dann bin ich halt vor allem über Twitter in diese Gruppe reingekommen und gemerkt: Hey, da gibt’s echt einige Leute, die starten eine Firma, die bauen ein SaaS-Produkt — und es funktioniert, selbst als kleines Team oder als Einzelperson.

Ich habe schon Freelancing gemacht und habe dann auch in einem Startup gearbeitet und gemerkt: Wenn du wirklich, sagen wir mal, ein chilliges Leben haben willst als Selbständiger, dann geh entweder zu Mercedes — wo irgendwie alle hin wollten, die mit mir studiert haben, aus irgendeinem Grund — ich habe ein Praktikum gemacht in so einem großen Haus, so einem großen Software-Haus hier, bin rückwärts rausgelaufen und gesagt: Nie, nie kriegt man mich

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da rein. Also, das geht gar nicht. Aber wenn du halt selbständig sein willst, dann musst du eigentlich ein Produkt entwickeln, weil mit einem Produkt kannst du halt diese Scaling-Effekte haben, ne? Das wächst und irgendwann nimmst du einfach das Geld ein und hast dieses Einkommen, das nicht mehr damit verbunden ist, wie viele Stunden du reinsteckst. Jede WordPress-Seite, die du magst, musst du Stunden reinstecken, um Geld zu kriegen. Und beim SaaS-Produkt, da ist es zwar am Anfang halt sehr, sehr, sehr, sehr langsam und umständlich — für die meisten, für manche nicht, anscheinend. Aber dann kommt halt irgendwann, man merkt, 20% oder 10% Wachstum ist halt wirklich viel Geld, den man kriegt. Krass. Zero-COGS-Business ist einfach der Wahnsinn. Ja, wie das funktioniert — ist total abgefahren.

Und ich habe das dann — bin da reingestolpert in die Idee. Ich habe mir eine lange, lange Liste gemacht mit Ideen, was kann man machen. Und jeder kennt so diese typischen: Da ist immer die To-do-Liste und die Movie-Rating-App — was die typischen sind, die immer noch nichts Vernünftiges gibt, übrigens. Fantastisch, ne? Also die — jeder macht’s, aber keiner kriegt’s hin.

Und ich habe mir gedacht: An einer Stelle — ich habe mir gedacht, oh, das ist eine gute Idee und das könnte richtig viel — sage ich mir als erstes Projekt geht wahrscheinlich eh schief. Mein erstes Projekt geht garantiert schief. Da nehme ich mir einfach die einfachste Idee, die ich am schnellsten umsetzen kann. Und das war eine — die hatte ich — bei einem Kollegen war ich mal bei ihm im Office zum Arbeiten, so coworking-mäßig, und der hat ein Studio, hat gerade jemand aufgenommen. Ich war da, ein Green Screen steht einer da vor den Kameras und er hat alles Remote — im Prinzip sein Setup kann er alles schneiden und live zusammenmachen, außer den Timer. Da muss er aufstehen, in den anderen Raum rennen und beim Laptop irgendwo auf Start drücken.

Host: Krass. Okay.

Lukas: Und ich denke mir: Also nichts einfacher als das, über eine

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Cloud zu lösen, ne? Habe ich mir gedacht. Uhrzeit kriegt man hin, ne? Na, Uhrzeit kriegt man hin. Countdown — also, alle können Countdown. Und das habe ich mir auf diese Liste geschrieben und dann habe ich halt genau das rausgepickt, weil ich dachte, ist eine einfache Idee, macht Sinn. Probiere ich jetzt in einem Wochenende — auch gebaut. Und dann die Idee ist ja einfach, ne? Ich drück hier auf Start und auf dem anderen Laptop fängt’s an zu zählen. Das ist also — simpler geht’s nicht. Und dann kam ich direkt vor dieses klassische Indie-Hacker-Problem. Wie krieg ich denn jetzt überhaupt Benutzer auf dieses Ding? Woher weiß ich, ob das Leute überhaupt wollen? Und da war noch keine Pro-Version und kein Payment und gar nichts. War einfach nur: Du machst die Seite auf und zack, hast du einen Countdown-Timer vor dir und einen Button, da steht „Start” drauf.

Host: Ja, warte mal ganz kurz, bevor du weitermachst Richtung erster User und so weiter. Du hast gesagt, du hast voll Freelancing gemacht, hast WordPress-Seiten gebaut und so weiter. Das ist ja eigentlich jetzt auch ein geiles Timing, dass du das jetzt nicht mehr machst, ne? Weil ich könnte mir vorstellen, das ganze WordPress-Seiten-Bauen und so — das ist irgendwie tot, oder? Nee, ich hab das Gefühl, das ist „alive than ever” so echt.

Lukas: Ja, also ich finde, es gibt immer wieder Leute, die irgendwelche WordPress-Sachen bauen, und irgendwie ist trotzdem noch jede zweite Webseite im Internet WordPress, oder nicht?

Host: Ja. Ja, okay. Also WordPress irgendwie schon. Kennst du Lovable? Nee. Ah, okay. Also ich habe jetzt Lovable verwendet. Das ist so ein No-Code-Page-Builder, wo du halt einfach in natürlicher Sprache reindiktierst, was du haben willst, und dann baut dir das eine Webseite. Und da habe ich gedacht: Alter, das ist jetzt so günstig, irgendwie Webseiten zu bauen und alles mögliche, wenn du dich ein bisschen auskennst technisch, dass dieser Markt halt so kompetitiv werden wird, dass ich mir irgendwie nicht vorstellen kann, dass man mit WordPress-Seiten-Bauen irgendwie noch Geld verdient. Du klar, neue Webseiten — ja. Aber du hast ja viele, viele Firmen und Klein- — also jeder zweite Zahnarzt hat eine WordPress-Webseite, die 10 Jahre alt ist,

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und wo die sagen, oh, das geht nicht mehr und das brauche ich oder das brauche ich, und dann irgendein armer Freelancer, der halt gerade nicht genug Kunden hat, sagt dann: ja, okay, ich mach’s. Also, du kennst doch bestimmt zehn von solchen.

Lukas: Ja. Ich überlege gerade: Bei dem Kindergarten von meiner Tochter, die haben auch eine WordPress-Seite, und ich habe wirklich von Tuten und Blasen gar keine Ahnung und musste da letztens irgendeinen komischen Bug-Fix finden. Ich glaube, in der Zeit hätte ich eine neue Seite schon lange fertig gehabt, die ich damit verbracht habe.

Host: WordPress ist eine absolute Katastrophe, nicht? Also der Code ist eigentlich ganz okay und PHP ist auch nicht so schlimm, aber die Leute installieren immer 20 Plugins und dann musst du dich durch — ja, furchtbar. Ich meine, wirklich einen Besucherzähler auf einer Kindergarten-Webseite — ist die Frage. Also ja, ich bin froh, dass ich kein WordPress mehr mache. Okay, aber was ich eigentlich fragen wollte: Du warst Freelancer, du kannst programmieren — was programmierst du, PHP oder was ist da so dein Stack?

Lukas: Ja, so ganz klassisch Web, ne? Angefangen mit HTML und dann CSS und dann PHP und jetzt halt JavaScript, was mal wie immer alle machen.

Host: Ja. Ja. Okay. Das heißt, du konntest schon coden — und wenn du vor vier Jahren mit Stagetimer angefangen hast, dann war das ja auch noch kurz vor ChatGPT sozusagen.

Lukas: Ja, genau. Ich habe ja als Frontend-Entwickler in einem Startup gearbeitet. Also das war mein Job.

Host: Okay. Das heißt, du hast, als du dann dieses Produkt gebaut hast oder zumindest den ersten Proof of Concept, das war dann auch komplett ohne KI, einfach nur wirklich mit eigenen Skills quasi — wirklich Code geschrieben.

Lukas: Mit meinen eigenen Fingern.

Host: Mit deinen eigenen Fingern. Genau.

Lukas: Ja.

Host: Mega geil. Okay, cool. Und dann hast du diesen Proof of Concept gebaut und dann wolltest du gerade weiter erzählen, dass du dann das klassische Indie-Hacker-Problem hattest. Wie vermarkte ich das jetzt?

Lukas: Genau, wie vermarkte ich das jetzt? Wie krieg ich überhaupt User da drauf? Und so, das ist jetzt — jetzt kommt die Indie-Hacker-Bubble so ein bisschen mit ins Spiel,

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weil die Indie-Hacker-Bubble — das sind alle Indie-Hacker, die schieben sich so ihre Produkte gegenseitig zu. Ich weiß nicht, ob ihr das schon gesehen habt, ne? Da gibt’s irgendwie die 50 Boilerplates und Page-Builder und Directories und sonstiges Zeug. Social-Media-Scheduling-Tools.

Host: Ja, genau. Genau.

Lukas: Und ich habe halt ein Ding gebaut, das eben nicht in diese Bubble passt. Wer will Countdown-Timer? Niemand von den Indie-Hackern. Die denken alle: Ich hab doch mein iPhone, ich brauch doch nichts anderes. Und deswegen muss ich gucken, wo sind denn diese Leute, die Live-Event-Produktion machen, Live-Video, Livestreams? Und dann bin ich nachher zu Reddit, ne? Habe einfach mal so ein bisschen gesucht. Ich finde es übrigens sehr schwierig, ein Subreddit zu finden, wenn es nicht groß ist. So ganz kleine — unglaublich schwierig zu finden, weil die sich gerne auch so benennen, dass sie gar nichts damit zu tun haben, worum es geht, ne?

Host: Ja.

Lukas: Nee, du musst halt wirklich diese Fachbegriffe — du musst wissen, genau. Ich habe dann einen gefunden, heißt „Commercial AV” — war eigentlich der falsche Subreddit, da ging es eigentlich mehr um Audio-Video, so Installationen in Gebäuden.

Host: Ah, okay.

Lukas: Und die haben mir dann auch gesagt: Hey, poste das doch mal drüben bei „Video Engineering.” Und dann war ich im richtigen Sub.

Host: Ah, okay.

Lukas: Und dann habe ich es gepostet und da kamen dann so 50 Antworten ungefähr — gemeint, oh, das ist ganz interessant. Und 50 Antworten, und 40 davon waren Feature Requests.

Host: Aha, ist cool. Feature Requests zu kriegen ist schon mal ein gutes Zeichen. Das bedeutet, Leute wollen eine Lösung, die es anscheinend auch nicht gibt.

Lukas: Und das andere, was ich gemerkt habe, ist, dass über die Tage hinweg Leute das tatsächlich benutzt haben. Also, wenn du launcht und nach 7 Tagen ist kein Traffic mehr, das ist ein schlechtes Zeichen. Wenn aber dann immer noch Leute kommen und es verwenden oder dich mal anschreiben: „Hey, ich habe das benutzt hier und da und könntest du noch das und das machen?” — dann sagt das schon, oh, wird verwendet. Habe also weiterentwickelt — und es war kostenlos, ne? Ich habe das auch abends gemacht, Freizeit — und in guter Manier dachte ich mir: Mein neues Produkt — ja, da muss ich ja wissen,

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wie man Payment-Systeme einbaut und Benutzer-Accounts anlegt und solche Sachen. Dann kann ich das jetzt mal üben. Mache ich jetzt mal eine Alpha-Version. Das baue ich jetzt einfach mal alles in meinen Timer ein, dann weiß ich, wie das funktioniert — und beim nächsten richtigen Produkt, wo ich dann Geld verdiene, ja, dann weiß ich schon, wie das funktioniert und kann es gleich richtig machen.

Host: Facebook ist übrigens genauso entstanden.

Lukas: Ja, wirklich?

Host: Ja. Also Facebook war mehr so ein: Ja, daran üben wir jetzt, damit wir dann was Richtiges bauen. Ja, nee, genau. Das war bei denen genauso. Vielleicht ist das das Erfolgsgeheimnis — vielleicht müssen wir uns das auch für Postflow und für Zelfer so vornehmen.

Lukas: Ja, das ist eigentlich gar nichts Vernünftiges. Wir üben nur fürs nächste Mal.

Host: Die ganze Zeit.

Lukas: Und das hat halt nie aufgehört. Ich habe halt einfach ständig dran weiterentwickelt und irgendwann habe ich eine Pro-Version rausgelaunchtet — nicht weil ich dachte, ich werde jetzt reich, sondern weil ich dachte, wenn ich einen Payment-Provider einbaue, brauche ich auch irgendeine Pro-Version, damit Leute dafür zahlen können. Habe ich halt irgendein Feature von dieser langen Liste dazu — damit ich irgendein Argument habe, jetzt kann man eine Pro-Version draus machen.

Und schreibe das — also nicht launchen und Product Hunt, schreibe einfach bei Twitter rein, mit meinen 300 Followern: „Ich habe das jetzt hier.” Und Pray. Und da — am gleichen Abend kriege ich den ersten Kauf von jemandem, der irgendwie 6 Monate vorher diesen Reddit-Thread gelesen hat, also abgefahren, und er irgendwie mich dann auf Twitter gefunden hat und dort gesehen hat, ich habe jetzt eine Bezahlversion — und direkt gekauft.

Host: Ja, die Nische hast du auf jeden Fall gewonnen, ne? Das ist so ein abgefahrener Use Case. Ich habe gerade überlegt — welche Berufsbezeichnung hat denn jemand, der das wirklich im Alltag braucht? Ich habe erst an Haustechniker gedacht, aber die sind es wahrscheinlich gar nicht so unbedingt, oder?

Lukas: Nee, das ist so Live Engineering — und die Leute, die das hauptsächlich machen, nennen sich

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„Showcaller”. Also ist einer, der bei einer Show im Prinzip backstage ist, der hat einen riesigen Monitor vor sich, wo alle Kameraperspektiven alles quasi zu sehen ist. Und der hat seinen Funk und der sagt allen: Kamera eins auf die Position, Audio-Mikrofon bereit, da kommt jetzt gleich der nächste Gast, und so weiter.

Host: Das heißt, es ist jetzt gar nicht typisch bei irgend so einem random Meetup in irgend so einem Bürogebäude, sondern schon eher gedacht für die große Bühne.

Lukas: Das ist gedacht für die große Bühne — wird aber am Ende für die abstrusesten Sachen verwendet. Wir haben Pferderennen. Wir haben in Kanada ein National-Election, das es für seine Kandidaten verwendet hat. Wir haben Nightclubs, Fitnessstudios, die es fürs Krafttraining verwenden, Strip Clubs — alles so, wirklich durch die Bank.

Host: Krass. Kriegst du da — also ich weiß, die erste User Story und so blabla. Wie ist denn — ich hätte zwei Fragen. Die eine ist so ein bisschen: Planst du quasi World Domination? Ist das eher so ein Lifestyle Business für dich, oder bist du auf Exit?

Lukas: Lifestyle Business. Also, ich hatte ja am Anfang gedacht, oh, wenn ich da 10.000 € raushole, ist es ein Erfolg. Mittlerweile macht’s über 20.000 pro Monat und ich denke mir halt: Wo ist denn hier überhaupt das Ceiling? Und klassischerweise guckt man sich ja seine Konkurrenten an und guckt sich an: Wie groß ist denn der Markt? Das Problem ist, wir haben keinen richtigen Konkurrenten, der so groß ist, dass wir gucken können, wie groß der Markt ist. So ein bisschen — ja, aber nicht richtig. Deswegen meine Vermutung ist ein bis zwei Millionen pro Jahr — das ist so meine Vermutung, dass das der Deckel ist.

Host: Ähm, das heißt: erstmal einen Deckel suchen, bevor man — also du kannst ja sagen, hier, ich habe das jetzt auf 20 — das heißt, du bist bei einem 240k-Umsatz, da ist wahrscheinlich 80 bis 90% Marge drin, weil — ja, ich weiß nicht, ob du überhaupt Paid Marketing machst.

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Lukas: Doch, doch — das ist unser Hauptkostenblock: Paid Marketing.

Host: Okay, aber wenn du dann trotzdem noch 80% Marge rausziehst, das könnte man ja auch — könnte man wahrscheinlich schrauben.

Lukas: Ja, das ist so, also das ist ein Segen und Fluch, übrigens. Der Fluch ist: Wir sind in so einer kleinen Nische, dass wir — wir machen Google Search Ads. Und wir können nur so viel Geld pro Monat da reinstecken. Sobald wir mehr reinstecken, kriegen wir ganz abstruse Suchanfragen: Geburtstagstimer, irgendwie Jahresendtimer — so Sachen, die wir gar nicht machen.

Host: Ja, der Channel ist voll, ne?

Lukas: Genau, weil der Channel einfach — sag mal, der Teich ist so klein, gibt so wenige Fische, die nach sowas suchen, dass wir die schon irgendwie mit 1.000 € pro Monat abgedeckt haben, im Prinzip.

Host: Ach so, krass. Ja, ich wollte gerade fragen, wie könnt ihr 80, 90% Marge machen, wenn ihr Paid Ads macht — aber so funktioniert’s. Also, wir haben echt einige Sachen probiert und gemerkt, wir sind da sehr schnell saturated. Auf der anderen Seite ist die Nische so klein, dass ich glaube, die meisten großen Player in unserem Space schauen sich die Nische an und sagen: Das lohnt sich für uns überhaupt nicht.

Lukas: Das heißt, einzige Konkurrenz, die wir eigentlich haben, ist ein Open-Source-Projekt. Und die machen wahrscheinlich wenig Marketing, so ne. Die haben jetzt eine Paid-Cloud-Version auch rausgebracht. Mal gucken, vielleicht entwickelt sich da noch was — aber ja. Wie viel wächst du jetzt pro Monat von den 20k, immer noch pro Monat oder pro Jahr oder wie auch immer?

Host: Pro Monat — ich habe so optimistisches 10%, aber ein bisschen drunter. Pro Monat, ein bisschen drunter. Also nicht so stark.

Lukas: Ja, aber das ist ja — also, weil das wäre ja auch ein Exit Case, ne? Du kannst ja sagen, okay, wir haben hier im Grunde ein 200k-Profit-Business, dann nimmst du dazu weiß ich nicht, 20er Multiple drauf. Und dann kannst du endlich — das wäre dann die nächste Frage gewesen — deine echte Idee verfolgen.

Lukas: Ich hatte ein Angebot auf dem Tisch. Aber ich habe gemerkt, dass — was die halt machen: Die sagen, okay, so — mein Businessmodell ist da auch ein bisschen kritisch

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anscheinend — kann ich auch noch drüber reden, wenn ich will. Aber die sagen: „5–6x Multiple ist gerade marktüblich.” Und die haben halt gesagt: Ja, wir müssen natürlich Entwickler mit einplanen. Das heißt, von diesen 20.000 pro Monat gehen halt 6.000 weg, dann bleiben halt irgendwie was auch immer übrig — und am Ende kam es halt bei einer halben Million raus. Ich dachte mir: Das ist ja genauso, dass es im Prinzip keinen Sinn macht für mich, weil da kann ich es auch einfach drei Jahre weiterlaufen lassen. Steigendes Geld.

Host: Stimmt.

Lukas: Dann würde ich es lieber weiter aufbauen. Und für mich, ehrlich gesagt — was für mich wertvoller ist: Wenn ich jetzt was Drängendes hätte, wenn ich eine AI-Idee hätte, die alle Rahmen sprengt, dann wäre es interessant gewesen. Aber ich habe halt diese AI-Idee nicht — oder vielleicht die Motivation, das zu machen. Ein Produkt von 0 bis 10 wachsen zu lassen, in den Schuh kommt man relativ oft. Aber ein Produkt von 20.000 € auf 50.000 € wachsen zu lassen — in den Schuh kommt man nicht oft. Das ist eigentlich der Traum, ne? Zumindest glaubt man das immer.

Ja, deswegen dachte ich mir, den Schuh lasse ich jetzt an, dann lerne ich was.

Host: Ja, cool. Und Team — ich hatte glaube ich mal gelesen, dass deine Frau irgendwie Buchhaltung macht oder sowas.

Lukas: Buchhaltung. Nein, meine Frau macht — wir sind offiziell Co-Founder, wobei jetzt mit Kind ist meine Frau, sag mal, mehr beschäftigt. Was sie macht ist Customer Service und — die kommt für alle Sales-Sachen. Sie macht Sales, sie macht Customer Service — und sie macht es super. Und ich bin so froh und schätze es wirklich, dass wir Customer Service in-house haben, weil sie kann mir dann immer sagen: „Hey, das brauchen die Leute, das brauchen die Leute, danach fragen die Leute, das ist kaputt.”

Host: Ach so. Und das heißt, du hast aber keinen weiteren Co-Founder — also als du vorhin von Co-Founder gesprochen hast, da ging es um dich und deine Frau?

Lukas: Nee, da ging’s um das zweite Projekt. Ach so, genau — weil ich — wie das auch so eine Indie-Hacker-Pain ist. Man hat dann sein Projekt, das

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fängt an, so 5.000 € pro Monat zu machen, man denkt sich: Morgen sind die Kunden alle weg, ich brauche noch ein zweites Standbein. Brandneues.

Host: Ja, genau so.

Lukas: Das habe ich mir auch gedacht. Während dieser Zeit habe ich jemanden kennengelernt in diesem Bereich, der auch Software-eigene Apps entwickelt, aber sich da auskennt — selber so Videoproduktion macht. Und der hat mich überzeugt, dass wir ein ähnliches Produkt — das quasi damit nicht fusioniert, sondern synergiert. Komplementärprodukt.

Host: Genau.

Lukas: Und mit ihm bin ich als Co-Founder in diesem zweiten — das ist noch nicht so groß, aber wächst. Langsam, aber wächst.

Host: Und ist das voll im Stealth-Modus, oder kannst du was dazu sagen?

Lukas: Nee, kann ich sagen. Rundown Studio ist schon lang gelaunchtet und wird auch verwendet von großen Produktionen mittlerweile. Aber ist noch viel kleiner.

Host: Okay. Und was macht das Produkt?

Lukas: Wenn du überlegst — wenn du Stagetimer so — ich habe gar nicht beschrieben, was es macht, ne? So von der Story ist es so klar geworden, denke ich. Also: Überleg dir ein TED-Event, und da ist vorne eine Uhr und du weißt genau, du hast noch 20 Minuten jetzt, oder 5 Minuten übrig. Das macht mein Produkt. Und du kannst halt Botschaften dann noch reinstecken und hast ein paar Werkzeuge, um z.B. den Countdown ein bisschen schneller ablaufen zu lassen, als er eigentlich ist.

Host: Was soll ich sagen?

Lukas: Stell dir vor, das Publikum ist nackt und chill, Brudi. Wenn Stagetimer quasi während des Events verwendet wird, wird Rundown Studio als Vorbereitungstool verwendet — also die Show zu planen, alles fertig zu machen. Ein Minutenplan-Tool sozusagen — nicht ganz, aber einfach eine glorified Excel-Tabelle mit Funktionen drin.

Host: Ja, okay. Webseite. Ich habe gerade überlegt, weil du sagst, hier bricht alles zusammen und dann bin ich arbeitslos. Hast du — ich habe gerade überlegt, wenn das im Grunde, wenn du

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das vor vier Jahren an dem Wochenende programmieren konntest — ist es so günstig, dass ich das nicht tun werde?

Lukas: Ja, das ist eine sehr gute Frage. Das ist die Frage nach Moat, ne? Wie groß ist mein Burgraben? Und man kann wahrscheinlich fast jedes Produkt an einem Wochenende nachprogrammieren — aber die Frage ist: Wie gut kennst du den Markt? Wie etabliert bist du im Markt schon? Und wie sehr hast du dein Problem verstanden?

Wir hatten vor ein paar Monaten einen Copy Cat — die haben unser Ding, das fast eins zu eins, in ChatGPT reingesteckt — und ich habe den Link noch irgendwo. Und es sah also einfach eins zu eins genauso aus, nur Light Mode.

Host: Schon der erste Fehler.

Lukas: Ja, schon der erste Fehler. Und ich hab es mir angeguckt und gesehen: Ja klar, kann vielleicht ein paar der Sachen — aber wissen die, welche Sachen ich nicht mag an meinem Produkt? Wissen die, welche Sachen ich gerne noch umsetzen würde? Wissen die genau, wie ich mein Produkt in 5 Jahren sehe, und warum ich weiß, dass mein Produkt so aussehen muss in 5 Jahren und nicht so wie jetzt?

Host: Nee, die wissen es nicht. Also dadurch — das haben wir auch gemerkt bei unseren Marktforschungssachen: Wir haben ein paar Wettbewerber, die zum Teil auch bei Y Combinator und so gefundet sind. Also wir machen quasi KI-Erhebung und Analyse von qualitativen Daten, also von Interviews z.B. — wir transkribieren die, und dann gucken wir, dass wir da 30 Interviews zusammen haben. Und dann — einerseits wahrscheinlich könnte man da, wenn man ein paar richtige Entscheidungen trifft, einen Wettbewerber aufbauen. Aber am Ende ist der Teich so groß — hat der eine Größe, die für zwei Leute halt vollkommen klar geht. Aber wenn du da 5 Millionen € reinsteckst, dann musst du halt so viel Kohle verdienen, dass es eigentlich dann

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schon wieder zu klein ist, ne? Das ist dann der Nischenmodus. Das heißt eigentlich, der Wettbewerb ist weniger ein echter Wettbewerb — weil du hast als Vorsprung: Ja, du hast es noch mit der Hand geschrieben. Aber auch einfach, es wird ja niemand sein Abo wechseln zu jemandem, der einen Euro günstiger ist.

Lukas: Und du musst auch die Frage stellen: Warum kommen Leute zu dir und kaufen dein Produkt? Und im B2C-Bereich ist es sehr flexibel, weil da schaust du in den App Store und wenn es ein besseres Produkt gibt, das billiger ist, dann kaufst du das. Im B2B-Bereich ist es nicht ganz so einfach, weil du gehst ja durch diesen Prozess durch — bei großen Firmen oder großen Organisationen gehst du durch diesen Prozess, wo dann die Organisation prüft: Ist es überhaupt was für uns? Können wir das verwenden? Funktioniert es in der Art und Weise, dass es mit unseren internen Gesetzen und Regularien funktioniert? Und wenn du mal durch diesen Prozess durch bist und die dich gekauft haben, dann gehen die nicht morgen zum Competitor.

Host: Da habe ich echt krass falsch eingeschätzt, weil ich hatte echt erwartet, dass das eher für — sag mal — den semiprofessionellen Bereich hauptsächlich ist, die das kaufen. Weil so B2B-Sales — da ist der Moat alleine die Kundenbeziehung und dass die dich kennen und — niemand — wie war das? „No one has ever been fired for hiring IBM.”

Lukas: Ja, genau.

Host: Und ihr seid ja quasi das IBM der Stage-Timer inzwischen — somewhat. Also halb-halb würde ich sagen.

Lukas: Es ist schon viel Self-checkout und Leute, die im Prinzip abspringen könnten. Und — also ich möchte mich eigentlich selber loben, aber eins, was uns echt — und vielleicht könnt ihr sagen, ob das bei euch auch so ist, weil das interessiert mich jetzt. Wir haben immer wieder Kunden, die schreiben uns eine E-Mail und sagen: „Hey, wir haben euer Produkt jetzt so und so lang verwendet. Das ist die beste

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User-Erfahrung, die ich je hatte. Ich möchte nie wieder wechseln.” Okay? Und wir kriegen das regelmäßig. Preis erhöhen — dringend, da können wir auch noch drüber reden — aber kriegt ihr solche E-Mails auch? Ist es üblich? Oder ist es hauptsächlich B2B, oder ist es irgendwie unsere Nische, weil alle anderen Produkte aussehen wie Excel 1998?

Paul: Also ich spreche mal kurz für Postflow. Postflow ist ein Social-Media-Scheduling-Tool, was bei uns aus dem Nichts heraus entstanden ist — dass wir diesen Podcast haben, irgendwann angefangen haben, den Podcast in Shorts zu zerschnippeln und diese Shorts auf alle Plattformen zu publishen. Und dann haben wir gemerkt: Boah, das nervt ultra, jede Woche 30 Shorts zu publishen, wir müssen das irgendwie automatisieren. Und dann habe ich angefangen, uns dafür ein Tool zu programmieren.

Und dann, als das soweit war, haben wir gesagt: Komm, jetzt versuchen wir das an andere Podcaster zu vermarkten. Und haben gemerkt: Okay, die meisten Podcaster machen kein Video, oder sie machen den Podcast nur als Hobbyprojekt und geben dafür kein Geld aus, oder sie machen keine Shorts, weil sie da keinen Bock drauf haben. So, dann war diese Podcaster-Zielgruppe tot. Und dann haben wir Postflow weiterentwickelt Richtung Content Creation für LinkedIn, weil wir beide halt LinkedIn-Content machen. Und das heißt — davor hatte ich noch nie selber ein Produkt entwickelt, und ich bin auch kein Programmierer, und dementsprechend — mittelgeil sieht Postflow aus und ist glaube ich auch von der User Experience wirklich nicht leading in der Welt. So, das macht, was es soll. Das funktioniert für uns und für die Cases, wo wir es nutzen. Aber wir haben jetzt auch nicht mega viele User darüber hinaus. Wir sind noch dran am Arbeiten, sozusagen rauszufinden, was der richtige Kanal ist und was überhaupt die richtige Zielgruppe ist und vielleicht sogar, was eigentlich das Problem ist, das wir lösen. Das heißt, wir kriegen diese E-Mails nicht — um das ganz kurz zu beantworten.

Lukas: Okay.

Paul: Und ich glaube, das ist ein

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ziemlich krasses Zeichen, wenn man sie kriegt. Ich glaube, es ist ein gutes Zeichen für Product-Market-Fit. Und ja, vielleicht zum Preis-Erhöhen — schwieriges Thema, viel drüber nachgedacht — aber ist ein gutes Zeichen.

Lukas: Ja. Und du hast — was ist denn, wenn ihr es nur für Neukunden erhöht?

Host: Machen wir auch. Wir machen Preiserhöhungen immer nur für Neukunden.

Lukas: Und du hast am Anfang mal gesagt — als es drum ging, ihr habt ein Angebot auf dem Tisch und so weiter — hast du gesagt, es gibt irgendein Problem mit dem Geschäftsmodell. Was ist das Problem?

Lukas: Ja, so, das ist so ein bisschen das Pricing-Problem. Ich habe beschrieben B2B, große Firmen — und dann hast du gesagt, aber ihr seid ja so in diesem Prosumer-Bereich, ne, mit den Kleineren. Wir haben genau dieses Problem. Wo machst du diesen Schnitt zwischen dem Prosumer, der preissensitiv ist, der halt eben nicht 1.000 € auf den Tisch blättert für einen Countdown-Timer — muss man dazu sagen —

Host: Ja.

Lukas: — und der großen Firma, die halt sagt: Oh, wenn ich — wir haben jetzt alle Formulare ausgefüllt, es kann auch 10.000 verlangen, ist völlig wurscht. So einfach ist das nicht. Und wir strugglen echt damit. Wir haben halt versucht, diese Pro- und Premium-Stufen — und können wir da irgendwie sagen: Hey, wenn es groß genug wird von der Nutzung her, dann kostet es ein bisschen mehr, oder viel mehr — doppelt so viel, um ehrlich zu sein?

Und dann kamen wir in diesen Bereich, wo wir gemerkt haben, dass die Nutzungspatterns unterschiedlich sind. Manche — gerade so Firmen, so Firmenmeetings, USA — das ist so jede Woche: Bam, bam, bam, wir brauchen das die ganze Zeit. Und der Event-Use-Case: Da gibt’s ganz viele, die sagen, oh, ich habe jetzt einen Kunden, da brauche ich das, da kaufe ich das, und dann wird’s wieder gekündigt. Ich habe das einmal pro Jahr oder zweimal pro Jahr oder dreimal pro Jahr — und mehr brauche ich es nicht.

Und wir hatten halt vorher die typischen Monthly/Yearly. Und dann hatten wir einen riesigen Churn — 12% Churn — weil die Leute es halt ständig einen Monat gekauft haben, wieder gekündigt, weil sie immer brauchen. Und wir dachten uns: Wenn das das Nutzungspattern ist, dann machen wir das Angebot auch so. Wir machen das ganze Jahr Subscription yearly — am Anfang 10 Tage, mittlerweile sind es 30 Tage: Kaufst einmal, kriegst 30 Tage, keine Erneuerung, keine Subscription — und es ist richtig gut angekommen.

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Normalerweise macht man so: Wenn du monatlich gehst, dann kostet es irgendwie 20% mehr. Bei uns kostet es halt irgendwie doppelt so viel. Also der jährliche Monat ist irgendwie halb so teuer wie der einfache Monat — und trotzdem kaufen das die Leute. Weil sie sagen — das darf ich euch gar nicht sharen, weil das sind unsere Geheimnisse:

Die sagen sich: A, ich kriege eine Invoice, die kann ich direkt an meinen Kunden weiterleiten und brauche das nicht wie bei einer Subscription irgendwie aufbröseln pro Tag. B, ich muss nicht dran denken zu kündigen. C, die Leute schreiben uns keine E-Mails, dass sie vergessen haben zu kündigen und wir müssen dann Rücküberweisungen machen. Also win-win all around.

Aber — wenn du jetzt deine Firma verkaufst und die sehen: Oh, da haben Leute keine Subscription, sondern dir schon Geld gegeben für einen Service — dann rechnet die es nicht in dein MRR mit rein, also Monthly Recurring Revenue. Dann ist dein MRR viel niedriger, und dann ist die Valuation viel niedriger, und dann sagen die: Ah, so viel Geld gebe ich ja für die Firma nicht aus, weil — wer weiß, ob die nächsten Monat zurückkommen. Obwohl in unserer Statistik — wir wissen, die Leute haben das teilweise schon zum 17. Mal diesen Monat gekauft.

Host: Ähm, oder einfach ständig zurückkommen. Das ist bei uns zu 100% genauso. Also ein Marktforschungsding — weil Marktforschung ist Projektbusiness. Und sobald du da mit einer monatlichen View kommst, kannst du das vergessen, weil du das nicht umlegen kannst. Selbst wenn es 20 € monatlich — wir können besser 3.000 € für ein Projekt nehmen als 300 € im Monat.

Lukas: Richtig. Genau das. Und ich finde, viele Indie-Hacker blicken das nicht — die sagen, oh, Subscription, Subscription ist the golden cow. Ist es ja theoretisch auch, aber einfach seinen Kunden zu kennen

[32:11]

und sagen: Das ist was der Kunde wirklich braucht und das bieten wir an. Fertig.

Host: Hey, und ich bin gerade noch mal auf der Stagetimer-Webseite — und ich sehe gerade zum Beispiel beim Single-Event-Pricing: Per Room, Limits 50 Timers. Hä?

Lukas: Ja, das ist — wir haben gedacht, wir brauchen irgendwelche Zahlen, um zu zeigen: Da ist eine größere Zahl und da ist eine kleinere Zahl, ne? Du siehst das — Pro: Zahl 50, und bei Premium ist’s 500. Und Timer sind diese — wenn du überlegst, ein Minutenplan, diese Einträge — also du kriegst quasi 50 Einträge oder 500 Einträge. Im Prinzip ist diese Zahl nicht wichtig, weil niemand in dieses Limit kommt. Die ist nur da, damit da eine größere Zahl steht, damit der größere Plan besser aussieht.

Host: Ja, andererseits — wenn du sowas hast wie OMR oder so, dann hast du da wahrscheinlich 30 Workshop-Räume, die haben jeden Tag 17 Slots — und die müssen ja alle quasi auf die Zeit laufen.

Lukas: Am Ende ist das Limit, das wirklich Sinn macht, diese „connected devices” — also: Wie viele Leute können diesen Link öffnen und sich diesen Timer anschauen? Und wenn du halt ein großes Event hast, wenn du willst, dass alle deine 300 Leute sehen können, was gerade in der Agenda los ist, dann musst du halt mehr zahlen.

Host: Und würdet ihr sowas wie die OMR z.B. auch ausstatten können? Also würde das Produkt das abbilden können? Macht es da überhaupt Sinn? Also, wenn du jetzt so ein Event hast, wo du halt zehn Workshopräume hast oder sowas — macht es da überhaupt Sinn, oder macht’s da eher Sinn, dass jeder sich in seinem Workshopraum halt selber um das Timekeeping kümmert?

Lukas: Ja, also nicht wir — wir haben so das — die Frage, die dahinter drinsteckt, ist: Für welchen Kunden bauen wir unser Produkt?

Host: Ja, genau.

Lukas: Und die Antwort da drauf ist: Wir haben so ein System, dass wir drei Kundeninterviews machen. Und einfach uns anhören: Was brauchen die Leute von unserem — sagen wir mal, von dem Kunden, von dem wir die meisten haben, oder der am begeistertsten ist, der am liebsten unser Produkt verwendet. Den kontaktieren wir, sagen: „Hey, lass uns reden.” Dann sagen die mir: „Ah, das ist cool, das ist cool — und das brauchen wir noch und das brauchen wir noch.” Dann kristallisiert

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sich für mich raus: Okay, der Kunde, der unser Produkt am liebsten verwendet, braucht diese Sachen. Und die implementiere ich. Und so hat sich unser Produkt hin zu diesem Showcaller-Video-Production-Manager entwickelt. Und ich hatte am Anfang auch gedacht: So zu Messen oder Conferences, wo dann jeder Conference-Room seinen Timekeeper hat — aber das scheint nicht so der Use Case zu sein und nicht so die Leute, die es gebraucht haben. Deswegen haben wir das auch nicht in die Richtung entwickelt.

Host: Ich kann mir auch vorstellen, dass sowas dann halt nicht zentral gesteuert wird einfach, ne? Also du hast niemanden, der dann da sitzt und sagt: „So, in Workshopraum A muss es noch 5 Minuten gehen.” Und so der Workshop-Leiter sitzt und sagt: „Hier, um 8 Uhr sind wir wieder alle zurück im Hauptraum.”

Lukas: Genau. Genau.

Host: Hey, und dann habe ich noch was gesehen — Sekunde. Zwei Sachen. Also erstmal lass uns damit anfangen. Ich sehe hier gerade, es gibt Audience Reactions auf Stagetimer.io. Was ist das?

Lukas: Ah, ja! Ha! Reactions. Das ist ein lustiges kleines Tool — wenn man sich überlegt, was man alles macht für Marketing. Free Tools ist so ein Channel, und wir haben es ein bisschen ausprobiert — haben eigentlich noch viel mehr Pläne, aber noch keine Zeit gehabt — und das ist eins von diesen Free Tools, wo wir überlegt haben: Können wir so ein — du machst auf deinem Handy was auf, du tappst ein kleines Emoji und vorne auf der Bühne fliegen die dann über den Bildschirm — damit man so diese Reaktion hinkriegt.

Host: Aus welchem Interview ist das denn gekommen?

Lukas: Nee, das sind so Ideen, die ich mir manchmal gönne.

Host: Und Audience Reactions — du hast gesagt, Mini-Tool, so für Marketing und so weiter. Ist das was, das für SEO relevant ist, oder wie hilft dir das beim Marketing?

Lukas: Ja, das war die Idee. Also eigentlich wollte ich da eine schöne Landing Page machen und das anpreisen, damit das Leute dann finden. Ich bin da nie dazu gekommen, weil ich dachte, für ein Mini-Tool eine Landing Page zu machen — ich wollte eigentlich noch mehr bauen und dann mehrere.

[36:13]

Und dann ist es so ein bisschen eingeschlafen. Jetzt kriegen wir aber irgendwie jeden Monat mal eine Person, die sagt: „Ich möchte es gerne für eine Konferenz mit 5.000 Leuten verwenden, geht das?” Vielleicht wird es dann doch noch irgendwann was.

Host: Und das zweite, was ich fragen wollte, ist auch eine SEO-Frage. Und zwar: Ich habe unten im Footer gesehen, ihr habt diese „Instant Timer”. Funktioniert das genauso auch quasi als SEO-Ding, oder was?

Lukas: Ja, das ist Programmatic SEO. Das kennen die meisten — macht man das bei so Kategorien oder Katalogen, ja, dass man — sag mal — man hat 500 Seiten und die haben alle irgendwelche Filter, und die Filter kann ich dann alle in Long-Tail-Keywords zusammen — du kennst bestimmt Levels.io, ne? Wenn du — ja, so Levels.io-mäßig, ne? Der hat doch irgendwie Nomad List oder sowas, glaube ich, heißt die Webseite — und dann gibt’s einen Link, wo irgendwie „most popular destinations for single, you know, white man, whatever” steht.

Host: Genau — mit gutem WLAN und schönem Wetter und Strand.

Lukas: Ja, genau. Und ich habe gedacht: Wie mache ich das denn für mich? Na ja, ich kann Links machen, wo halt drin steht: „5 Minuten Timer”, „10 Minuten Timer”, „eine Stunde und 20 Minuten Timer.” Dann habe ich das gemacht. Also du kannst drauf klicken, du kannst wirklich den Link ändern, und wenn du halt irgendwie „6 Minuten” reinschreibst, dann kriegst du einen 6-Minuten-Timer.

Host: Geil. Und funktioniert das für SEO — also kommt da was bei rum?

Lukas: So. Geh mal auf Google und such nach „30 Minuten Timer.”

Host: Mhm.

Lukas: Und „30 Minute Timer.” Da siehst du: A, hat Google sein eigenes Tool?

Host: Ja, direkt auf Start klicken. Eigener Timer.

Lukas: B, hast du irgendwie 380 YouTube-Videos mit 30-Minuten-Timer, die auftauchen? Und dann: Tatsächlich — und trotzdem gibt es so viele Suchanfragen nach „30 Minuten Timer,” dass wir da tatsächlich Traffic kriegen.

Host: Crazy. Und wie viel kannst du das irgendwie qualifizieren? Müsste ich — also jetzt kombiniert über alle von diesen Timer-Subpages — wie viel Traffic kommt da rein pro Monat?

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Lukas: Habe ich gerade nicht im Kopf. Schau mal weiter.

Host: Ja. Für mich wär — also wir sind jetzt sehr sehr spezifisch in Programmatic SEO. Für mich als denjenigen, der nicht so Produkt kann oder versteht — war für mich die Frage: Wenn du entscheiden musst, Produkt oder Marketing gerade — wo würdest du deinen Fokus legen? Und wenn du sagst, du bist mit Performance Marketing inzwischen quasi — also das ist der Channel, der funktioniert, aber der Channel ist halt voll — wie du auf dem Channel-Level darüber nachdenkst, wie du weiter wachsen kannst oder wirst. Das ist die bessere Frage.

Lukas: Also, ich gebe kurz die Antwort: „5 Minuten Timer” — 2 Millionen Impressions pro Monat.

Host: Holy shit. Hast du — oder wie heißt das? AdSense oder so eine Idee?

Lukas: Also Impressions in der Suche — und wie viel Klicks dann, das bleibt jetzt mal geheim.

Host: Ah, okay. Aber sagen wir mal so 2% Clickthrough Rate oder sowas.

Lukas: Ja, okay. Aber die andere Frage ist eigentlich viel wichtiger. Also ich sag mal so: Weiß nicht, ob es sich lohnt — wir sind uns unsicher. Aber die andere Frage — die ist viel interessanter — ist: Du sagst, du bist kein Produktmensch, aber wo legst du den Fokus? Und mein Haupt-Marketing-Channel ist das Produkt selber.

Ich habe mir von Anfang an gedacht, ich möchte es so machen wie Dropbox. Dropbox hat gesagt: Lad einen Freund ein und bekomm 5 GB extra Speicherplatz. Und dann wurde das Produkt zum Marketing-Channel.

Host: Ja.

Lukas: Und ich habe gesagt: Okay, wie kommen wir dahin? Sag mal, du hast so ein TED-Event — wie kommen wir dahin? Die erste Möglichkeit, die ich gesehen habe, ist, dass jemand, der als Freelance-Hire da reinmarschiert und sagt: „Hey, ich habe diesen Timer. Können wir den kurz — schmeißen wir den kurz dahin.” Kostenlose Version. Also für mich: Klar, es muss eine kostenlose Version geben, die nutzbar ist. Es muss so einfach sein, dass man mit einem Klick einen Timer hat — und wenn du auf die Website gehst, da steht drauf „Create a Timer”, du musst dich nicht mal anmelden und du kriegst quasi als anonymer User einen Timer zur Verfügung gestellt, kannst einen Link jemand anders schicken und der kriegt dann sein Fullscreen-Ding angezeigt.

Paul: Ach so, ich bin gerade drin. Das ist Paul — das ist echt eine mega geile Onboarding-Experience.

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Weil wir haben letztens bei Postflow genau das gleiche überlegt. Bei Postflow hast du das Problem: Du musst dich registrieren. Also bei diesen ganzen Social-Media-Management- und Content-Creation-Tools musst du dich registrieren.

Host: Genau, dann musst du erstmal ewig eigentlich deinen Workspace konfigurieren und alle möglichen Einstellungen vornehmen, damit dann irgendwas bei rauskommt, was sich nach dir anfühlt.

Paul: Und da haben wir auch überlegt: Wie können wir dieses Onboarding so vereinfachen, dass du halt irgendwie mit ein paar Klicks direkt irgendwie eine Experience hast, wo du sagst: „Ah, okay, so funktioniert das” — und dann musst du erst Signup machen und hast dann quasi direkt schon so ein bisschen so einen semi-vorbereiteten Workspace, wo quasi schon so ein bisschen deine Einstellungen mit reinübernommen wurden. Und das bauen wir gerade. Aber das hast du noch mal auf die Spitze getrieben — das finde ich echt mega geil.

Lukas: Also ich habe gesagt: Beim ersten Klick muss 100% der Value da sein. Hast du es mal AB-getestet gegen — beim zweiten Klick?

Paul: Natürlich nicht. Nee, habe ich nicht.

Lukas: Okay. Kann ja auch sein, dass du sagst: Okay, ich hole mir die E-Mail oder so. Kann auch sein, ich liege komplett falsch. Also, ich bin mir sicher, dass das sehr gut funktioniert — nicht, ich will nicht sagen „Virality”, weil das ist nicht stimmig ne — aber um sehr schnell die Conversion Rate zum Nutzer so gering zu halten wie möglich.

Und dann der zweite Schritt ist: Der Haupt-Use-Case oder so — der einen an den „Aha-Moment” bringt — ist, dass man diesen Link an jemand anderen teilt. Und in diesem Link, den du mit jemand anderen teilst, ist das Logo mit drin — und das Logo ist die Website-URL. Das heißt: Sobald du das mal so gesehen hast, kennst du sofort den Namen und kannst ihn eintippen. Und der Name macht Sinn — macht Sinn mit dem Produkt. Easy.

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Host: Ja. Easy zu — und so. Das war die Idee dahinter. Letztens hat mich jemand gefragt: „Ich will meine neue Idee für ein Produkt benennen. Wie findest du diese Marke?” Und dann hat er mir die Marke gepitcht und ich war so: „Alter, das ist viel zu sperrig, das checkt kein Mensch, und vor allen Dingen ist das unmöglich zu merken.” Den Radiotest bestehst du auf jeden Fall mit Stagetimer.io.

Lukas: Ja, ist super einfach — und es war so, die besten Namen sind so eine Snap Decision. Ich habe da wirklich nur zwei Sekunden drüber nachgedacht, registriert. Das sind manchmal die besten Namen.

Host: Ja, genau. Die Marke war „Ayaska” als Bezug zu Ayahuasca, der psychedelischen Droge.

Lukas: Lass es. Wenn du es aussprichst und du kannst es nicht schreiben, dann kannst du es auch nicht als Marke verwenden.

Host: Stimmt. Aber schönen Gruß trotzdem noch mal an deinen Bekannten.

Lukas: Ja, gut, also ich habe jetzt nichts gesagt, was ich

[44:16]

ihm nicht auch in WhatsApp gesagt habe. Und wenn es das Produkt gibt, dann habe ich jetzt hier sogar noch Werbung gemacht.

Host: Okay, aber das heißt, im Grunde ist deine Strategie Product-Led. Und im Grunde aber auch nur in Anführungszeichen Organic — abgesehen von dem bisschen, was du eben aus der Erde rausziehen kannst. Du wirst jetzt nicht zu Konferenzen hingehen und denen was erzählen, oder?

Lukas: Ja, ja, ja. Und es kommt einfach — wo ist meine Stärke? Meine Stärke ist ein Produkt zu bauen und ein gutes Produkt zu bauen. Meine Schwäche ist Marketing. Affiliate-Programme oder was weiß ich — machen wir auch nicht.

Host: Na krass. Und wie ist der Anteil von Kunden, die über organisches SEO kommen versus Paid Ads?

Lukas: Wir haben 50% Google — also das ist organisch und Paid mit dabei. Ich habe es jetzt nicht aufgebröselt im Kopf — und dann noch mal 30% Recommendation, Freunde, Kollegen.

Host: Okay, also dieser Virality-Effekt ist schon groß und crazy.

Lukas: Ja, der Referral — der Referral, ohne dass die Leute was dafür kriegen. Ja. Partnerschaften haben wir probiert. Ganz am Anfang haben wir lauter YouTube-Channels angeschrieben: „Könnten wir was machen?” Und ja, das ist so kurios — die sind alle, weil die alle irgendwie Technik haben und es total wichtig ist, dass es eine gute Qualität ist. Die sagen: „Nee, wir nehmen keine Sponsorships — wir haben die Technologie sowieso, wir verdienen sowieso viel zu viel Geld. Wir machen das nicht, aber wir können euch gerne mal erwähnen.”

Host: Okay, auch nicht schlecht. Ich wäre eher bei — wo macht man Eventbrite oder irgendwelchen — wo du so Konferenzen buchst — ich weiß gar nicht, wie die alle heißen, die ganzen Konferenz-Sachen. Eventim oder so — das wäre ja deswegen, okay, ja, interessant. Schon witzig. Und du hast eingangs gesagt,

[46:16]

du bist über X — oder Twitter, wie es mal hieß — in die ganze Indie-Hacking-Bubble reingekommen. Was denkst du: Ist es ein Muss, über X irgendwie in der Indie-Hacking-Bubble drin zu sein? Oder ist das tatsächlich nur ein Muss, wenn man sich da auch vermarkten will in die Indie-Hacking-Bubble rein?

Host: Sind wir jetzt bei den Spicy Unpopinions angekommen? Whatever.

Lukas: Kommt drauf an, was du jetzt — wir packen keine Labels da drauf.

Ich glaube, es funktioniert gut als Inspiration, ehrlich gesagt. Weil du halt siehst — du musst andere Leute sehen, wie sie als Einzelperson Firmen aufbauen, damit du glauben kannst: Es ist für mich auch möglich. Also aus dem Vakuum ist das echt schwer.

Aber du musst halt auch alles mit einem Grain of Salt nehmen, weil du hast diese Bubble, wo jeder sich quasi selber Produkte zuschiebt — und dann hat irgendwie einer seinen Online-Kurs oder sein Startup-Template und ist super erfolgreich. Und da darfst du nicht denken: Oh, wenn ich das auch mache, bin ich auch super erfolgreich. Das ist einfach nicht so.

Und für mich ist es auch eine Falsehood zu sagen: Du brauchst erst deine Followerschaft und dann kannst du ein Produkt drauf aufbauen — weil dann bist du genau in dem gleichen Sumpf und baust wieder was für andere Indie-Hacker.

Ich habe eine andere Theorie. Ich sage: Geh raus in die Welt und schau dir an, was Leute, die nicht Entwickler sind, für Probleme haben. Schau dir mal an, wie die arbeiten. Ich habe das gemacht in meinem Startup — ich habe mich einfach neben die Sales-Leute gesetzt und die Ops-Leute und einmal geguckt: Was machen die so? Und dann merkst du plötzlich, wie die Stunden mit Tasks verbringen, wo du denkst: Das könnte ich in 2 Minuten wegautomatisieren. Das würde ich als Entwickler nie selbst machen — ich würde es mir sofort wegautomatisieren. Und dann ziehst du jeden Tag zwei Stunden an diesem Use-Case — dann hast du deine Produktidee.

Host: Ja. Ja, das stimmt. Ich merk es auch, glaube ich, im Gegenteil manchmal so. Ich habe X jetzt auch wieder deinstalliert, weil die App so

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fucking süchtig macht. Ich gehe nur noch über den Browser da rein — aber auch das ist zu viel. Aber ich merke dann schon auch immer wieder, dass ich diesen Gedanken habe: So dieser Levels.io — Alter, wie kann das alles so leicht für den sein? Wie kann das sein, dass der irgendwie 200.000$ MRR oder whatever the f*ck macht? Und dann auch die ganzen anderen — ne, da gibt’s ja auch einen Longtail von Leuten, die dann irgendwie ihre 5.000 oder was auch immer machen. Vollen Respekt. Die sind auch richtig gut.

Lukas: Ja, die lachen — 20.000 MRR pro Monat sagt man. Aber muss auch dazu sagen: Bei den meisten hält es nicht.

Host: Mhm.

Lukas: Und es ist ja auch immer so — weil das Shipper ist. Also das sind vielleicht 1.000 Leute, die es probieren, und dann ist halt einer dabei — die 0,1% von den Leuten, die es hinkriegen. Wenn ich eine Bäckerei übermorgen aufmache, habe ich auch 5.000 MRR relativ schnell zusammen. Und: Wenn du auf Twitter unterwegs bist, hast du auch den Content-Creator-Curse, ne? Ihr habt einen Podcast, ihr müsst quasi immer liefern, immer liefern, immer liefern. Und wenn dein Revenue von deiner Twitter-Präsenz abhängt, dann bist du der einzige Marketing-Channel. Bei mir nicht so. Ich kann zwei Monate in den Urlaub gehen, kann meine Google Ads weiterlaufen lassen — es funktioniert immer noch, völlig egal, ob ich auf Twitter poste oder nicht.

Host: Ja, und man kann vor allen Dingen auch ein paar Monate einfach gar kein Marketing machen. Das würde trotzdem noch laufen.

Lukas: Ja. Wenn Levelsio zwei Monate nicht postet, dann vergessen sie ihn nicht — aber man kann da keine neuen Produkte launchen.

Host: Ja, das stimmt. Krass. Was ist gerade dein größtes Problem?

Lukas: Zeit — weil ich ein kleines Kind habe.

Host: Okay. Willst du das hören? Was spricht dagegen, sich jetzt da voll auf die Familie zu konzentrieren und zu sagen: So, das läuft jetzt so nebenbei.

Lukas: Ja, das ist im Prinzip, was ich mache. Also wir teilen uns ja schon gut auf, aber arbeiten muss man schon noch, weil sonst — ja. Und du kommst — du kommst also jetzt, Freitag habe ich gesehen, ist ja hier auch wieder irgendwie ein Indie-Hacker-Meetup oder

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sowas in irgendeinem Café in Bad Cannstatt. Da kommst du dann immer aus Schwäbisch Hall angefahren?

Lukas: Nee, ich wohne in Stuttgart.

Host: Du wohnst in Stuttgart? Sag das doch gleich! Ich dachte — ich dachte, du sitzt da jetzt immer in Schwäbisch Hall — weil ich glaube, die Firma ist auch in Schwäbisch Hall registriert, oder?

Lukas: Ja.

Host: Ja, ach so, okay. Und wo wohnst du in Stuttgart?

Lukas: Äh, nee, nichts Näheres.

Host: Nein, aber ich meine so directionalmäßig.

Lukas: Also ich wohne am Berliner Platz. So, das — meld dich mal über Twitter und dann — nee, nee. Okay.

Host: Einmal die Adresse hier einblenden, und dann — Stuttgart ist klein genug, da kommt man überall hin.

Lukas: Ja.

Host: Ja, das stimmt. Cool. Was ist so dein — also du sagst, du willst irgendwann mal auf — Ziel oder Decke ist ein bis zwei Mio ARR.

Lukas: Ja, wahrscheinlich weltweit — vielleicht mal gucken. Und die coole Idee ist ja, dass das quasi weiterläuft und ich kann dann mein nächstes Projekt finanzieren.

Du hast gefragt, was ist das größte Problem — ehrlich gesagt: Was ist mein nächstes Ding? „The next big thing” ist gar nicht so einfach zu finden, selbst wenn man schon ein erfolgreiches Produkt hat.

Host: Ja, auf jeden Fall immer schwierig. Und gerade AI voll im Hype. Wo ich hin muss — muss ich was mit AI machen? Will ich was mit AI machen? Wie geht’s dir, Paul? Ist das richtig cool, oder irgendwie auch manchmal nicht so?

Paul: Du meinst AI?

Host: Mhm. Ne, nicht nur AI zu benutzen — das machen wir alle — aber ein Produkt zu haben.

Paul: Es ist insofern cool, als dass wir — also wir sind ähnlich wie du in einer Branche unterwegs, die weiß — obwohl nicht ähnlich wie du — wir sind in einer Branche unterwegs, wo bei jeder Messe, bei jedem Event und bei jeder Interaktion das Thema ist: Mal gucken, wie unser Job in 5 Jahren aussieht.

Host: Ja.

Paul: Weil sowohl Interviews durchführen als auch transkribieren als auch analysieren von qualitativen Daten — genau das ist, was KI macht.

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Und weil alle jetzt sagen: Muss ich überhaupt noch mit Leuten reden? Kann ich dann nicht synthetische Leute befragen? Kann mir nicht ChatGPT sagen, was türkische Hausfrauen gerne sonntags machen? Und es ist so unglaublich viel einerseits Interesse, andererseits Scharlatanerie und Fehlinformationen da, dass du eigentlich nur am Aufräumen bist. Wir sind in den nächsten sechs Wochen auf — also wir sind alleine nächste Woche auf 1, 2, 3, 4, 5 Events.

Host: Wow.

Paul: Wo es nur darum geht: Wir pitchen, was bedeutet KI für qualitative Forschung, wir pitchen, was bedeutet KI für Forschung — Meetup, We Love Research, Meetup Mannheim, keine Ahnung, wo es immer nur darum geht: „Du kannst uns wirklich vertrauen, da ist ein Mensch mit dahinter, wir machen die Daten nur in Europa, und ja, das hat auch mit KI zu tun.”

Einerseits ist es total cool, in einer sehr verstaubten Branche — von außen hart verstaubten Branche — neue Sachen zu machen. Andererseits beantwortest du immer die gleichen Fragen. Und du hast immer diese Ungläubigkeit — also Sachen, die ich vor einem Jahr erzählt habe, wo er gesagt hat: „Glaube ich nicht, kann überhaupt nicht sein, dass das funktioniert, ne? Zeig mal.” Und ein Jahr später: „Ja, gut, das ist ja klar, dass das geht — aber könnt ihr auch noch zaubern?” Weil es halt super schwer ist zu sagen, was ist Zauberei und was ist heute schon völlig easy möglich.

Deshalb: Am Ende ändert es sich gar nicht so viel, weil du musst immer noch ein Problem lösen. Mit KI gibt’s unser Business nicht umsonst — also weil mein Produktmensch, der andere, der ist kein Entwickler, und wir haben ein Produkt aus dem Boden gestampft.

Lukas: Ach, der ist auch kein Entwickler! Ich dachte, der ist irgendwie technisch.

Paul: Nee, der ist Product-UX-Researcher, heißt das.

Lukas: Ach, krass. Und der hat auch mit Vibecoding quasi das Ding gebaut, oder was?

Paul: Ja, genau! Und da ist ein Chat dahinter, da sind Datenbanken dahinter, Microsoft dahinter, und

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das ist alles gevibet, quasi. Also der hat schon ein Verständnis davon, wie das funktioniert, aber der hat glaube ich keine einzige Zeile Code selbst geschrieben.

Lukas: Echt krass. Und das Produkt selber würde auch nicht funktionieren ohne KI.

Paul: Genau. Das muss man immer, glaube ich, auch dazu sagen, ne? KI bedeutet dann sowohl, dass das Produkt sich stark auf KI verlässt, um zu funktionieren, als auch, dass das Produkt selbst mit KI gebaut ist, als auch, dass vielleicht das Marketing teilweise KI-supported ist in irgendeiner Form. Also KI ist wirklich überall drin, eigentlich.

Und trotzdem — das haben wir auch schon ein paar mal festgestellt — trotzdem ist es halt nicht so, dass du dann auf einmal sagen kannst: „So, jetzt kann jeder dieses Produkt bauen.” Und dann wird es halt ein crazy Wettbewerb. Sondern das schließt auch wieder den Bogen zu dem, was du vorhin gesagt hast: Du musst halt trotzdem derjenige sein, der den Kunden kennt, der mit dem Kunden in der echten Welt redet, der das Problem versteht, der weiß, was heute scheiße ist und wo das in einem Jahr sein soll. Das geht nicht weg.

Lukas: Genau. Das wird sogar noch viel wichtiger. Weil wahrscheinlich könnte sogar ich als nicht so Technischer einen Clone von Stagetimer bauen — vielleicht sogar an einem Wochenende.

Paul: Vielleicht sogar. Na, du überschätzt mein Tech-Verständnis.

Lukas: Aber also ich habe uns ein Kanban-Board gebaut innerhalb von einer Viertelstunde — eine Webseite, wo ich die verschiedenen Projektschritte habe, wo ich verschiedene Produkte habe, wo ich hin- und herschieben kann.

Paul: Das hast du noch nie erzählt, Junge.

Lukas: Ja, hat 10 Minuten gedauert. Wir nutzen es nicht, weil am Ende fehlt dann natürlich trotzdem die Datenbank und die Security und so weiter und so fort, der ganze Kram. Aber ich habe das Frontend fertig gemacht. Ja, genau. Das — dafür musst du halt trotzdem dann das Verständnis haben. Und ich habe mich auch mal an einer App versucht, habe ein paar Stunden

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dran gesessen, die funktioniert so, geht so — aber ist dann nicht durch den App Store gekommen. Auch weil ich dann irgendwann mit einem zweiten Kind und einem dritten Startup so ungefähr doch leicht überfordert war. Wobei ich die Idee immer noch cool finde.

Aber am Ende: Noch wichtiger ist die Fokussierung. Okay, was mache ich denn jetzt? Da merke ich eine gewisse — „machen wir nicht”, „brauchen wir nicht”, „nee, machen wir nicht” — von dir, wenn ich dir denke, was wäre denn wenn — und: „Haben wir schon überlegt, ist scheiße.”

Wahrscheinlich kriegst du relativ viele solcher Vorschläge von irgendwelchen halb Fremden wie mir.

Host: Schon mal über X nachgedacht?

Lukas: Ah, ja, habe ich — funktioniert nicht. Letztens hat mir einer geschrieben und gefragt: „Hey, bei Postflow — ich finde das schon voll cool, wenn da noch Videoschnitt drin wäre.”

Paul: Genau. Aber es ist ja nicht immer „funktioniert nicht”, sondern meistens „mache ich nicht.”

Lukas: Ja, ich finde es das Wichtigste. Du willst — das war mir auch klar — du willst nicht, dass dein Ding ein Photoshop wird, ne? Wo dann alle Funktionen drin sind, keiner weiß mehr, wie man die Funktion findet. Sondern du willst sagen: Wo ist mein Scope, wo höre ich auf und wo sage ich nein? Also wirklich sehr schwierig.

Host: Ja, das stimmt. So ein Grundprinzip bei uns ist z.B.: Wir interpretieren nicht. Unser Tool macht alles zusammenfassen, aggregiert alles wie du willst. Aber Interpretation — also wenn ich mich mit irgendwelchen komischen Pharma-Bio-Sachen beschäftige, kenne ich die Wörter nicht mal. Und noch mal — und dann interpretiert das plötzlich das Tool, weil es doch so viele Leute danach gefragt haben und weil KI vielleicht auch viel besser geworden ist — das zerstört unseren kompletten Markt. Weil wir arbeiten mit Instituten, und das ist deren Job.

Lukas: Ja. Dann weißt du also, warum, und deswegen machst du es nicht.

Host: Ja, so ist es bei mir auch. Okay, also: What’s next für Stagetimer ist: Kinder rauskriegen. Darf ich euch eine Idee pitchen

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und ihr macht sie kaputt?

Host: Ja, mach die bitte kaputt.

Lukas: Okay, let’s go. Ich habe mir gedacht: Was ist groß? Was ist ein richtig interessantes großes Ding, das gebraucht wird? Ich weiß nicht, ob ihr Andril kennt? Andril — das Defense-Startup von Palmer Luckey. Palmer Luckey — nicht ein Drohnen-Startup, sondern ein Defense Contractor. Die bauen Waffen.

Host: Ja, die haben angefangen mit Waffen. Ich bin dabei. Pass auf.

Lukas: Let’s go. Die haben angefangen mit so einem Drohnenabwehrsystem, dass du halt Drohnen irgendwie remote runterholen kannst. Und mittlerweile bauen sie allerhand Sachen fürs Militär.

Host: Ja — geiler Typ. Also Palmer Luckey finde ich einen der geilsten Typen — absolut. Nur sind die halt in Amerika und sind halt voll pro-Trump.

Lukas: Ja. Und ich dachte mir: Hey, in Europa haben wir eigentlich das gleiche Problem. Uns fehlt auch die moderne Rüstungsindustrie. Einfach jemand, der so mit dem Silicon-Valley-Startup-Mindset — meinst du, die Rüstungsindustrie geht dann?

Aber kennst du Helsing und Quantum Systems und so weiter?

Host: Nee. Also Quantum Systems aus München — ich glaube Helsing sitzt auch irgendwie in München, aber ich glaube, die sind ein bisschen internationaler. Aber guck dir die zwei mal an, die machen nämlich genau das — auch mit diesem Silicon-Valley-Mindset.

Lukas: Ah, ich finde es total spannend. Ja, ich auch. Vor allem seit — seit man Rüstung und Verteidigung wieder auch cool finden darf. Seit es nicht mehr sozusagen sofort — also es ist nicht so, dass ich jetzt Leute umbringen will, aber — ich habe offiziell Kriegsdienst verweigert. Aber ich glaube, wir sind alle so mittlerweile rumgekommen: Nee, Frieden geht nur, wenn man sich verteidigen kann. Und ich finde es ein interessantes Thema und gerade sehr hot und viel Geld im Markt und absolut wachsend. Also, wenn ich in diesen Space gehen würde, in Deutschland, würde ich mich am ehesten

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mit Beschaffung beschäftigen. In USA gibt’s das ja — dass du für die Krankenkassen zumindest und Krankenhäuser so ein Zwischenhändler bist. Dass du der bist, der den Vertrag gewinnt und dann verteilst. Weil: Das Produkt am Ende bauen — ja, gut, klar, blabla, aber die Compliance, die IT-Security, was auch immer für Security: Da kannst du nicht sagen, „Hey, wir haben nur Microsoft Azure, ist kein Problem.” Da musst du halt sagen: Okay, wir haben folgende — keine Ahnung — verschlüsselte Rechenzentren in diesen drei Bunkern, die — na. Und ich glaube, da würde ich eher auf dem Layer was machen.

Host: Interessant. Also ich persönlich — aber was ist jetzt deine Idee? Also, wir sind jetzt genau —

Lukas: Meine Idee wäre Andril nachzubauen in Deutschland. Und die machen — weil ich kenne die nämlich nicht. Die bauen Drohnenabwehrsysteme.

Host: Drohnenabwehr. Mittlerweile. Ich meine, die bauen auch Drohnen — also hauptsächlich so: Also ich glaube viel autonome Drohnen, autonome Submarines, autonome Systeme, glaube ich — um das Ganze dann zu steuern auf dem Battlefield.

Lukas: In München müsste doch auch ein Gelände dafür frei geworden sein — oder bei Lilium oder was? Die haben ja eh in Spanien immer getestet, also von daher. Cool. Aber ich wollte einfach mal drüber reden, weil ich davon von Tuten und Blasen keine Ahnung habe. Und ich habe das Gefühl, das ist wahrscheinlich viel zu aufwendig und — wie du gesagt hast — da überhaupt reinzukommen.

Wir waren — ich weiß gar nicht, ob ich darüber reden darf — wir waren mal in einem Contract-Bid für so ein ähnliches Thema. Und ich habe mal gesprochen mit jemandem vom Bundeswehr-Cyber-Security-Hub, weil die auch so Innovationszeug machen — und da ist es ein bisschen entspannter, weil die halt genau darauf ausgelegt sind. Die machen dann halt richtige Ausschreibungen.

Host: Wir wollen gerne — ich erfinde irgendwas. Ja, aber ich glaube, so ein bisschen der Dreh- und Angelpunkt am Ende ist halt: Wir sehen ja jetzt in der Ukraine, wie das funktioniert mit der Kriegsführung. Und

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wahrscheinlich funktioniert halt hauptsächlich über Drohnen. Und die Frage ist: Wie kriegen wir jetzt Millionen Drohnen produziert in Europa? Und nicht nur irgendwie zusammengebaut, sondern: Wie kriegen wir auch die Motoren lokal gesourced und diesen ganzen Krempel? Also die ganze Wertschöpfung muss eigentlich nach Europa kommen, obwohl die in China aktuell viel billiger ist. Das ist glaube ich das große Thema. Du müsstest halt wahrscheinlich europaweit ausschreiben, müsstest es auch europäisch denken.

Lukas: Ja. Und quasi im besten Fall irgendwas Duales finden — weil nur auf Defense aufzubauen, da musst du so viel investieren bis du überhaupt darfst. Da ist es im besten Fall, du kannst das auch noch zivil nutzen — z.B. dass so ein Screen mit so einer Drohne da hingeflogen wird, wo so die Zeit steht, die runterläuft. Also — ne, ich glaube schon: Gerade in der Region Stuttgart — hier gibt’s ja dieses ganze Produktions-Know-how. Und das wandelt sich jetzt gerade. Für was man das einsetzt — ob jetzt für Autos oder für was anderes — und sicherlich nicht mehr für Combustion Engines. Ja, genau. Und am Ende: Die Leute, die hier arbeiten, das sind ja alles schlaue Menschen.

Ich habe damals — wir haben Ruption — also meine Beratungsfirma, wo wir Innovationsberatung gemacht haben. Die haben wir halt gegründet und gesagt: Unsere Mission ist irgendwie diesen großen Unternehmen beim Wandel zu helfen, damit die auch in 30 Jahren noch relevant sind. Und es hat halt nicht funktioniert. So, wir sind halt zu kleine Lichter. Wir schaffen es nicht, diese Unternehmen beim Wandel zu beschleunigen. Und inzwischen ist meine Meinung so ein bisschen zu dem Thema: Hey, in Mercedes, in Bosch, in Porsche und in den ganzen endlosen Zulieferern — da sitzen ja unendlich schlaue Leute, die super ausgebildet sind. Die sind aber gesamtwirtschaftlich gesehen wahrscheinlich gerade falsch allokiert einfach. Das heißt, es ist vielleicht gar nicht schlecht — wenn sozusagen diese Unternehmen pleite gehen oder kleiner werden oder was auch immer — um eben diese Menschen besser zu allokieren. Und ich glaube schon, dass da eigentlich voll die Chance drin ist: Zu sagen,

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okay, wenn wir jetzt den Anspruch haben — keine Ahnung — bis 2030 wollen wir in Europa 10 Millionen Drohnen im Jahr bauen können oder sowas. Einfach nur mal von the bottom up zu überlegen: Was müsste denn passieren, damit wir so einfache Drohnen bauen, die halt komplett automatisiert produzierbar sind? Kann man die mit Benzin bauen? Kann man Combustion-Engine-Drohnen bauen, oder sind das dann direkt Hubschrauber?

Host: Äh — nee, aber mal ohne Scheiß: Ich glaube schon, dass das eigentlich voll das wichtige Thema ist. Und dass man da — also ihr habt mir jetzt mehr Argumente dafür gegeben als dagegen, ne?

Lukas: Ja.

Host: Es wird nicht — also du wirst das nicht bootstrappen hinkriegen, ne?

Lukas: Nee, nee, das ist klar, das ist klar. Das wirst du wahrscheinlich nur in krassen Partnerschaften hinkriegen. Das ist ein krasses Deep-Tech-Play.

Host: Ja. Also ich glaube, das ist so eine super theoretische — eine theoretisch mega Idee. Ja. Aber ich bin da wahrscheinlich zu naiv. Aber trotzdem ja — ich denke mir, ich gucke mir diesen Beschaffungskrempel an und denke mir: Das ist so komplex, so kann es auch nicht sein. Das muss auch einfacher gehen. Und wenn man sich jetzt wirklich mal von First Principles an die Sache annähert und einfach mal überlegt: Okay, wie kann ich jetzt wirklich ganz einfach mal denken und die ersten Schritte machen — ich glaube schon, dass man da auch mit wenig Ressourcen eigentlich was auf die Beine stellen könnte.

Lukas: Wahrscheinlich — wenn jeder sagt, es ist zu komplex, dann ist der Moat groß genug, damit es sich fast lohnt.

Host: Ja. Ja, das ist wie — da habe ich letztens so einen Podcast gehört: Hypersonic Jets — also quasi Concorde

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2.0. Die meinen das ernst. Ja — also keine Ahnung, was soll ich dir sagen? Kann man über Schallgeschwindigkeit fliegen? Ja. Kann man das kommerziell machen? Ja. War das in den 60ern zu teuer? Auch ja. Ist die Technologie inzwischen günstiger als vor 70 Jahren? Auch ja. Lass mal gucken.

Lukas: So. Ja, genau. Das meine ich. Und genauso kannst du es ja auch angehen: Ist die Beschaffung super komplex? Ja. Ist die aber in Deutschland wahrscheinlich super turbobürokratisch dokumentiert, wie das funktioniert? Natürlich, wahrscheinlich auch ja. Haben wir KI auch? Ja. Können wir wahrscheinlich ein Custom-GPT bauen, was einem zumindest dabei hilft, diese Anträge vernünftig aufzubereiten?

Host: Ja, du bist immer bei Beschaffung und so. Ich bin eher beim Produkt. Wie kriege ich denn überhaupt mal ein Produkt gebaut, was so einfach ist, dass es in einem einfachen Prozess massenhaft produzierbar ist? So, also wir reden hier drei First-Time-Founder. Die andere Seite ist: Wächst der Markt? Ja. Wollen das Leute? Ja.

Lukas: Das ist so ein theoretisches Wollen. Ich glaube, du brauchst am Ende immer noch — also würde ich mir eine europäische Drohne kaufen im Privatkundensegment? Nein.

Host: Nein, darum geht’s nicht. Es geht um die Bundeswehr, es geht um europäische Verteidigung. Würde Europa uns 5 Millionen Drohnen abkaufen, wenn die billig genug sind und schnell genug produzierbar sind? Und die Antwort ist unweigerlich ja — wenn du natürlich durch diese Prozesse durchkommst und so weiter. Aber im Grunde ja. Also ich kriege das auch — jetzt machen wir aber mal einen Punkt, damit die Leute nicht denken, ich bin Waffenhändler. Haben wir noch andere interessante Ideen, die wir roasten können?

Lukas: Ich habe das Problem vor allem, dass ich in 4 Minuten los muss. Aber lass uns doch vielleicht mal einfach einen Follow-up-Podcast machen, wo wir noch mal Ideen einfach roasten. Jeder muss irgendwie drei Sachen mitbringen und dann roasten wir uns gegenseitig.

Host: Das

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ist cool. Ja, das mag ich — oder wir laden einfach Leute ein und roasten die. „Komm mal rein hier. Komm mal rein.” War nicht — aber trotzdem noch mal zurück zum Drohnendings: Wenn du Bock hast, lass uns mal zusammen ein bisschen weiter drüber nachdenken. Das ist natürlich super abstrakt und so, aber einfach nur mal so ein bisschen in diesen Markt sich reinfinden. Also ich habe da auf jeden Fall einen Nerv bei mir gekitzelt. Ja, können wir noch mal separat drüber sprechen.

Zwei Sachen noch. Hast du jemanden, den du — wo du sagen würdest: „Hey, mit dem solltet ihr auch mal sprechen im Podcast?” — der auch so aus dieser Indie-Hacking, Bootstrapping-Bubble, deutschsprachig — ja, ist eigentlich egal, kann auch englischsprachig sein.

Lukas: Eine Frau finde ich spannend — wegen Liz, die macht Customer Service. Ja, sie ist gerade nicht so begeistert, Podcasts zu machen.

Aber wir haben in unserer Stuttgarter Indie-Gruppe — wir haben jemanden, der gerade so ein Hochzeits-Spiel-Ding macht. Und es hört sich ja banal an, aber er ist gerade so am Anfang und es wächst sehr schnell. Und es ist glaube ich ein faszinierender Einblick in diesen Anfang, dieses Zero to One — wo jemand richtig begeistert ist und gerade dabei ist, seinen Job zu kündigen, weil er Vollzeit geht.

Host: Ja, okay. Ja, geil. Vielleicht kannst du den mal anhauen. Ist der in der WhatsApp-Gruppe oder was?

Lukas: Ja.

Host: Ja. Ah, okay. Ja, vielleicht kann ich den auch mal direkt ansprechen. So einen habe ich auch noch — Philip. Wir haben noch einen Gast, glaube ich.

Host: Ja, theoretisch. Wir müssen dieses Gäste-Game jetzt einfach mal wieder aufnehmen — es macht viel mehr Spaß. Mit zu zweit haben wir inzwischen alles schon mal durchgekaut. Wir schweigen uns nur noch an — keiner mit blöden Drohnen-Ideen. So, lass mal einen Haken dran machen und abrappen.

War auf jeden Fall mega cool, dass du da warst. Wie immer in Gästefolgen geht das alles viel länger, als man eigentlich denkt. Wir haben uns auch ein bisschen verquatscht, glaube ich, in das ein oder andere Thema rein — aber ich fand es super witzig. Unser KPI hier im Podcast ist immer: Hatten wir Spaß? Und ich hatte auf jeden